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Die Partnerschaftszufriedenheit in Stieffamilien

  • Markus Teubner
Part of the Deutsches Jugendinstitut Familien-Survey book series (DJIFAM, volume 10)

Zusammenfassung

Die Beziehung zwischen leiblichem Elternteil und neuem Partner kann als eine relativ intensiv erforschte Beziehungsebene gelten. Allerdings fördern die zumeist qualitativen Untersuchungen über eheliche Stieffamilien höchst unterschiedliche Ergebnisse zu Tage. So schreibt Klein-Allermann (1992), dass sich zwischen Erst- und Zweitehen auf Paarebene hinsichtlich der Ehezufriedenheit keine Unterschiede feststellen lassen und Männer ihre aktuelle Zufriedenheit sogar höher bewerten als in ihrer ersten Ehe. Im Gegensatz dazu steht die These von Cherlin, wonach Stiefkinder die Ehezufriedenheit senken und die Scheidungsbereitschaft — anders als leibliche Kinder — erhöhen (Walper, 1993, S. 430 f.). Für das höhere Scheidungsrisiko von Stieffamilien werden verschiedene Gründe angeführt. Problematisch für die Paarbeziehung ist oftmals das Fehlen einer Kennenlernphase. Während in Kernfamilien die Partner vor der eigentlichen Familiengründung eine längere Phase als kinderloses Paar erleben, findet bei Stieffamilien die Paar- und Familienbildung gleichzeitig statt (Maier-Aichen/Friedel, 1993). Darüber hinaus wirken sich Konflikte in der Beziehung zwischen dem Stiefelternteil und den Kindern stärker auf die Paarbeziehung aus als in Kernfamilien. Gelingt es dem neuen Partner nicht, möglichst schnell eine gute Beziehung zu den Kindern aufzubauen, dann ist die Erwachsenenbeziehung gefährdet (Schattner/Schumann, 1988, S. 82). Auch das Fehlen von Normen für Stieffamilien wird als weiteres Belastungsmoment genannt. Furstenberg und Spanier sehen dagegen nicht so sehr die besonderen Schwierigkeiten von Stieffamilien als Ursache für das höhere Scheidungsrisiko. Ihren Untersuchungen zufolge sind es vielmehr die Erfahrungen der Eltern aus vorangegangen Partnerschaften, die wesentlich zur Instabilität der Stieffamilie beitragen. Durch die erste Ehescheidung wird ein Personenkreis selektiert, bei dem in besonderem Maße Faktoren feststellbar sind, die die Stabilität der Ehe negativ beeinflussen (Blüml/Gudat/ Schattner, 1993, S. 17 f.). Auch Klein (1992) konnte anhand quantitativer Analysen zeigen, dass in Deutschland das höhere Scheidungsrisiko von Zweitehen nicht auf Stiefkinder zurückzuführen ist. Vielmehr dürfte das Fehlen gemeinsamer Kinder eine Ursache für das höhere Scheidungsrisiko von Stieffamilien sein.

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© Leske + Budrich, Opladen 2002

Authors and Affiliations

  • Markus Teubner

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