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Zusammenfassung

Vor der Wende gab es in der ganzen DDR kaum mehr als 300 oder 400 Menschen, die in den jüdischen Gemeinden registriert waren (Ostow, 1988). Insgesamt wird die Zahl der Menschen jüdischer Abstammung in der späten DDR mit maximal 4.000 angegeben (Lieberknecht, 1997). Das Wissen um jüdische Religion, jüdische Kultur oder die alltäglichen Sitten und Gebräuche der Juden wurde in der nicht jüdischen Bevölkerung von Generation zu Generation geringer und in einer Befragung im Jahre 1996 von den meisten Jugendlichen als überaus dürftig eingeschätzt (Sturzbecher & Freytag, 2000b). Trotz der Zuwanderung russischer Juden, die sich in den letzten Jahren auch in ostdeutschen Gemeinden angesiedelt haben, hat sich an dieser Situation insgesamt nicht viel geändert. Im Januar 2000 lebten zwar wieder etwa 83.000 Juden in Deutschland, also 0,1 Prozent der Wohnbevölkerung. Die wenigsten davon haben sich jedoch in den neuen Ländern niedergelassen. In Brandenburg haben sich zur Zeit etwas mehr als 600 Juden in vier jüdischen Gemeinden organisiert; dies macht einen Bevölkerungsanteil von weniger als 0,03 Prozent aus. Die Chance, einem Juden im täglichen Leben zu begegnen, tendiert für die meisten Brandenburger gegen Null.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2001

Authors and Affiliations

  • Ronald Freytag

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