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Zusammenfassung

Eine der beliebtesten Etikettierungen der letzten Jahre bestand darin, der Jugend pauschal „Technikfeindlichkeit“ zu unterstellen. Diese Diskussion scheint — wie viele andere auch — lediglich der Reflex einer allgemeinen Skepsis gegenüber den Chancen und Risiken eines technischen Fortschritts zu sein, einer Diskussion, die gar nicht primär bei den Jugendlichen ansetzt. Zabka (1982) glaubt, eine zunehmende emotionale Polarisierung zwischen Gegnern und Befürwortern von Technik beobachten zu können und fordert stärkere Aufklärung über das Wesen der Technik. Diese einfache Unterscheidung zwischen Technikbegeisterten und Technikverängstigten bezweifelt Springer (1983), der hinter der Schablone „Technikfeindlichkeit“ eine höhere Sensibilität vieler Jugendlicher gegenüber dem Mißbrauch von Technik versteht. Jungermann (1982) sieht die Rolle des technischen Experten ins Wanken gekommen:

Zum anderen ist das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit in eine Krise geraten. Das Vertrauen in den Nutzen technischen und wissenschaftlichen Fortschritts ist erschüttert, ein beträchtliches Mißtrauen gegenüber Wissenschaft und Technik ist aufgekommen. Dieses Mißtrauen rührt teilweise aus der Erkenntnis, daß viele technische und wissenschaftliche Fragen in Zusammenhang mit der Kernenergie ungelöst sind ... Teilweise rührt das Mißtrauen aus dem Gefühl heraus, daß der Ausbau der Kernenergie eine unerwünschte gesellschaftliche Entwicklung verstärkt, deren Protagonisten eben bewußt oder unbewußt die Wissenschaftler und Techniker sind. Teilweise schließlich rührt es wohl aus kognitiven und emotiven Prozessen, die bewußter Kontrolle schwer zugänglich sind.... All dies hat zu einem Riß zwischen Experten und Öffentlichkeit geführt, der durch „Fakten“ kaum überbrückbar erscheint. Eine Konsequenz ist, daß manche Experten aus Furcht vor einer Überreaktion der Öffentlichkeit die Genauigkeit ihrer Schätzungen stärker als gerechtfertigt betonen und auf der anderen Seite dann die Öffentlichkeit den Experten nicht mehr traut und die Risiken überschätzt. Die Experten bezweifeln dann wiederum die Rationalität der Öffentlichkeit und beklagen die Emotionalität der Diskussion, die den Fortschritt hemme. (Jungermann 1982, 234)

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1985

Authors and Affiliations

  • Arthur Fischer

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