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Rezeption und Diskussion von Philosophie

  • Eva Kammler
Chapter
Part of the Kulturwissenschaftliche Studien zur deutschen Literatur book series (IFTBSS)

Zusammenfassung

Einer Untersuchung der Rezeption von Philosophie im Frauenroman sind Grenzen gesetzt durch den literaturwissenschaftlichen Charakter der Arbeit. Ohne daß die Tiefenschärfe philosophischer Diskussionen nachvollzogen werden könnte, soll hier zunächst an Bedingungen erinnert werden, die die Philosophie und die an Philosophie interessierten Schriftstellerinnen prägten.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Friedrich Überweg, Grundriß einer Geschichte der Philosophie, Bd. III, Die Neuzeit bis zum Ende des 18.Jahrhunderts. Vollständig neu bearb. und hrsg. von Max Frischeisen-Köhler, Tübingen 1914, S. 436Google Scholar
  2. 2.
    Wolfgang von Ungern-Sternberg, Schriftsteller und literarischer Markt, in: Rolf Grimminger (Hg.), Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur, Bd. 3 Deutsche Aufklärung bis zur Französischen Revolution 1680–1789, München/Wien 1980, S. 137Google Scholar
  3. 3.
    Gert Ueding, Popularphilosophie, in: Hansers Sozialgeschichte, a.a.O., S.610Google Scholar
  4. 4.
    Ebd. S.609Google Scholar
  5. 5.
    So im Hamburger Patrioten von 1724 und 1728; in „Discourse der Mahlern“ (Zürich 1723) und den „Mahler der Sitten“ (Zürich 1746); vgl. dazu Wolfgang Martens, Leserezepte fürs Frauenzimmer, in: Archiv für die Geschichte des Buchwesens XV, (1975), Sp. 1143 ff.Google Scholar
  6. 6.
    Wolfgang Martens, Formen bürgerlichen Lesens im Spiegel der deutschen Moralischen Wochenschriften, in: Otto Dann (Hg.), Lesegesellschaften und bürgerliche Emanzipation. Ein europäischer Vergleich, München 1981, S. 63Google Scholar
  7. 7.
    Erich Köhler, Frühaufklärung, Stuttgart 1983, S.22 B. Ebd. S. 24Google Scholar
  8. 9.
    Immanuel Kant, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, in: I.Kant, Werke in zwölf Bänden, hg. von Wilhelm Weischedel, Bd. 2 Vorkritische Schriften bis 1768, S.852 f.Google Scholar
  9. 10.
    Vgl. Lohmann, Clare von Wallburg I, S. 183Google Scholar
  10. 11.
    Friedrich Schlegel, Athenäums-Fragmente, in W.D.Rasch (Hg.), Friedrich Schlegel, Kritische Schriften, München o.J., S. 35Google Scholar
  11. 12.
    Vgl. Unger, Albert und Albertine, S.18: Es ist die Rede von „ Laurette, eine[r] zweite[n] Nichte des Bankiers, die sich durch ihre Herzlosigkeit, ihren schneidenden absprechenden Ton, ihre Unempfänglichkeit für zartere Weiblichkeit, ihr rasches Aufnehmen jeder Verschrobenheit, den Beinamen,die Philosophin(im Original gesperrt,E.K.) in diesem Zirkel erworben hatte“.Google Scholar
  12. 13.
    Eberhard, Fünf und vierzig Jahre aus meinem Leben, S.11 und 25Google Scholar
  13. 14.
    Vgl. z.B. Unger, Julchen Grünthal I, S.158 und S.194Google Scholar
  14. 15.
    Wallenrodt, Theophrastus Gradmann II. S.354Google Scholar
  15. 16.
    Lohmann, Weihe-Stunden der Muse, S. 25f.Google Scholar
  16. 17.
    Wallenrodt verleiht im „Goldfritzel“ einem Gelehrten den sprechenden Namen Confuselius. Unger karikiert in „Melanie“ eine Lesegesellschaft, in der sich Männer durch spitzfmdig abwegige Argumente hervortun.Google Scholar
