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Peter Handke pp 327-353 | Cite as

Das Grundandere der Poesie: Handkes doppelter Diskurs über Serbien

  • Rolf G. Renner
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Zusammenfassung

Handkes Auseinandersetzung mit Serbien im Gefolge der Auflösung des früheren Jugoslawien markiert einen Wendepunkt, der Leben und Werk des Autors fundamental verändert (MJN 158). Als er ins Zentrum der öffentlichen Kritik rückt, scheint sich die Grundfigur seiner Rolle als Schriftsteller im öffentlichen Diskurs nach 1966 zu wiederholen. Seine immer schärfere Konturierung der eigenen Haltung führt auch zu Selbstkritik und Selbstzweifeln, die Morawische Nacht, Immer noch Sturm oder die Fahrt im Einbaum geben dafür Beispiele. Daran an schließt sich jetzt eine Auseinandersetzung mit der politischen Realität. Diese konturiert die in früheren Texten immer wieder behandelte Spannung zwischen der realen und der poetischen Welt, steht aber in einem komplexeren Zusammenhang. Sie muss sich einerseits mit einem Diskurswechsels der deutschen Literaten und Intellektuellen nach 1989, andererseits mit der Eigengesetzlichkeit der entwickelten Mediengesellschaft auseinandersetzen, die den Wahrheitsgehalt von medial vermittelter Information für Handke zweifelhaft werden lässt (WR 56). Die erneute öffentliche Diskussion über die Haltung des Autors zu Serbien anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur 2019 radikalisierte die Kritik und nahm durchaus Formen einer „Hetzjagd“ (Melle 2019) an, problembewusste Stellungnahmen waren die Ausnahme (Assheuer 2019; Müller 2019).

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Authors and Affiliations

  • Rolf G. Renner
    • 1
  1. 1.Universität FreiburgFreiburg im BreisgauDeutschland

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