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Nacktheit pp 323-330 | Cite as

Der Raum der Möglichkeiten

  • Oliver König

Zusammenfassung

Die Ausdifferenzierung im Umgang mit Nacktheit und ihrer Bewertung, die im 19. Jahrhundert beginnt, und sich durch viele Gegenbewegungen und Versuche der Vereinheitlichung hindurch weiterhin fortsetzt, bietet heute sowohl ein Bild der verwirrenden Vielfalt (anything goes) wie auch der normierten Einheitlichkeit (rien ne va plus), je nach dem Standpunkt, von dem aus man sich diese Entwicklung anschaut; eine Vielfalt, insofern Nacktheit von den unterschiedlichsten sozialen Positionen in Beschlag genommen wird; Einheitlichkeit insofern, als daß die “positiven” Werte im Sinne einer Unterordnung unter die Maximen von Leistung, Arbeit und Konsum in allen diesen Ausdifferenzierungen aufzufinden sind, bzw. sich nach einer zunächst offenen Anfangsphase durchsetzen. Beide Prozesse sind zudem ineinander verflochten, wie ich es vor allem im letzten Kapitel zu zeigen versucht habe. Die Ausdifferenzierung des Umgangs mit Nacktheit im Sinne einer “Freisetzung” wird von ihrer “Vereinnahmung” begleitet. Zwar impliziert die Wortwahl von Freisetzung und Vereinnahmung eine gewisse zeitliche Abfolge, doch diese kann prinzipiell in beide Richtungen laufen. Die Konstruktion eines Zusammenhangs von Ursache und Wirkung, beliebtes Mittel konservativer wie linker Kulturkritik, vermag aus dieser Unübersichtlichkeit nicht herauszuführen.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Oliver König

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