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Die Umgangssprache als Prüfstein bei der Begriffsklärung

  • Waldemar Wittmann
Chapter
Part of the Beiträge zur betriebswirtschaftlichen Forschung book series (BBF, volume 2)

Zusammenfassung

Die eben getroffene Entscheidung für eine Begriffsklärung läßt noch nicht erkennen, welcher Art das Vorgehen sein muß, auf Grund dessen es gelingt, einen für den Terminus Wert typischen Begriffsinhalt aufzufinden. Damit hat sich nun dieser Abschnitt auseinanderzusetzen.

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Literatur

  1. 194.
    „Werte also, die ihrer Höhe nach nicht dem Marktzeitwert entsprechen, sind keine Werte.“ Wert und Wertung, a. a. O., S. 20.Google Scholar
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    Hierfür gibt es auch in unserer Wissenschaft Beispiele, so z. B. bei Gutenberg, wenn er seine verschiedenen Produktionsfunktionen als solche des Typs A, B, C bezeichnet, ohne ihnen spezielle Termini zuzuordnen. Vgl. Gutenberg, Grundlagen, a. a. O., S. 220 ff.Google Scholar
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    Preiser bemerkt bei seiner Untersuchung des Kapitalbegriffes im Hinblick auf den Wertbegriff, daß man das Wort benutzen könne, wie man wolle, solange genau angegeben wird, was damit gemeint wird. Preiser fährt nun aber fort: „Jedoch, die Sprache ist nicht nur Denk-, sondern auch Verständigungsmittel. Die Freiheit der Begriffsbildung, die der individuellen Forschung nützlich sein mag, behindert die Verständigung. So bleibt das Bedürfnis, eine gemeinsame Plattform zu finden.“ Preiser, Erich: Der Kapitalbegriff und die neuere Theorie. In: Die Unternehmung im Markt. Stuttgart 1953, S. 14.Google Scholar
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    Schon Friedrich Julius von Neumann, der sehr beachtliche Ausführungen zum Wertproblem gemacht hat, wendet sich gegen die Nachlässigkeit mancher Autoren auf diesem Gebiet: „Nicht wenige haben umfangreiche Abhandlungen, ja große Werke über ‚den Wert‘ geschrieben, ohne es auch nur der Mühe wert erachtet zu haben, darüber nachzudenken, was sie eigentlich suchten, was sie erkennen, was sie lehren wollten, und welche Mittel sie hatten, das Ziel zu erreichen.“ [Sperrungen im Original.] Grundlagen der Volkswirtschaftslehre. Bd. I, Tübingen 1889, S. 125.Google Scholar
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    „Die erste Aufgabe einer wissenschaftlichen Wertlehre muß die sein, den Begriff des Wertes selbst klarzustellen.“ Kraft, Viktor: Die Grundlagen einer wissenschaftlichen Wertlehre, Wien 1937, S. 1.Google Scholar
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    Vgl. hierzu auch Back, Josef, Der Streit um die nationalökonomische Weltlehre, Jena 1926, Vorwort.Google Scholar
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    Lorentz arbeitet in seiner bereits erwähnten Untersuchung zur Vereinheitlichung der betriebswirtschaftlichen Terminologie zwei Methoden zur Terminierung von Begriffen aus, die den beiden weiter oben angegebenen Möglichkeiten entsprechen: 1. Ermittlung der Begriffe, ausgehend vom Sprachgebrauch. 2. Ausgehend von einem bestimmten Sachverhalt wird ein geeigneter Name dafür gesucht. (Hier also Vorherrschen des Zweckgesichtspunktes.)Google Scholar
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    Vgl. Gottl-Ottlilienfeld, Wirtschaft als Leben, a. a. O., Betgleitwort S. XII.Google Scholar
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    Vgl. Kraft, a. a. O., S. 12.Google Scholar
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    Einen ähnlichen Weg schlägt übrigens auch Arnold Winkler, der Ordinarius für Wirtschaftsgeschichte an der Hochschule für Welthandel in Wien, bei seinem Studium zum Wesen der Begriffe ein. Er ist der Ansicht, daß „die Erkenntnissuche gut daran tun wird, sich auf den Erstsinn ihrer Fachwörter zurückzuziehen, um ihrem Ziele so nahe wie möglich zu kommen.“ Dies kann mit Hilfe der Etymologie erreicht werden. Winkler, a. a. O., S. 79.Google Scholar
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    „Im großen ganzen jedoch muß das Urteil dahin gefällt werden, daß der Sprachgeist innerhalb des Gebietes, von dem wir jetzt handeln [Geisteswissenschaften, spez. Wirtschaftswissenschaften, im Gegensatz zu den Naturwissenschaften, wo die Begriffe vom Sprachgebrauch sich emanzipierten], vom wissenschaftlichen Geist noch nicht überholt, ja daß er von diesem noch lange nicht erschöpft würde.“ Wieser, Friedrich v.: Gesammelte Abhandlungen, hrsg. v. Friedria) A. v. Hayek. Tübingen 1929. — Die wissenschaftliche Bedeutung der Sprachbegriffe, S. 5.Google Scholar
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    Bommersheim, Paul, Wertrecht und Wertmacht, Berlin 1931, S. 2 f.Google Scholar
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    v. Wieser, der bei der Untersuchung des Wertbegriffes ähnlich verfährt, sagt hierzu: „Gerade die allgemeinsten, das will sagen die wichtigsten Fakta müssen es daher sein, hinsichtlich welcher der allgemeine Sprachgebrauch den größten Einfluß ausübt. Sie werden fast durchaus in Anlehnung an den gemeinen Wortsinn ihrer Namen untersucht. Die Begriffsbestimmungen, die man aufstellt, sollen fast immer beides zugleich sein, Feststellungen des Wesens der Dinge und Definitionen des Sprachgebrauchs.“ Speziell zum Wert sagt er, daß er es „nicht allein für ersprießlich, sondern sogar für unerläßlich [hält], die Untersuchung der Werterscheinungen mit einer Untersuchung der sprachüblichen Wertbegriffe einzuleiten“. A. a. O., S. 2.Google Scholar
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    „Wir haben die Freiheit, einen bestimmten Begriff mit einem beliebigen Namen zu bezeichnen, keineswegs für alle Begriffe einer Theorie, sondern nur für diejenigen, die durch eine Definition ausdrücklich auf andere, schon als bekannt vorausgesetzte Begriffe zurückgeführt werden. Um überhaupt verständlich zu sein, muß eine Theorie stets einen Schatz von Begriffen, die für den gerade vorliegenden Zweck hinreichend klar gelten können, aus der Umgangssprache entnehmen und kann mit ihrer Hilfe eine relativ kleine Zahl von Begriffen genau definieren.“ Weizsäcker, Carl Friedrich v.: Zum Weltbild der Physik, 5. A., Stuttgart 1951, S. 53 f.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen 1956

Authors and Affiliations

  • Waldemar Wittmann
    • 1
  1. 1.Frankfurt am MainDeutschland

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