Advertisement

Ambivalente Anonymität. Demokratische Debatten im Online-Kommentar?

  • Eva Weber-GuskarEmail author
Chapter

Zusammenfassung

Online-Kommentare unter journalistischen Artikeln können grundsätzlich zum demokratischen Diskurs, genauer der politischen Meinungsbildung beitragen und sie werden dazu tatsächlich genutzt. Allerdings wird diese Praxis auch empfindlich gestört durch unsachliche, aggressive, denunzierende Rede und ähnliches. Wie kann man dagegen vorgehen? Für eine Antwort darauf nenne ich zunächst Bedingungen eines deliberativen Diskurses, an denen die Qualität des Prozesses politischer Meinungsbildung gemessen werden kann. Zweitens erörtere ich, inwiefern die Praxis des Online-Kommentierens dem entsprechenden Ideal nahekommt oder zuwiderläuft und inwieweit das von dem spezifischen (technischen) Setting abhängt. Drittens diskutiere ich Möglichkeiten, diesem Problem zu begegnen. Meine These lautet, dass es vielversprechend ist, am Faktor der Anonymität anzusetzen – jedoch schlage ich nicht vor, wie es häufiger getan wird, Anonymität zu reduzieren, sondern, im Gegenteil, sie in bestimmter Hinsicht zu erhöhen.

Literatur

  1. Baumann, Zygmunt: Das Ende der Anonymität. Was Drohnen und Facebook verbindet. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 58/ 10 (2013), 51–62.Google Scholar
  2. Brodnig, Ingrid: Der unsichtbare Mensch: Wie die Anonymität im Internet unsere Gesellschaft verändert. Wien 2014.Google Scholar
  3. Brodnig, Ingrid: Hass im Netz. Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen im Netz tun können. Wien/München 2016.Google Scholar
  4. Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns: Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft. 2 Bände. Frankfurt a.M. 1981/82.Google Scholar
  5. Honneth, Axel: Kritik der Macht. Frankfurt a.M. 1985.Google Scholar
  6. Honneth, Axel: Kampf um Anerkennung. Frankfurt a.M. 1992.Google Scholar
  7. Lapidot-Lefler, Noam/Barak, Azy: Effects of Anonymity, Invisibility, and Lack of Eye-Contact on Toxic Online Disinhibition. In: Computers in Human Behaviour 28/ 2 (2012), 434–443.CrossRefGoogle Scholar
  8. Matsumura, Naohiro/Miura, Asako/Shibanai, Yasufumi/Ohsawa, Yukio/Nishida, Toyoaki: The Dynamism of 2channel. In: AI & Society 19/ 1 (2005), 84–92.Google Scholar
  9. Moore, Alfred: Anonymity, Pseudonymity, and Deliberation: Why Not Everything Should Be Connected. In: Journal of Political Philosophy (2017). Online first:  https://doi.org/10.1111/jopp.12149.CrossRefGoogle Scholar
  10. Nissenbaum, Helen: The Meaning of Anonymity in an Information Age. In: The Information Society 15/2 (1999), 141–144.CrossRefGoogle Scholar
  11. Passig, Kathrin: Sümpfe und Salons. Internetkolumne. In: Merkur 5 (2011), 434–440.Google Scholar
  12. Pauen, Michael/Welzer, Harald: Autonomie. Eine Verteidigung. Frankfurt a.M. 2015.Google Scholar
  13. Pettit, Philipp: Trust, Reliance and the Internet. In: Analyse und Kritik: Zeitschrift für Sozialtheorie 26/1 (2004), 108–121.CrossRefGoogle Scholar
  14. Rössler, Beate: Anonymität und Privatheit. In: Helmut Bäumler/Albert von Mutius (Hg.): Anonymität im Internet. Grundlagen, Methoden und Tools zur Realisierung eines Grundrechts. Wiesbaden 2003, 27–40.Google Scholar
  15. Santana, Arthur D.: Virtuous or Vitriolic. In: Journalism Practice 8/1 (2014), 18–33.CrossRefGoogle Scholar
  16. Thiel, Thorsten: Anonymität und der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit. In: Zeitschrift für Menschenrechte 1 (2016), 9–24.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.GöttingenDeutschland

Personalised recommendations