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Stifters Mikrologien. Zur Einleitung

  • Davide GiuriatoEmail author
  • Sabine Schneider
Chapter
Part of the Abhandlungen zur Literaturwissenschaft book series (ABLI)

Zusammenfassung

Das Werk Adalbert Stifters zeichnet sich durch eine markante Aufmerksamkeit für das Kleine, Unmerkliche und vermeintlich Geringfügige aus. Bereits die zeitgenössische Rezeption hat das Bild vom „Dichter des Details“ und des botanischen „Mikroskopikers“ in Umlauf gebracht, das Stifter tatkräftig untermauert hat – wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen: Denn die Hierarchie von Groß und Klein, von Erhabenem und Niedrigem invertiert er durch den Hinweis auf das „sanfte Gesez“, das im Verborgenen das menschliche Leben sowie die Natur regiere und das umso mächtiger wirke, als es noch in den unmerklichen und scheinbar unbedeutenden Phänomenen zu erkennen sei. Nach Maßgabe dieser Prämisse wird das „Kleine“ bei Stifter „ehrfurchterregend“, und wenn er seine literarischen Erzählungen immer wieder als „kleinste Körnchen“ darreicht, dann verbirgt sich dahinter nicht nur rhetorische Bescheidenheit, sondern auch die unbeirrte Vorstellung einer anti-monumentalen Dichtung des Unspektakulären und Gewöhnlichen. Die Beiträge gehen dieser noch kaum erschlossenen poetischen Wissenschaft vom Kleinen und Winzigen im Werk Adalbert Stifters nach.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.ZürichSchweiz
  2. 2.ZürichSchweiz

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