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Selbstsorge in der Antike

  • Günter Gödde
  • Jörg Zirfas

Zusammenfassung

Den Begriff der »Selbstsorge« bzw, »Sorge um sich selbst« hat Michel Foucault im Jahre 1982 in seinen brillanten Vorlesungen am Collège de France, die später unter dem Titel Hermeneutik des Subjekts (2009) veröffentlicht wurden, und in seinen beiden letzten Büchern Der Gebrauch der Lüste (1986) und Die Sorge um sich (1989) historisch rekonstruiert und als Übersetzung des sehr häufig auftretenden altgriechischen Begriffs der epimeleia heautou präsentiert. »Epimeleia heautou, das ist die Sorge um sich selbst, das Sich-umsich-Kümmern, das Sich-um-sich-Sorgen, das Sichselbst-Aufmerksamkeit-Zuwenden usw.« (Foucault 2009, 16). Diesem Begriff sei zwar im griechischen Denken nie »ein besonderer Status eingeräumt« worden (ebd., 17), und er habe im Verhältnis zu dem Delphischen Orakelspruch »Erkenne dich selbst« (gnôthi seauton) immer im Schatten gestanden. Dennoch habe sich die Thematik der Selbstsorge in der antiken Kultur sehr lang – etwa ein Jahrtausend! – gehalten, angefangen bei Sokrates und Platon im 5.

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Authors and Affiliations

  • Günter Gödde
  • Jörg Zirfas

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