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Unterschiede in der Arenafärbung

  • Susanne Benzler
  • Hubert Heinelt

Zusammenfassung

Schon in den einzelnen Städtestudien (und vor allem in den Zusammenfassungen zu den Städten Hannover, Sulzbach-Rosenberg, Marburg und Esslingen) dürfte deutlich geworden sein, daß die besondere Ausgestaltung der örtlichen Arbeitsmarktpolitik durch eine je spezifische Zusammensetzung der “Faktoren der Arenafärbung” bzw. ein je spezifisches Zusammenspiel der drei Teilarenen bestimmt wurde.

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Literatur

  1. 1).
    Hier können nur vorsichtige Hypothesen entwickelt werden, die sich aus der Beobachtung des jeweiligen Policy-Output, aber auch aus der Selbstinterpretation der beteiligten Akteure ergeben. Da die Stadtverwaltungen (resp. Landesverwaltung) relativ groß sind, die Akteurskonstellation innerhalb der (nicht immer einheitlichen) Stadtverwaltungen aufgrund der Größe also nicht leicht überschaubar ist, wären weitere Erkundigungen notwendig, um die hier aufgestellten Hypothesen eindeutig zu verifizieren.Google Scholar
  2. 2).
    Leibfried und Tennstedt unterteilen sozialstaatliche Aktivitäten in “Armen- und Arbeiterpolitik”: die sozialen Sicherungen sind auf die Personen ausgerichtet, die auch auf dem Arbeitsmarkt integriert sind; wer herausfallt, fallt der finanziell und rechtlich wesentlich schlechter ausgestatteten Armenpolitik anheim, vgl. Leibfried/Tennstedt 1985b, 13 ffGoogle Scholar
  3. 3).
    Das kann keine allgemeine Einschätzung der Handlungsweise der IG Metall auf der Dortmunder Ebene sein. Gegen sie spricht z.B. die interessante Organisation der IG Metall-Stadtteilgruppen in Dortmund, die innovatorische Ansätze zu einem erweiterten Interessenbegriff sowie zur Öffnung gegenüber anderen Milieus bieten könnten, vgl. Niemeyer 1988, Negt u.a. 1989. Allerdings konstatiert Niemeyer “die geringe Eigenständigkeit und die zentralistischen Tendenzen der örtlichen Organisation. Es besteht ein patemalistisches, man könnte auch sagen feudales Verhältnis zwischen Ortsverwaltung und Stadtteilgruppen.” (Niemeyer 1988, 113)Google Scholar
  4. 4).
    Dies kann durchaus sinnvoll sein, wenn die Probleme einer solchen Förderung mit bedacht werden: sollen z.B. Arbeitslose selbständige Existenzgründungen betreiben, werden durch Förderprogramme meist Akademiker unterstützt, die das notwendige Vorwissen mitbringen.Google Scholar
  5. 5).
    Zum folgenden vgl. Franz 1989.Google Scholar
  6. 6).
    Von diesen Analysen ist der Abschnitt III.D.1.1. oben ebenfalls geprägt.Google Scholar
  7. 7).
    Das Arbeitslosenzentrum Leer ist ein weiterer wichtiger Akteur es vertritt die nicht arbeitende Arbeitnehmerschaft. Durch öffentliche Diskussionsveranstaltungen wirkt es als polarisierende Lobby für Arbeitslose.Google Scholar
  8. 8).
    Das Bonner Institut für Wirtschaft und Gesellschaft hat 1989 eine Studie zum Einfluß außerökonomischer Faktoren auf die Beschäftigung an den Beispielen der Arbeitsamtsbezirke Leer und Balingen vorgelegt, die hier nicht mehr berücksichtigt werden konnte, vgl. IWG 1989.Google Scholar
  9. 9).
    Mentalitätsunterschiede scheinen — will man regionalen Gesprächspartnern Glauben schenken -eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu haben.Google Scholar
  10. 10).
    Das Arbeiterzentrum vertrat die katholische Arbeiterschaft des Stadtteils Obenende (Mohrmann 1986a, 214 ff)Google Scholar
  11. 11).
    So stellte ein Architekt unentgeltlich Bauzeichnungen zum Bau der Historisch-Ökologischen Schulungsstätte zur Verfügung.Google Scholar
  12. 12).
    Die Abgrenzung gegenüber Ostfriesland mag auch eine gewisse Rolle spielen. Den Ostfriesen wird eine Anspruchsmentalität vorgeworfen, die im Gegensatz zur subsidiären Selbsthilfe des Emslandes stünde.Google Scholar
