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Staatslehre und Staatsmythos

Historische und aktuelle Vorbelastungen der Staatsdiskussion in der Bundesrepublik Deutschland
  • Wolfgang Seibel

Zusammenfassung

Wenn deutsche Wissenschaftler umstandslos vom „Staat” sprechen, so liegt darin eine gewissen Verwegenheit. Man tut so, als ob vom „Staat” in sachlichpragmatischer Weise die Rede sein könnte, ideologiefrei und konnotationslos.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. Christian Graf von Krockow: Staatsideologie oder demokratisches Bewußtsein. Die deutsche Alternative, in: Politische Vierteljahresschrift 1965, S. 118–131Google Scholar
  2. 2.
    Carl J. Friedrich: Demokratie als Herrschafts- und Lebensform, Heidelberg 1959Google Scholar
  3. 3.
    Ernst Cassirer: Der Mythus des Staates, Zürich 1949, S. 65Google Scholar
  4. 4.
    Ebd., S. 53Google Scholar
  5. 5.
    Der Kunsthistoriker Friedrich Möbius schreibt über die relative Selbständigkeit von Stilformen gegenüber unmittelbar interessengebundenen gesellschaftlichen Einflüssen von einem „semantischen ‚Grundinventar’ einer Kultur, das für alle Zeitgenossen verbindlich ist. (…) Das heißt: Es gibt einen Geist der Zeit. (…) Dort, wo es um den Bestand der Gesamtgesellschaft geht, müssen die antagonistischen Klassen ihre Konflikte im gemeinsamen Aufbau und in der unterschiedlichen Nutzung eines einheitlichen Zeichensystems austragen. Am Repertoire der symbolischen Formen partizipieren alle Angehörigen einer Gesellschaft nach dem Maß ihrer Stellung in der Sozialstruktur.” — Friedrich Möbius: Stil als Kategorie der Kunsthistoriographie, in: ders. (Hrsg.), Stil und Gesellschaft. Ein Problemaufriß, Dresden 1984, S. 8–50 (32)Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Karl Dietrich Bracher: Staatsbegriff und Demokratie in Deutschland, in: Politisehe Vierteljahresschrift 1966, S. 2 – 27;Google Scholar
  7. 6a.
    Ernst Fraenkel: Deutschland und die westlichen Demokratien, 7. Aufl., Stuttgart (usw.) 1979, insbesondere S. llff., 48ff.,Google Scholar
  8. 6b.
    Helga Gre-bing: Konservative gegen die Demokratie. Konservative Kritik an der Demokratie in der Bundesrepublik nach 1945, Frankfurt a.M. 1970;Google Scholar
  9. 6c.
    Martin und Sylvia Greiffenhagen: Ein schwieriges Vaterland. Zur Politischen Kultur Deutschlands, München 1979, ins-bes. S. 65ff. („Deutscher Staat — immer noch ‚Obrigkeit’?”); v. Krockow: Staatsideologie oder demokratisches Bewußtsein (FN 1), Kurt Sontheimer: Grundzüge des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland, München 1971, S. 74ff.; ders.: Deutschland zwischen Demokratie und Antidemokratie. Studien zum politischen Bewußtsein der Deutschen, München 1971. Ausdrücklich von „Staatsmythos” sprach Otto von der Gablentz in seiner Rezension von Herbert Krügers „Allgemeiner Staatslehre” (1. Aufl. 1964): Der Staat als Mythos und Wirklichkeit, in: Politische Vierteljahresschrift 1966, S. 138–163Google Scholar
  10. 7.
    Helmuth Pleßner: Die verspätete Nation. Von der Verführbarkeit bürgerlichen Geistes, Stuttgart 1959Google Scholar
  11. 8.
    Vgl. Klaus Eder: Geschichte als Lenrprozeß? Zur Pathogonese politischer Modernität in Deutschland, Frankfurt a.M. 1985, S. 554 (FN 179), mit Verweis auf die entsprechende Bemerkung Max Webers.Google Scholar
  12. 9.
