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Versuch einer eigenen Formulierung und Darstellung der spezifischen Merkmale des Wertbegriffes

  • Waldemar Wittmann
Chapter
Part of the Beiträge zur betriebswirtschaftlichen Forschung book series (BBF, volume 2)

Zusammenfassung

Da das eigene betriebswirtschaftliche Fachgebiet keine befriedigende Lösung der aufgeworfenen terminologischen Probleme geben kann, wäre es naheliegend, sich bei den zunächst dafür in Frage kommenden Wissenschaften um diesbezüglichen Rat umzusehen. In Betracht kämen hierfür einmal die Nationalökonomie als ältere Schwesterwissenschaft der Betriebswirtschaftslehre und zum anderen die Philosophie, die in ihrer Eigenschaft als Grundwissenschaft auch zu diesem Problem Stellung genommen hat.

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Literatur

  1. 219.
    Vgl. Polak, N. J., Bewertungs- und Bilanzprobleme. In: ZfB, 3. Jg. 1926, S. 1–22.Google Scholar
  2. 220.
    Vgl. Artikel „Wert“ im Hdwb. d. Staatsw., 4. A., Bd. VIII 1928, S. 1005.Google Scholar
  3. 221.
    Vgl. Barone, a. a. O., S. 42.Google Scholar
  4. 222.
    Muhs, der an sich gegen Gottl-Ottlilienfeld als Verteidiger der Wertle/hre auftritt, beklagt, daß „die deutsche theoretische Wimehaftswissenschaft seit mehr als einem halben Jahrhundert ihr Gepräge durch eine weitreichende Vorgeltung des Wertproblems erhält. Der Wert stand im Mittelpunkt der literarischen Diskussionen, unendlich viel Scharfsinn und Papier ist auf seine Deutung verwandt worden. Zu einer Klärung der Anschauungen ist man dennoch nicht gelangt. Ähnlich wie im Bereich der Kapital- und Zinslehre bleibt die Zahl der konstruierten Theorien kaum hinter derjenigen der Theoretiker zurück.“ Muhs, Karl, Die ‚wertlose‘ Nationalökonomie. Eine Auseinandersetzung mit Fr. v. Gottl-Ottlilienfeld. In: Jb. f. Nationalök. u. Stat., 129. Bd., 1928, S. 801.Google Scholar
  5. 223.
    „Die Philosophie nimmt den Ausdruck ‚Wert‘ aus der Umgangssprache.“ Bommersheim, a. a. O., S. 1.Google Scholar
  6. 224.
    „Welcher Art sind nun die Merkmale, was sind nun die Tatsachen, die sich für den Begriff des Wertes in Anspruch nehmen lassen? Darüber gehen die philosophischen Schulen gänzlich auseinander.“ Kraft, Grundlagen, a. a. O., S. 3.Google Scholar
  7. 225.
    Bei Durchsicht einschlägiger philosophischer Veröffentlichungen meint Heyde, biete sich „ein geradezu trostloses Bild“. Heyde, Grundlegung, a.a.O., S. 2. (Heyde, [Johannes] Erich, Grundlegung der Wertlehre, Leipzig 1916.)Google Scholar
  8. 226.
    Vgl. Kraus, O., Die aristotelische Werttheorie in ihren Beziehungen zu den Lehren der modernen Psychologieschule. In: Z. f. d. ges. Staatsw., 61. Jg. 1905, S. 573–592.Google Scholar
  9. 227.
    Vgl. Heyde, Grundlegung, a. a. O., S. 1.Google Scholar
  10. 228.
    Vgl. Kraft, a. a. O., S. 2. Heyde nennt den Ausdruck Wert ein Mode- und Schlagwort, dem eine fast zur Unkenntlichkeit entstellte Verschwommenheit und Unklarheit zuteil geworden sei. (Heyde, [Johannes] Erich, Wert, a. a. O., S. 9.)Google Scholar
  11. 229.
    Hasenack, Wilhelm, Methoden- und Entwicklungsprobleme der Betriebswirtschaftslchre. In: Aktuelle Betriebswirtschaft. Festschrift für Konrad Mellerowicz, Berlin 1952, S. 27.Google Scholar
  12. 230.
    Hasenack, Wilhelm, Methoden- und Entwicklungsprobleme der Betriebswirtschaftslchre. In: Aktuelle Betriebswirtschaft. Festschrift für Konrad Mellerowicz, Berlin 1952, S. 27.Google Scholar
  13. 231.
