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Zusammenfassung

Das Leitkonzept der umweltpolitischen Debatte der letzten Jahre ist das des „Sustainable Development“ oder der „Nachhaltigen Entwicklung“. Obwohl nicht eindeutig und unumstritten in seiner genauen Bedeutung, zielt es im Kern doch darauf, die gesellschaftliche (z.B. die wirtschaftliche) Entwicklung weltweit auf ihre ökologische Verträglichkeit, ihre soziale Gerechtigkeit und ihre zeitliche Dauerhaftigkeit zu überprüfen — und gegebenfalls umzubauen. Der Sustainability-Diskurs hat dazu geführt, daß umwelt- und entwicklungspolitische Fragestellungen — lange Zeit voneinander isoliert — zusammengeführt wurden. Außerdem — und das ist für das im Titel genannte Thema besonders wichtig — hat er deutlich gemacht, daß die Konsum- und Lebensweisen der westlichen Industrieländer nicht mehr ungebrochen als Entwicklungsleitbild für die weniger entwickelten Länder dienen kann. Der Umweltdiskurs, der in Ländern wie der Bundesrepublik lange Jahre hinweg über technische Großanlagen und Schadstoffemissionen geführt wurde, ist dadurch erheblich erweitert worden: Wer über Produktionsbedingungen sprechen will, darf über Produkte und Produktkontexte nicht schweigen.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1998

Authors and Affiliations

  • Fritz Reusswig

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