    Vgl. Bracher: Staatsbegriff und Demokratie (FN 6)Google Scholar
  13. 10.
    Alfred Rinken: Kommentar zu Art. 9 GG, in: Kommentar zum Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland — Reihe Alternativkommentare, hrsg. von Rudolf Wassermann, 2 Bde., Neuwied/Darmstadt 1984, Bd. 1, S. 776–893 (782); Hervorh. v. mir — W.S.Google Scholar
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  15. 12.
    Vgl. Helga Grebing: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, München 1966, S. 40ff.Google Scholar
  16. 13.
    Vgl. Gerhard Wurzbacher: Die öffentliche freie Vereinigung als Faktor soziokulturel-len, insbesondere emanzipatorischen Wandels im 19. Jahrhundert, in: Walter Rüegg/Otto Neuloh (Hrsg.), Zur soziologischen Theorie und Analyse des 19. Jahrhunderts, Köln 1971, S. 103–126Google Scholar
  17. 14.
    Lorenz von Stein: Verwaltungslehre, 1. Aufl., Bd. 1 (1865), S. 535 (zit. n. Ulrich Scheuner: Zur Rolle der Verbände im Rahmen der sozialen Verwaltung nach der Lehre von Lorenz von Stein. Die Stellung Lorenz von Steins in der neueren Staats- und Gesellschaftslehre, in: Roman Schnur (Hrsg.), Staat und Gesellschaft. Studien über Lorenz von Stein, Berlin 1978, S. 273–304 (298))Google Scholar
  18. 15.
    Vgl. Scheuner zur Rolle der Verbände (FN 14); Eckart Fankoke: Lorenz von Steins Staats- und gesellschaftswissenschaftliche Orientierungen, in: Dirk Blasius/Eckart Pankoke: Lorenz von Stein. Geschichts- und gesellschaftswissenschaftliche Perspektiven, Darmstadt 1977, S. 79–179 (146ff.)Google Scholar
  19. 16.
    Zit. n. Scheuner: Zur Rolle der Verbände (FN 14), S. 298Google Scholar
  20. 17.
    Vgl. Eckart Fankoke: Soziale Politik als Problem öffentlicher Verwaltung. Zu Lorenz von Steins gesellschaftswissenschaftlicher Programmierung des „arbeitenden Staates”, in: Schnur (Hrsg.), Staat und Gesellschaft (FN 15), S. 405–417Google Scholar
  21. 18.
    Vgl. Karl-Hermann Kästner: Von der sozialen Frage über den sozialen Staat zum Sozialstaat. Zu Lorenz von Steins Sozialtheorie in ihrer Relevanz für die sozialen Probleme des 19. Jahrhunderts und für den sozialen Rechtsstaat der Gegenwart, in: Schnur (Hrsg.), Staat und Gesellschaft (FN 14), S. 381–402Google Scholar
  22. 19.
    Vgl. Otto Gierke: Die Genossenschaftstheorie und die deutsche Rechtsprechung, Berlin 1887 (Nachdruck 1963); ders.: Die Wurzeln des Dienstvertrages, in: Festschrift für Otto Brunner, Berlin 1914, S. 37–61Google Scholar
  23. 20.
    Mit dem Begriff der „Lernfähigkeit‟ beziehe ich mich auf das Konzept von Klaus Eder, ohne mir dessen materielle Interpretationen zu eigen zu machen. Vgl. Eder: Aus der Geschichte lernen? (FN 8)Google Scholar
  24. 21.
    Vgl. Winfried Steffani: Der parlamentarische Bundesstaat in Deutschland heute, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen 1985, S. 219–228Google Scholar
  25. 22.
    Ernst Fraenkel spricht vom „Rätemythos”. Vgl. ders.: Rätemythos und soziale Selbstbestimmung. Ein Beitrag zur Verfassungsgeschichte der deutschen Revolution, in: Der Staat als Aufgabe. Gedenkschrift für Max Imboden, hrsg. von Peter Saladin und Lucius Wildhaber, Basel/Stuttgart 1972, S. 74–114Google Scholar
  26. 23.
