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Karl Jaspers’ Nietzsche: Nähe ohne Verständnis

  • Rebecca PaimannEmail author
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Zusammenfassung

Immer wieder treffen sie aufeinander, ob nun im echten Leben oder in der geistigen Begegnung, die Gegensätze von Genie und Mittelmaß, von Weltauslegung und Textexegese, von durchdringendem Erkennen und verzweifeltem Verstehenwollen. Nicht immer sind diese Begegnungen erfolgreich, jedenfalls nicht für beide Seiten, auch wenn sie, insbesondere für die Nachwelt, nicht ohne Folgen bleiben, die sich in der Philosophie meist in Form von Büchern dokumentieren. So auch im vorliegenden Fall, bei Karl Jaspers’ Auseinandersetzung mit einem für ihn stets vorbildhaften und doch abgelehnten, bewunderten und doch geschmähten, herausfordernden und doch nicht einholbaren Autor, dessen Werk sein ganzes Leben begleitet hat, nämlich mit Friedrich Nietzsche. Jaspers hat Nietzsche gelesen und studiert, unermüdlich Zitate und Stellen gesammelt, Diskussionen geführt, hat größere und kleinere Texte über ihn verfasst und veröffentlicht, hat sich mit seinem Schwager in einer geradezu ausufernden Auseinandersetzung fast über den ‚Fall Nietzsche‘ zerstritten, hat wegen seiner Ansichten viel Kritik geerntet und ist sich doch nie über diesen Autor mit sich ganz einig geworden.

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Authors and Affiliations

  1. 1.HeidelbergDeutschland

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