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Peter Handke pp 355-399 | Cite as

Zwischen Drama und Epik: Die Stücke nach 1989

  • Rolf G. Renner
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Zusammenfassung

Die Stücke nach 1989 radikalisieren Ansätze, die bereits Handkes erste dramatische Entwürfe bestimmten. Die Stunde da wir nichts voneinander wussten und die Spuren der Verirrten folgen dem experimentellen Ansatz seiner Sprechstücke, die „als Schauspiele ohne Bilder“ operierten (ST1 21), und verwandeln die Bühne in einen bloßen Schau-Platz. Dem folgen die Texte für das Schauspiel La cuisine von Mladen Materić, der Untertagblues und schließlich Bis daß der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts. Dort eröffnet das Wort ›Sturm‹ einen Blick auf die wirkliche Familiengeschichte des Autors Handke und erschließt das Zusammenspiel von Autofiktion und Fiktion in einem Drama des Innern, das sich in einem Szenen- und Schauplatzwechsel im Äußeren spiegelt. Gleiches wiederholt sich in den Zurüstungen für die Unsterblichkeit, wo eine historische Konstellation erscheint, in der die Frage nach dem Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit zentral wird (ZU 92). Das Sprechstück der Fahrt im Einbaum inszeniert in der Interaktion von Akteuren und Beobachtern einen neuerlichen „Nachtrag“ zum Balkan-Krieg. Die beiden Stücke Die schönen Tage von Aranjuez und Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße gehen ähnlich spielerisch mit formalen Vorgaben um. In ihrem Formenspiel werden Splitter von autobiographischen Referenzen wie in einem „bricolage“ zusammenfügt (Derrida 1967, 418).

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  • Rolf G. Renner
    • 1
  1. 1.Universität FreiburgFreiburg im BreisgauDeutschland

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