    „Daran also müssen wir festhalten, daß das Wort ‚Wert‘ in jedem Falle eine Beziehung (Relation) bedeute, und zwar eine Beziehung zwischen dem ‚Wertvollen‘ Gegenstand und einem Bewußtsein.“ Heyde, Grundlegung, a.a.O., S. 18.Google Scholar
  14. 232.
    „Das Subjekt kann alles zum Wertobjekt machen, auch sich als objektiv erfaßtes Zentrum seiner Handlungen, also auch seine Handlungen.“ Wyler, Julius, Die ‚subjektive‘ und die ‚objektive‘ Seite der Grenznutzungstheorie. In Z.f.N., 2. Bd., 1931, S. 337.Google Scholar
  15. 233.
    „Vernichtet man, was Wert hat, sowie das, in bezug auf das es ‚Wert‘ hat, so bleibt nichts [gesp. i. Orig.] übrig.“ Heyde, Grundlegung, a. a. O., S. 20.Google Scholar
  16. 234.
    Vgl. Heyde, Johannes Erich, Wert. Eine philosophische Grundlegung. Erfurt 1926, S. 76 f.Google Scholar
  17. 235.
    „Werten (Werthalten) ist nichts Psychologisches, sondern eben, weil es nicht die Seele als solche kennzeichnet, sondern ein Wissen eines besonderen Gewußten bedeutet, etwas Logisches.“ [Sperrungen im Orig.] Heyde, Grundlegung, a.a.O., S.51.Google Scholar
  18. 236.
    Vgl. Heyde, Grundlegung, a. a. O., u. a. S. 80 ff.Google Scholar
  19. 237.
    Ähnlich auch Wyler, a. a. O., S. 335: „Ursprünglich konstituiert und elementar erlebt wird vom Subjekt jeder Wert im Gefühl der Lust und Unlust.“Google Scholar
  20. 238.
    Lust verstanden im angedeuteten weiten Sinne.Google Scholar
  21. 239.
    Vgl. auch Kraft, a. a. O., S. 8.Google Scholar
  22. 240.
    Vgl. Kraft, a. a. O., S. 8.Google Scholar
  23. 241.
    Vgl. S. 52 f.Google Scholar
  24. 242.
    Vgl. auch Kraft, a. a. O., S. 192 ff.Google Scholar
  25. 243.
    Wyler, a. a. O., S. 336.Google Scholar
  26. 244.
    „Wir finden indessen in unserer Erfahrung einen Wert vor, der über den zeitgebundenen Gefühlen und Wertschätzungen steht und dem Objekt wie eine Eigenschaft zukommt.“ Wyler, a. a. O., S. 336.Google Scholar
  27. 245.
    Dürr, Zur Frage der Wertbestimmung. In: Arch. f. ges. Psych., Jg. 1905, S. 287.Google Scholar
  28. 246.
    Wyler, a. a. O., S. 339.Google Scholar
  29. 247.
    „Der Wert ist keine dem Gut anhaftende objektive Eigenschaft; er drückt vielmehr eine Beziehung zwischen dem Gut und dem Menschen aus.“ Stackeiberg, Heinrich v., Die Entwicklungsstufen der Werttheorie. In: Schweiz. Z. f. Volksw. u. Stat., 83. Jg., 1947, S.3.Google Scholar
  30. 248.
    Vgl. auch Heyde, Grundlegung, a. a. O., S. 19.Google Scholar
  31. 249.
    Zu einer anderen, dualistischen Auffassung vom Wesen des Wertes kommt Heyde in seinen Untersuchungen. Er zerlegt den Wert in zwei Gruppen; einmal in Wert I = Zweckdienlichkeit, verknüpft mit Lust (im Lichte der Lust stehend) und sodann in Wert II = Lust plus besondere Innenempfindung. (Wert I z. B. Wert einer Bremse im Kraftwagen; Wert II = Wert eines Gemäldes.) In beiden Fällen stehen also die Werte „im Lichte der Lust“ (vgl. Grundlegung, a.a.O., S. 81 u. 92 ff.), zu Wert II tritt aber noch ‚besondere Innenampfindung‘. Nun ist ‚Lust‘ bereits ein so komplexer Begriff, daß es schwierig sein dürfte, fallweise zwischen Lust und ,besonderer Innenempfindung‘ (Heyde nennt es manchmal auch ‚eigentümlich zumute sein‘) unterscheiden zu wollen, besonders da Heyde kein Kriterium für eine Trennung der beiden Arten im Emotionalen gibt. Uns scheint es, als ob die ,besondere Innenempfindung‘ schon im Begriff der Lust enthalten ist und man sich mit der Vorstellung begnügen müßte, daß Empfindungen vorhanden sind, die als Wertbeziehungen sich darstellen; jedenfalls solange noch, als man darüber keine näheren Aussagen machen kann.Google Scholar