    Ebd. S. 100ff.Google Scholar
  27. 24.
    Ebd. S. 104Google Scholar
  28. 25.
    Vgl. auch die Bemerkung Rudolf Smends, der die „echt deutsche praktische Staatsfremdheit” erwähnt, eine „letzte innere Unbeteiligung am Staat”, und fortfährt: „Auf dieser Grundlage theoretischer und praktischer Staatsfremdheit erwachsen gleichmäßig und vielfach in derselben Seele die beiden politischen Hauptmängel des Deutschen: unpolitische Staatsenthaltung und ebenso unpolitische Machtanbetung. Sie sind zwei Seiten derselben Sache; es ist die innere Unsicherheit dem Staat gegenüber, die so zwischen Unter- und Überschätzung des Staates schwankt.” — Verfassung und Verfassungsrecht (1928), in: Smend, Staatsrechtliche Abhandlungen, 2. Aufl., Berlin 1968, S. 119–276 (123). Einschlägig ist auch die Bemerkung von Ernst Robert Curtius: „Es will mir scheinen, daß heute wie vor 100 Jahren die wertvollsten Leistungen des deutschen Geistes sich auf dem Gebiet der wissenschaftlichen, der philosophischen und außer-und überfachlichen Erkenntnis vollziehen. Wenn irgendwo, dann sind wir hierin den anderen europäischen Nationen überlegen. Der deutsche Geist hat nicht entfernt in demselben Maße wie der Franzose oder der Engländer den Rückhalt an einer klar aufgebauten Gesellschaft und an wohlgefällig ausgebildeten Lebensformen. Aber dafür hat er in viel stärkerem Maße als die Westvölker ein metaphysisches Bedürfnis, einen philosophischen Drang zum Wesensurgrund aller Dinge.” — Deutscher Geist in Gefahr (1932), zit. n. Helmuth Pleßner: Deutsches Philosophieren in der Epoche der Weltkriege (1938), in: ders., Zwischen Philosophie und Gesellschaft. Ausgewählte Abhandlungen und Vorträge, Bern 1953, S. 9–38 (9)Google Scholar
  29. 26.
    Es war dies „das politische Denken in den Kategorien der Vereinsorganisation, sei es der Gewerkschaft, sei es der Partei, (welches) der Tradition der deutschen Arbeiterbewegung entsprach, (eine Tradition, die) ihre guten historischen Gründe hatte, und (die) das Denken der überwiegenden Mehrheit der organisierten Arbeiterschaft bestimmte, und zwar auf der Rechten ebenso wie auf der Linken”. — Peter von Oertzen: Betriebsräte in der Novemberrevolution, Düsseldorf 1963, S. 77Google Scholar
  30. 27.
    Hugo Sinzheimer: Ein Arbeitstarifgesetz. Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Recht, München/Leipzig 1916Google Scholar
  31. 28.
    Vgl. Fraenkel: Deutschland und die westlichen Demokratien (FN 21(, S. 110Google Scholar
  32. 29.
    Franz L. Neumann: Der Funktionswandel des Gesetzes im Recht der bürgerlichen Gesellschaft, Zeitschrift für Sozialforschung 1937, S. 542–596. Neumann hat auch auf die ideologische Heterogenität des um die Institution der Betriebsgemeinschaft zentrierten Arbeitsrecht-Denkens hingewiesen: „Völlig disparate politische Theorien haben sich der des Institutionalismus bemächtigt, sowohl die Theorie der Sozialreform, vor allem der gewerkschaftlichen Sozialreform, als auch die des autoritären Staates. Diese Tatsache zeigt die Verwirrung an, die im Rechtsdenken der Gegenwart besteht.” — Ebd. S. 592Google Scholar
  33. 30.
    Vgl. insbesondere Carl Schmitt: Verfassungslehre, 5. Aufl., Berlin 1970 (1. Aufl. 1928); ders.: Über die drei Arten des rechtswissenschaftlichen Denkens, Hamburg 1934Google Scholar
  34. 31.
