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Christian Krachts postmoderne Parodien

  • Kathrin KazmaierEmail author
Chapter
Part of the Kontemporär. Schriften zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur book series (KSDG, volume 3)

Zusammenfassung

Christian Kracht offenbarte in seiner Frankfurter Poetikvorlesung, während seiner Schulzeit in einem kanadischen Internat missbraucht worden zu sein. Dieser Sprechakt war von zwei zentralen Aussagen gerahmt, die sowohl die Form der Poetikvorlesung als Ort höchster Öffentlichkeit und Autorität als auch den thematischen Inhalt derselben durch den Begriff der Parodie metareflexiv bearbeiteten: ‚Alles was sich zu ernst nimmt, ist reif für die Parodie – auch diese Vorlesungsreihe‘ und: ‚heute weiß ich, dass Parodie eine Heilung für den Missbrauch sein kann‘. Diese Doppelbewegung vom Ernst über die Parodie zum spielerischen Unernst einerseits, zur Heilung und möglicherweise wieder zurück zur Parodieandererseits, markiert nicht nur das selbstreflexive Zentrum der Poetikvorlesung, sondern, so wird der Beitrag zeigen, zugleich dasjenige des Krachtschen Romanwerks. Der Beitrag stimmt damit nicht in den Chor derjenigen ein, die Krachts Werk nun unter gänzlich neuen Vorzeichen lesen wollen. Stattdessen argumentiert er umgekehrt: Der in der Poetikvorlesung eingeführte Begriff der Parodie soll als ästhetisches Verfahren mit besonderem Fokus auf Krachts erstem Roman Faserland dargelegt werden.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.HildesheimDeutschland

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