  32. 251.
    Vgl. auch Heyde, Grundlegung, a.a.O., S. 123 f.Google Scholar
  33. 250.
    «Pourquoi disons-nous que la graduation des plaisirs doit se référer à un moment donné? Parce que la sensibilité humaine est sujette à variations et que dans un deuxième moment les mêmes plaisirs pour la même personne pourraient se ranger d’après un ordre de préférence différent.» Ricci, Umberto, Éléments d’économie politique pure, théorie de la valeur. Milano 1951, S. 39.Google Scholar
  34. 252.
    Ricardo hat seinem Mißlingen auf diesem Gebiet kurz vor seinem Tode in einem Brief an Malthas Ausdruck gegeben: „Meine Kritik an Ihnen gilt nur der Behauptung, einen zuverlässigen Wertmesser gefunden zu haben; ich bestreite das, behaupte aber nicht, daß es mir gelungen und Ihnen mißlungen ist... Ich bediene mich eines Arguments,... das ebensowohl gegen meinen Wertmaßstab vorgebracht werden kann wie gegen Ihren, ich meine das Argument, daß es in Wirklichkeit keinen Maßstab für absoluten Wert gibt.“ In: Letters of David Ricardo to Thomas Robert Malthus. 1810–1823, hrsg. von Bonar, Oxford 1887, S. 237. Zit. nach Myrdal, Gunnar, Das politische Element in der national-ökonomischen Doktrinbildung. Obers, von Gerhard Mackenroth, Berlin 1932, S. 121.Google Scholar
  35. 253.
    Vor allem De Qincey, vgl. Myrdal, a. a. O., S. 105.Google Scholar
  36. 254.
    Vgl. Amonn, a.a.O., S. 20–21 (Fußnote) und S. 26 (Fußnote).Google Scholar
  37. 255.
    Vgl. Heyde, Grundlegung, a.a.O., S. 138 ff.Google Scholar
  38. 256.
    Auf einige Mißverständnisse, die auf eine unterschiedliche Auffassung über die Bedeutung von ‚subjektiv‘ zurückzuführen sind, weist z. B. Back hin. Vgl. Back, a. a. O., S. 45 f. und S. 52.Google Scholar
  39. 257.
    Die Behauptung und Feststellung solcher absoluter Werte bereitete den Fachphilosophen schon immer erhebliche Schwierigkeiten. Es gelang ihnen nur dadurch, daß man die absoluten Werte als „eine ganz eigene Art von Gegenständen [faßte], durchaus verschieden von allem erfahrbaren Wirklichen und demgemäß auch in einer eigenen Art von Erkenntnis zu erfassen, in einer emotionalen Intuition a priori, nicht in einer psychologischen Empirie aus den Tatsachen des Werterlebens zu gewinnen“ (Kraft, a. a. O., S. 6 f.). Einig sei man sich nach Kraft (an derselben Stelle) auch darin, „daß die [absoluten] Werte etwas ganz anderes als die Tatsachen der Wirklichkeit sind, Gegenstände von eigener, selbständiger Art“ (z. B. Scheler und Ricken).Google Scholar
  40. 258.
    Schopenhauer sagt dazu: „Nicht besser steht es mit dem absoluten Werth . . . Denn auch diesen muß ich ohne Gnade als contradiction in adjecto stämpeln.“ Schopenhauer, Arthur, Preisausschreiben über die Grundlagen der Moral, S. 631. In: Schopenhauers sämtlichen Werken. Hrsg. von Paul Deussen, München 1912.Google Scholar
  41. 259.
    „Ist nun Erkenntnis durch das Subjekt bedingt und selbst ganz und gar Bewußtseinsphänomen, so kann man der Konsequenz nicht wohl ausweichen, daß der Erkenntnisprozeß seine Wurzel im allgemeinen Bewußtseinsprozeß hat.“ Hartmann, Nicolai, Grundzüge einer Metaphysik der Erkenntnis. Berlin und Leipzig 1921, S. 14.Google Scholar
  42. 260.
    Vgl. hierzu die ausführliche Behandlung bei Heyde (Grundlegung, a. a. O., S. 138 ff.). Zu nur vier Kategorien bei dem gleichen Problem kommt Somló, Felix, Das Wertproblem. Sonderabdruck aus der Z. f. Philosophie und philosophische Kritik, Bd. 145, S. 3.Google Scholar
