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Tun, was man kann

Thesen zur Kulturarbeit
  • Hermann Voesgen

Zusammenfassung

Als Kulturarbeiter versuchen wir, Alltagspotentiale zu erschließen, den Menschen Möglichkeiten zu geben, mit ihren Fähigkeiten zu arbeiten. Nun könnte man sagen, Alltag ist Alltag, warum mischen sich sogenannte Kulturfachleute ein, dafür ist doch jeder Mensch selbst verantwortlich. Wir müssen aber feststellen, daß es immer weniger alltägliche Zusammenhänge gibt, in denen Kreativität und Kultur gelebt werden. Ich habe lange Zeit im ländlichen Bereich gearbeitet. Dort war es bis in die 60er Jahre hinein noch üblich, daß man auf goldenen Hochzeiten und anderen großen Festen Theater gespielt oder Sketche vorgeführt hat, ohne daß ein Theaterpädagoge zeigen mußte, wie man das macht. Heute werden solche Aktivitäten immer seltener. Das alltägliche Singen, Theaterspielen und Tanzen (ohne professionelle Anleitung) wird immer weniger tradiert. Das hat seine Gründe in der Individualisierung, der Enttraditionalisierung usw., die ich hier nicht weiter ausführen möchte. Von der Tatsache aber, so denke ich, müssen wir ausgehen. Wenn wir wollen, daß Alltagskreativität für uns wieder lebbar bzw. benutzbar wird, müssen wir dazu etwas tun. Das ist der Ansatz von Kulturpädagogik und Kulturarbeit.

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Copyright information

© Verlag Leske + Budrich, Leverkusen 1996

Authors and Affiliations

  • Hermann Voesgen

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