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Interessenvermittlung zwischen Immobilismus und demokratischem Anspruch

  • Heidrun Abromeit
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Zusammenfassung

Einer der Ausgangspunkte unserer Untersuchung realer Interessenvermittlungs-Systeme war, daß Organisation per se schon Selektivität erzeugt. Wie der Vergleich nun zeigt, folgt daraus jedoch nicht, daß mangelnde oder schwache Organisation höhere und gerechtere Grade der Interessenberücksichtigung ermögliche und in “durchorganisierten” Gesellschaften die Gesamtselektivität zwangsläufig am höchsten sei. Stattdessen erbrachte der Vergleich die folgenden Ergebnisse:
  • Der Umfang — präziser: der Inklusivitätsgrad — der Interessenberücksichtigung variiert nominell von der minimalen bis zur maximalen Mehrheit der gesellschaftlichen Interessen; faktisch aber variieren eher die Minderheiten, die jeweils begünstigt sind. Weder kann bei Mehrheitsherrschaft tatsächlich eine Mehrheit der gesellschaftlichen Gruppierungen ihre Interessen durchsetzen, noch gar bei Konkordanz ihre Gesamtheit.

  • Stets begünstigt sind ressourcenreiche Status quo-Gruppen (in tendenziell anarchischen Systemen ressourcenreiche Individuen; in der Regel sind das die Unternehmer bzw. Investoren), denen ihre außer-politische Macht unabhängig von Struktur und Institutionen des politischen Systems Veto-Macht verleiht.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1993

Authors and Affiliations

  • Heidrun Abromeit

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