  43. 261.
    „Der Wert ist. .. die logische Gattung, zu welcher wirtschaftliche, ethische, ästhetische usw. die Arten bilden.“ Eisler, Rudolf, Grundlagen der Philosophie des Geisteslebens. In der Reihe: Philosophisch-soziologische Bücherei, Bd. VI, Leipzig 1908, S. 99.Google Scholar
  44. 262.
    Im einzelnen könnte man hier grob definieren: ethischer W. = aus dem Bestreben der Erhaltung und Höherentwicklung des Menschen entspringender W.; ästhetischer W. = aus den Gesetzen des Schönen sich ergebender W.; technischer W. = technische Größen und Relationen ausdrückender W.; wirtschaftlicher W. = wirtschaftliche Beziehungen angebender W.Google Scholar
  45. 263.
    Grundlegung, a.a. O., S. 23.Google Scholar
  46. 264.
    Vgl. Gottl-Ottlilienfeld, Wirtschaft als Leben, a. a. O., S. 32 f.Google Scholar
  47. 265.
    „Ein Edelstein, eine Titelauszeichnung, ein Modellkleid haben nur darum Wert, weil sie selten sind.“ Wyler, a. a. O., S. 341.Google Scholar
  48. 266.
    Über Unterschiede zwischen den Begriffen Knappheit und Seltenheit vgl. Wyler, a. a. O., S. 341 f.Google Scholar
  49. 267.
    Die Grenznutzenschule setzt Knappheit allgemein als Bedingung des Wertes. Vgl. auch Böhm-Bawerk, Artikel „Wert“, a.a.O., S. 1000.Google Scholar
  50. 268.
    Somló, a. a. O.Google Scholar
  51. 269.
    Bommersheim, a. a. O.Google Scholar
  52. 270.
    Vgl. Somló, a. a. O., S. 1.Google Scholar
  53. 271.
    Für sie ergibt sich eine überindividuelle Gültigkeit auf Grund sozialer Anerkennung. (Vgl. Kraft, a. a. O., S. 199.)Google Scholar
  54. 272.
    Der Titel sollte lauten: Die Wertlehre als Grundlage der Betriebswirtschaftslehre.Google Scholar
  55. 273.
    Vgl. Weiß, F. X., Nachtrag z. Artikel „Wert“ im Hdwb. d. Staatsw., 4. A., Bd. VII, 1928, S. 1007.Google Scholar
  56. 274.
    Dies sind zwei getrennte Probleme. Es ist notwendig, sich dies vor Augen zu- halten und eine Trennung durchzuführen. Vgl. auch Amonn, a. a. O., S. 20.Google Scholar
  57. 275.
    Morgenstern, Oskar, Die drei Grundtypen der Theorie des subjektiven Wertes. In: Probleme der Wertlehre, 1988., S. 9 f.Google Scholar
  58. 276.
    Dies soll allerdings nicht zum Ausdruck bringen, daß bei den Grenznutziern eine einheitliche Wertlehre vorliegt. Die Ansicht von Morgenstern wurde hier nur herangezogen, weil er diese anläßlich der Tagung des Vereins f. Sozialpolitik gewissermaßen als Repräsentant der subjektiven Wertlehre äußerte, sie also von persönlichen Momenten weniger berührt sein dürfte als andere.Google Scholar
  59. 277.
    Zum Beziehungscharakter des subj. Wertes vgl. auch Weiß, Nachtrag zum Artikel „Wert“, a.a.O., S. 1007.Google Scholar
  60. 278.
    Vgl. Böhm-Bawerk, Eugen v., Artikel „Wert“ i. Hdwb. d. Staatsw., 4. A., Bd. VIII, Jena 1928, S. 989.Google Scholar
  61. 279.
    Böhm-Bawerk, Artikel „Wert“, a. a. O., S. 989.Google Scholar
  62. 280.
    Diehl, Karl, Einleitung zu „Ausgewählte Lesestücke zum Studium der politischen Ökonomie“. Hrsg. v. Diehl u. Mombert. 4. Bd., Jena 1923, S. 24.Google Scholar
  63. 281.
    Vgl. Mayer, Hans, Artikel „Bedürfnis“. In: Hdwb. d. Staatsw., 4. A., Bd. II, Jena 1924, S. 455.Google Scholar
  64. 282.
    Vgl. Morgenstern, a. a. O., S. 14.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen 1956

Authors and Affiliations

  • Waldemar Wittmann
    • 1
  1. 1.Frankfurt am MainDeutschland

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