    Smend: Verfassung und Verfassungsrecht (FN 25)Google Scholar
  35. 32.
    Vgl. Carl Schmitt: Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus, 2. Aufl., München/Leipzig 1926Google Scholar
  36. 33.
    Smends „Verfassung und Verfassungsrecht” beginnt mit einer Klage über die Entmaterialisierung der Staatslehre durch Laband, Jellinek u.a. (a.a.O. (FN 25), S. 121f.)Google Scholar
  37. 34.
    Vgl. Hans Reisen: Der Staat als Integration. Eine prinzipielle Auseinandersetzung, Wien 1930Google Scholar
  38. 35.
    Vgl. zuletzt Hubert Rottleuthner: Substanzieller Dezisionismus. Zur Funktion der Rechtsphilosophie im Nationalsozialismus, in: Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie, Beiheft 18 (1983), S. 20–34 (mit vielen weiteren Nachweisen)Google Scholar
  39. 36.
    Vgl. etwa Hans Frank: Deutsches Verwaltungsrecht, München 1937Google Scholar
  40. 37.
    Vgl. Klaus Anderbrügge: Völkisches Rechtsdenken. Zur Rechtslehre in der Zeit des Nationalsozialismus, Berlin 1978Google Scholar
  41. 38.
    Vgl. dazu Helmut Ridder: Die soziale Ordnung des Grundgesetzes. Leitfaden zu den Grundrechten einer demokratischen Verfassung, Opladen 1975, S. 20ff., 35ff.; ders. /Richard Bäumlin: Kommentar zu Art. 20 GG, in: Kommentar zum Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (FN 10), S. 1248–1433 (1308ff.)Google Scholar
  42. 39.
    Fritz Naphtali: Wirtschaftsdemokratie — ihr Wesen, Weg und Ziel (1929), Neudruck: Frankfurt a.M. 1966Google Scholar
  43. 40.
    Vgl. Ernst Ulrich Huster u.a.: Determinanten der westdeutschen Restauration 1945 bis 1949, Frankfurt a.M. 1972, S. 120ff.Google Scholar
  44. 41.
    Vgl. statt vieler anderer Klaus Stern: Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland. Bd. II, 2. Aufl., München 1984, S. 774ff.Google Scholar
  45. 42.
    Vgl. etwa Hans Peters: Die Verwaltung als eigenständige Staatsgewalt, Krefeld 1964Google Scholar
  46. 43.
    Vgl. Ridder: Die soziale Ordnung des Grundgesetzes (FN 38), v.a. S. 75ff.Google Scholar
  47. 44.
    Jürgen Seifert: Haus oder Forum. Wertsystem oder offene Verfassungsordnung, in: Jürgen Habermas (Hrsg.), Stichworte zur geistigen Situation der Zeit, Bd. 1, Frankfurt a.M. 1979, S. 321–339Google Scholar
  48. 45.
    Vgl. Niklas Luhmann: Rechtssystem und Rechtsdogmatik, Stuttgart (usw.) 1974Google Scholar
  49. 46.
    Ralf Dreier: Der Rechtsstaat im Spannungsfeld zwischen Gesetz und Recht, in: Juristenzeitung 1985, S. 253–259 (256)Google Scholar
  50. 47.
    Fritz Ossenbühl: Aktuelle Probleme der Gewaltenteilung, in: Die Öffentliche Verwaltung 1980, S.545–553 (546)Google Scholar
  51. 48.
    Vgl. Gunther Teubner: Verrechtlichung — Begriffe, Merkmale, Grenzen, Auswege, in: Friedrich Kubier (Hrsg.), Verrechtlichung von Wirtschaft, Arbeit und sozialer Solidarität. Vergleichende Analysen, Frankfurt a.M. 1985, S. 289–346 (308ff.), mit weiteren Nachweisen.Google Scholar
  52. 49.
