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Peter Handke pp 401-437 | Cite as

Die Konkurrenz von Wort und Bild

  • Rolf G. Renner
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Zusammenfassung

Die Chronik der laufenden Ereignisse und Falsche Bewegung experimentieren mit dem Medium Film und der visuellen Wahrnehmung. Wim Wenders’ Verfilmung der Angst des Tormanns setzt die im Text vorgezeichnete Spannung zwischen visueller Wahrnehmung und sprachlicher Denotation durch Aufblenden oder Kamerabewegungen ins Bild. Handkes Verfilmung der Linkshändigen Frau will einen Gegenmythos zu einer „entsemiotisierten Welt“ schaffen. Wim Wenders in Zusammenarbeit mit Handke entstandener Film Der Himmel über Berlin deutet mit seiner Kombination von Wort und Bild auf die zentrale Thematik des Romans vom Bildverlust voraus. Wenders’ Umsetzung der Schönen Tage von Aranjuez und Handkes filmische Adaption der Abwesenheit und von Mal des Todes eröffnen eine intertextuelle und intermediale Perspektive durch ihre aleatorische Bildverwendung. Mal des Todes schildert in fast kaleidoskopischen Bilderfolgen eine Begegnung von Mann und Frau, die sich auf die Visualisierung des sexuellen Begehrens konzentriert. In der Abwesenheit herrscht eine Technik der Distanzierung vor, die sich dem epischen Erzählen des mittelalterlichen Epos ebenso vergleichen lässt wie mit Filmanfängen im modernen Westernfilm. Es wird deutlich, dass Handke als Regisseur und Berater auch im Medium des Films seine Strategien des Erzählens ebenso wie seine Vorstellungen von Autorschaft durch eine enge Vernetzung von Wort und Bild bekräftigen will.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  • Rolf G. Renner
    • 1
  1. 1.Universität FreiburgFreiburg im BreisgauDeutschland

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