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Verhaltensanomalien

  • Christian Röckemann

Zusammenfassung

Grundlage aller Modelle der traditionellen Kapitalmarkttheorie ist der Rational Economic Man (REM). Diese Vorstellung ist das Grundparadigma der Wirtschaftswissenschaften (Gordon 1965, S.123)76. Sie hat in der Volkswirtschaftslehre Tradition und wird als Handlungsmaxime für viele Wirkungsbereiche des Menschen angenommen (siehe z.B. Becker 1976). “Rational Economic Man, in brief, is a selfish utility maximizer who makes completely use of available information in order to select the most highly valued position open to him/her” (MacFayden 1986, S.25). Kern des REM ist das nutzenmaximierende Verhalten innerhalb eines vorgegebenen Rahmens.

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Literatur

  1. 76.
    Derartig äußern sich auch z.B. Hogarth/Reder (1987), Drukarczyk (1980), Franke/Hax (1988), Schmidt (1986).Google Scholar
  2. 77.
    Für einen Überblick siehe Wiswede (1991, S.61–113), ausführlicher Zimbardo (1983).Google Scholar
  3. 78.
    Die Encyclopedia Britannica beschreibt eine Heuristik als eine “problemlösende Prozedur, die zu einer hypothetischen Antwort über ein Problem führt” (zitiert nach Gross 1991, S.C-1582).Google Scholar
  4. 79.
    Einen Überblick und Literaturhinweise zu Verhaltensanomalien gibt Oehler (1992).Google Scholar
  5. 80.
    Hierunter einzuordnen ist auch die sog. Base Rate-Fallacy (Bar-Hillel 1980, Hinsz/Tindale/Nagao/Robertson 1988).Google Scholar
  6. 81.
    Dies ist um so bedeutender, als gerade jene Gruppe als Meinungsführer einen besonderen Einfluß auf Entscheidungen anderer Kapitalanleger ausübt. Siehe dazu die Darstellung der interpersonellen Anomalien im Anschluß.Google Scholar
  7. 82.
    Die Invarianz der Entscheidung gegenüber der Alternativenpräsentation ist im Rahmen rationalen Entscheidens so selbstverständlich, daß sie zumeist nicht einmal explizit als Axiom rationalen Handelns angeführt wird (Thaler 1987a, S.107).Google Scholar
  8. 83.
    Vergleichbares Verhalten findet Skinner (1948) auch bei Tieren.Google Scholar
  9. 84.
    Dieses mitkoppelnde Verhalten stellt eine der Verhaltensweisen dar, die im Noise Trading-Ansatz modelliert werden (vgl. Kapitel 5).Google Scholar
  10. 85.
    Eine direkte Verbindung ergibt sich auch hier zur Überreaktionsthese von De Bondt/Thaler (1985).Google Scholar
  11. 86.
    Eine Reihe verschiedener Beispiele für derartiges Verhalten geben Maas/Weibler (1990).Google Scholar
  12. 87.
    Hierbei ergibt sich eine Verbindung zur Verfügbarkeitsheuristik, da der Anker sich durch eine hohe Verfügbarkeit auszeichnet.Google Scholar
  13. 88.
    Zur Prospect-Theory siehe ausfuhrlicher Abschnitt 4.5..Google Scholar
  14. 89.
    Kahneman/Tversky erfassen dies in der Prospect-Theorie durch eine asymmetrische Wertfunktion (z.B. Kahneman/Tversky 1984, Tversky/Kahneman 1991).Google Scholar
  15. 90.
    Dabei kann die Differenz nicht allein durch strategisches Denken, Transaktionskosten oder Einkommenseffekte erklärt werden (Oehler 1992, S.105).Google Scholar
  16. 91.
    Diese Verknüpfung zu Preis-Volumen-Beziehungen sehen vor allem Weber/Camerer (1991).Google Scholar
  17. 92.
    Einen ergänzenden Ansatz der “Competence” entwickeln Heath/Tversky (1991). Verbindungen zu anderen Verhaltensanomalien ziehen Einhorn/Hogarth (1987) und Schachter/Hood/Andreassen/Gerin (1986).Google Scholar
  18. 93.
    Den Einfluß von Meinungsführern — Gurus — auf einen gesamten Markt beschreibt Denton (1985) sehr anschaulich in einer Fabel.Google Scholar
  19. 94.
    Beispiele bekannter Gurus bieten Snow/Parker (1984, S. 162–163).Google Scholar
  20. 95.
    Ein Modell der Massenkommunikation wurde bereits von Lazarsfeld/Berelson/Gaudet (1948) formuliert. Es scheint auch auf die Informationsausbreitung am Aktienmarkt anwendbar zu sein (Snow/Parker 1984, S.162).Google Scholar
  21. 96.
    Die Auswirkungen von Gruppenentscheidungen auf die Base Rate-Fallacy untersuchen Argote/Devadas/ Melone (1990).Google Scholar
  22. 97.
    Er diskutiert dies unter dem Begriff der “Convergence Theory”.Google Scholar
  23. 98.
    Dieses kann auch rational begründet werden (Trueman 1992).Google Scholar
  24. 99.
    Der Begriff des Herding wird synonym für gleichgerichtetes Anlegerverhalten verwendet. Adler/Adler (1984, S.196) sprechen auch von “Sheep Mentality”.Google Scholar
  25. 100.
    Der Frage, ob Marktpreise stets die gesamte private Information widerspiegeln, gehen eine Reihe theoretischer Arbeiten nach (z.B. Grossman/Stiglitz 1976, Hellwig 1980, Diamond/Verrechia 1981).Google Scholar
  26. 101.
    Üblicherweise ergibt sich bei Effizienz des Marktes genau das Gegenteil. Bei langem Horizont versucht jeder Anleger Information zu erhalten, die kein anderer besitzt (Froot/Scharfstein/Stein 1992).Google Scholar
  27. 102.
    Eines der bedeutendsten Modelle ist das von Kermack/McKendrick (1927), einen Überblick bietet Bailey (1975).Google Scholar
  28. 103.
    Eine Darstellung des Bubbles-Ansatzes bietet Abschnit 5.3.2..Google Scholar
  29. 104.
    Modelle mit unrationalen Anlegern werden daher vielfach auch Fads- und Fashions-Model le genannt (siehe z.B. Shiller 1984).Google Scholar
  30. 105.
    Siehe dazu z.B. Russell/Thaler (1985, S. 1074).Google Scholar
  31. 106.
    Damit ist die ceteris paribus-Bedingung stets erfüllt.Google Scholar
  32. 107.
    Dies betrifft z.B. den Einsatz realen Vermögens versus Spielgeld.Google Scholar
  33. 108.
    Als Beispiel mag das Preference-Reversal dienen. Es zeigt sich auch bei hohen finanziellen Anreizen und in realer Umgebungsituation (Spielsalon in Las Vegas; Lichtenstein/Slovic 1971).Google Scholar
  34. 109.
    Fit werden im evolutorischen Sprachgebrauch solche Strategien genannt, “which perform well against the population” (Blume/Easley 1992, S. 10).Google Scholar
  35. 110.
    Es ergeben sich dann z.B. Fragen nach Anbietern und Nachfragern von Information oder der Existenz von Informationsbetrieben (Bessler 1985).Google Scholar
  36. 111.
    Eine Variante der bekannten Erwartungsnutzentheorie, die kompatibel mit einigen Verhaltensanomalien ist, stellt Machina (1982) vor.Google Scholar
  37. 112.
    So z.B. der Transaktionskostenansatz von Williamson (1975) oder der Ansatz von Cyert/March (1963).Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Christian Röckemann

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