    Vgl. Ernst Benda I Werner Maihofer /Hans Jochen Vogel unter der Mitwirkung von Konrad Hesse (Hrsg.): Handbuch des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland, Berlin 1983, sowie die kritische Rezension von Michael Breitbach und Ulli EH. Rühl, in: Demokratie und Recht 1984, S. 469–473Google Scholar
  53. 50.
    Vgl. in diesem Sinne Peter Häberle: Die offene Gesellschaft der Verfassungsinterpreten. Ein Beitrag zur pluralistischen und „prozessualen” Verfassungsinterpretation (1975), in: ders., Verfassung als öffentlicher Prozeß. Materialien zu einer Verfassungstheorie der offenen Gesellschaft, Berlin 1978, S. 155–181 (mit einem Nachtrag 1978, S. 180f.)Google Scholar
  54. 51.
    Vgl. Wolfgang Abendroth: Begriff und Wesen des sozialen Rechtsstaats (1953), in: ders., Arbeiterklasse, Staat und Verfassung. Materialien zur Verfassungsgeschichte und Verfassungstheorie der Bundesrepublik Deutschland, hrsg. u. eingel v. Joachim Pereis, Frankfurt a.M. 1975, S. 64–69Google Scholar
  55. 52.
    Vgl. Peter Römer: Kleine Bitte um ein wenig Positivismus. Thesen zur neueren Methodendiskussion, in: ders. (Hrsg.), Der Kampf um das Grundgesetz. Über die politische Bedeutung der Verlassungsinterpretation. Referate und Diskussionen eines Colloquiums aus Anlaß des 70. Geburtstages von Wolfgang Abendroth, Frankfurt a.M. 1977, S. 87–97, sowie Helmut Ridder: Die Bundesrepublik: Was für eine Demokratie ist das? in: Blätter für deutsche und internationale Politik 1985, S. 430–441Google Scholar
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    Vgl. Karl-Heinz Ladeur: Verfassungsgerichtbarkeit und die „grundlegende Konvention” der bürgerlichen Gesellschaft — Vorüberlegungen zu einer Theorie des Verfassungsrechts, in: Friedhelm Hase/Karl-Heinz Ladeur, Verfassungsgerichtbarkeit und Politisches System. Studien zum Rechtsstaatproblem in Deutschland, Frankfurt a.M./New York 1980, S. 189–331 (262ff.: „Zum Verhältnis von Verfassungsgerichtpraxis und Verfassungsinterpretation”)Google Scholar
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    Vgl. Jürgen Habermas: Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus, Frankfurt a.M. 1973;Google Scholar
  58. 54a.
    Claus Offe: »Krisen des Krisenmanagements’. Elemente einer politischen Krisentheorie, in: Martin Jänicke (Hrsg.), Herrschaft und Krise. Beiträge zur politikwissenschaftlichen Krisenforschung, Opladen 1977, S. 197–223; Wilhelm Hennis: Vom gewaltenteilenden Rechtsstaat zum teleokratischen Programmstaat. Zur „lebenden Verfassung” der Bundesrepublik, in: ders., Politik und praktische Philosophie. Schriften zur politischen Theorie, Stuttgart 1977, S. 243–274; ders. /Peter Graf Kielmansegg /Ulrich Metz (Hrsg.): Regierbarkeit. Studien zu ihrer Problematisierung, 2 Bde., Stuttgart 1977 und 1979; Helmut Klages: Die unruhige Gesellschaft. Untersuchungen über Grenzen und Probleme sozialer Stabilität, München 1975;Google Scholar
  59. 54b.
    Kurt Sontheimer: Die verunsicherte Republik. Die Bundesrepublik nach 30 Jahren, München 1979Google Scholar
  60. 55.