  13. 1).
    Wenn das Thema aber langfristig allein auf diese Weise aus der Diskussionarena heraus besetzt wird, kann dies zu einer Blockierung lokaler Aktivitäten führen, wie dies z.B. in Hannover bis Mitte der 80er Jahre weitgehend der Fall war.Google Scholar
  14. 2).
    Ferner wird — z.B. über parlamentarische Berichte und öffentliche Stellungnahmen — das Thema in der politischen Diskussion gehalten.Google Scholar
  15. 3).
    Darüber hinaus ist in Erinnerung zu rufen, daß es um die Vermittlung einzelner örtlicher Aktivitäten geht, die unterschiedlichen Politikfeldern zuzurechnen sind, innerhalb derer die Entwicklung von Aktivitäten jeweils unterschiedliche Stadien im Policy-Zyklus erreicht haben können. Z.B. werden Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit fast überall nicht mehr nur diskutiert, sondern bereits implementiert, während sich die Diskussion und die Programme zur Beschäftigung von Sozialhilfeempfängern auf den unterschiedlichsten Stufen des Policy-Zyklus bewegen.Google Scholar
  16. 4).
    Erklärung der Abkürungen: I = Implementationsarena, E = Entscheidungsarena, D = Diskussionsarena, > = Anstoß auf, () = passiv.Google Scholar
  17. 5).
    Bei der Unterscheidung von Politikinhalten treten zwei Schwierigkeiten auf: die eine ist begrifflich-allgemeiner Natur, die andere dem konkreten Untersuchungsgegenstand geschuldet. Bei der begrifflichen Schwierigkeit kommt es auf eine Anknüpfung bzw. Abgrenzung von gängigen Verwendungen der Kategorie Politikinhalt an. Im Unterschied zum üblichen Sprachgebrauch innerhalb der Policy-Analyse (vgl. Windhoff-Héritier 1987, 18 ff) geht es uns bei Politikinhalten nicht nur um Ergebnisse formaler Entscheidungsprozesse, die auch als Policy-Output bezeichnet werden. Denn da bei dem von uns entwickelten und verwendeten Arenakonzept der Policy-Begriff keiner “zeitlichen Differenzierung im Verlauf des Politikzykus” unterliegt (wie dies Windhoff-Héritier <1987, 18 > für die gängigen Policy-Analysen betont), sondern sich auf die Gesamtheit der Ergebnisse unterschiedlicher, interdependenter Ebenen von Politikprozessen bezieht, fassen wir unter Politikinhalten darüber hinaus auch die Resultate des unmittelbaren Durchführungshandelns (Policy-Ergebnisse oder Policy-Outcomes) sowie die mittel- und langfristigen (Policy-)Wirkungen (oder Policy Impacts). Wie sinnvoll diese begriffliche Weiterung zumindest für den Untersuchungsgegenstand ist, zeigt sich daran, daß wir Politikinhalte gar nicht bzw. nur in seltenen Fällen als Ergebnisse formeller Entscheidungsprozesse (als Programm) für sich, sondern nur im Kontext des unmittelbaren Durchführungshandelns sowie von Wirkungen untersuchen können — und dies nicht zuletzt auch im Zusammenwirken mit anderen formellen EntScheidungsprozessen sowie deren Umsetzung und Wirkungen. Dies steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der zweiten angesprochenen Schwierigkeit. Beim Untersuchungsgegenstand haben wir es nicht mit einem Politikfeld, mit einer nominellen, mit dem Instititionengefüge nach Zuständigkeiten zu verbindenden Policy, sondern mit einem neuen, sich aus unterschiedlichen gegebenen Politikfeldern zu tun — und dies auch noch örtlich in divergierender Ausformung. Politikinhalte lassen sich also allenfalls aus den verschiedenen Ergebnissen (mehrerer) formeller Entscheidungsprozesse, Resultaten von (vielfältigen) Durchführungshandlungen und (diffusen) Policy-Wirkungen zusammenfassen oder synthetisieren.Google Scholar
  18. 6).
    Vgl. dazu die Bemerkungen von Wilsford (1984) zu “offenen” und “geschlossenen” Arenen und ihrer Transformation.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1991

Authors and Affiliations

  • Susanne Benzler
  • Hubert Heinelt

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