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Ausbildung für Laien — ein Widerspruch?

  • Hildegard Müller-Kohlenberg

Zusammenfassung

In der Folge der Arbeiten von Carl Rogers, deren Kenntnis sich in den 60er Jahren auch in Europa schnell verbreitete, wurde die Analyse therapeutischer Funktionen und Wirkfaktoren vor allem auf die Gesichtspunkte der Haltung des Beraters bzw. Therapeuten zu seinem Klienten und der Art und Weise, wie die Beziehung zu charakterisieren ist, konzentriert. Da sich diese Faktoren in den Untersuchungen von Rogers als die bedeutsamsten erwiesen hatten, legte man auch hierauf bei der Gestaltung von Ausbildungscurricula für Paraprofessionelle (und Professionelle) besonderen Wert. Zunächst akzentuierte man das Training und die Übungen auf die Variablen „Echtheit“, „Wärme“ und „Einfühlung“, die Rogers (1957) als grundlegend herausgestellt hatte (genuineness, nonpossesive warmth, accurate empathy). Erste curriculare Entwürfe dieser Art für Paraprofessionelle legten Truax (1967) und Kalisch (1971) vor. Truax bediente sich dabei eines ursprünglich zu diagnostischen Zwecken entwickelten Instruments, nämlich Skalen zur Erfassung des Niveaus, auf dem die genannten Variablen kommuniziert werden. Indem diese Skalen von Kursteilnehmern benutzt wurden, um die therapeutischen Interaktionen von anerkannt qualifizierten Therapeuten einzuschätzen, lernten sie auf diese Weise selbst nach und nach, sich in diesem Sinne zu verhalten. Von Truax wird die Herausbildung des Verhaltens als „shaping“ bezeichnet, ein aus der Verhaltensmodifikation entlehnter Begriff.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Hildegard Müller-Kohlenberg

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