    Vgl. „Die Dogmatik des Verwaltungsrechts vor den Gegenwartsaufgaben der Verwaltung”. Bericht und Mitarbeit an die Tagung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer in Regensburg vom 29. September bis 2. Oktober 1971 von Otto Bachhof und Winfried Brohm, VVDStRL 30, Berlin 1972, sowie Karl-Heinz Ladeur: Vom Gesetzesvollzug zur strategischen Rechtsfortbildung. Zur Genealogie des Verwaltungsrechts, in: Leviathan 1979, S. 339–375; ders.: „Abwägung” — Ein neues Paradigma des Verwaltungsrechts. Von der Einheit der Rechtsordnung zum Rechtspluralismus, Frankfurt a.M./New York 1984Google Scholar
  61. 56.
    „Wo… die Gefahr einer Systemveränderung nicht von der Hand zu weisen ist, entfallt die Begründung für eine Zurückhaltung des Bundesverfassungsgerichts. Der Respekt vor dem Willen des demokratischen Gesetzgebers findet am Grundgesetz seine Grenze. Ihm kann genügend Rechnung getragen werden durch die Zulassung eines schrittweisen Vorgehens, welches dem Willen des Gesetzgebers zur Veränderung Raum gibt, ohne das Risiko einer irreversiblen Systemveränderung einzugehen.” — Fritz Ossenbühl: Die Kontrolle von Tatsachenfeststellungen und Prognoseentscheidungen durch das Bundesverfassungsgericht, in: Bundesverfassungsgericht und Grundgesetz. Festgabe aus Anlaß des 25-jährigen Bestehens des Bundesverfassungsgerichts, hrsg. v. Christian Starck u.a., 2 Bde., Tübingen 1976, Bd. 1, S. 458–515 (513)Google Scholar
  62. 57.
    Diesen Ausdruck entlehne ich von Stephan Leibfried, bei dem er allerdings auf die USA bezogen ist; vgl. ders.: Die Verwaltung der etatistischen Reserve. Charakteristiken einer Strukturreform der Verwaltung im entwickelten Interventionsstaat — dargestellt an der Reformentwicklung im Zentralstaat der USA im letzten Jahrzehnt, in: Leviathan 1975, S. 473–507 (I) und 1976, S. 97–121 (II)Google Scholar
  63. 58.
    So der Tenor bei Volkmar Götz /Hans H. Klein /Christian Starck (Hrsg.): Die öffentliche Verwaltung zwischen Gesetzgebung und richterlicher Kontrolle, München 1985. Vgl. a. den Bericht über das dort dokumentierte Göttinger Symposion von Friedrich Karl Fromme: Kritik am Gesetzgeber, Selbstkritik der Verwaltungsrichter — Wo bleibt die Exekutive?, in: FAZ v. 3. Juni 1985, S. 7Google Scholar
  64. 59.
    So bei Rüdiger Altmann und Johannes Gross: Was bleibt von Carl Schmitt? Verfassungslehre als politische Wissenschaft, in: FAZ vom 4. Oktober 1986 („Bilder und Zeiten”)Google Scholar
  65. 60.
    Vgl. Wolfgang Seibel: Der Staatsstil für Krisenzeiten. „Selbststeuerung” öffentlicher Aufgabenträger und das Problem der Kontrolle, in: Politische Vierteljahresschrift 1987, S. 197–219Google Scholar
  66. 61.
    Beachtlich ist deshalb auch jene interfraktionelle Initiative im Deutschen Bundestag, die sich mit „Parlamentsreform” ein zweifellos ambitiöses Motto gesetzt hat, aber bei aller Heterogenität der Motive immerhin auf eine Parlamentsstärkung abzielt und damit zwangsläufig gegen den ‚Geist der Zeit’ anrennt. Vgl. „Bericht der Ad-hoc-Kommission Parlamentsreform”, (BT-Drs. 10/3600 v. 1. 7. 1985, sowie Hildegard Hamm-Brücher: (Un)heimliche Bremser. Viele Worte, aber wenig Konkretes, in: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt v. 6. 4. 1986Google Scholar
  67. 62.
    Ideengeschichtlich betrachtet wäre dies eine Wende von Smend zu Schmitt: von der Integration zur Dezision; vgl. auch Altmann /Gross: Was bleibt von Carl Schmitt? (FN 59)Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1989

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Seibel

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