  17. 18.
    Vgl. Silvia Bovenschen, Die imaginierte Weiblichkeit, S.164 ff.Google Scholar
  18. 19.
    Ebd. S.169Google Scholar
  19. 20.
    Ebd. S.171Google Scholar
  20. 21.
    Ebd. S.173Google Scholar
  21. 22.
    Ebd. S.173Google Scholar
  22. 23.
    Ebd. S.176Google Scholar
  23. 24.
    Für den „Emile“ wurde folgende Übersetzung zugrunde gelegt: J.J.Rousseau, Emil oder Über die Erziehung. Vollständige Ausgabe in neuer deutscher Fassung besorgt von Ludwig Schmidts, Paderborn, 6.Aufl. 1983 Ehrmann, Philosophie eines Weibs,S.53 Emil, S.394 und Philosophie eines Weibs,S.35 Emil, S.394 und Philosophie eines Weibs,S.36 Emil, S.401 und Philosophie eines Weibs,S.60 Emil, S.409 und Philosophie eines Weibs,S.57f.Google Scholar
  24. 25.
    Vgl z B Amaliens Erholungsstunden. Teutschlands Töchtern geweiht von Marianne Ehr-mann, 3.Bd., Tübingen 1791, S.47 „In allen Zeiten, da die Männer Kopf zeigen und Fähigkeit beweisen sollen, sind sie eitel, aufgeblasen, Egoisten, unausstehlich und einer empörenden Partheiligkeit fähig, die mit der häßlichsten Ungerechtigkeit verknüpft ist, um ihre Nebenbuhler zu zermalmen, oder ihre Mitbewerber auszustechen. Die Kanzel und der Gerichtshof, die Musik und Malerei liefern gleich dem ParnaB und dem Lyceum tausend Beispiele von dieser ungeselligen Laune, von diesen bösartigen Nebenbuhlereien, die Männer von Talent aufreiben und entehren.“Google Scholar
  25. 26.
    Rousseau, Emil, S. 394Google Scholar
  26. 27.
    Vgl. Ehrmann, Philosophie eines Weibs, S.60 und Rousseau, Emil, 5. 401Google Scholar
  27. 28.
    Touaillon, Der deutsche Frauenroman, S. 196 f. (Fußnote)Google Scholar
  28. 29.
    Bovenschen, a.a.O., S. 165Google Scholar
  29. 30.
    Barbel und Horst Kern, Madame Doktorin Schlözer. Ein Frauenleben in den Widersprüchen der Aufklärung, München 1988, S. 110Google Scholar
  30. 31.
    Vgl. dazu Immanuel Kant, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, in: I. Kant, Werke in zwölf Bänden, Bd. 2, S. 853Google Scholar
  31. 32.
    Unger und Kant charakterisieren die geistigen Bedürfnisse von dicken bzw.verfressenen Personen ähnlich: „Wohlbeleibte Personen, deren geistreichester Autor ihr Koch ist und deren Werke von feinem Geschmack sich in ihrem Keller befinden, werden bei gemeinen Zoten und einem plumpen Scherz in eben so lebhafte Freude geraten, als diejenige ist, worauf Personen von edeler Empfindung so stolz tun.“ (Kant, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, S.825)Google Scholar
  32. 33.
    Die Satire kann sich auf den Phrenologen Dr.Franz-Josef Gall beziehen oder auf Lavater. Gall begann seine Karriere 1796 in Wien mit Vorträgen, in denen er nachiuweisen suchte, daß „zwischen den verschiedenen Äußerungen des Geistesvermögens und gewissen aliquoten Gehirntheilen ein solidarisches Verhältnis bestehe und dasselbe auch zur räumlichen Erscheinung kommen müsse […]“ (Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 8, S.315). Lavaters „Physiognomische Fragmente“(1775–78) sprachen von einem Zusammenhang zwischen Gesichtsbildung und Charakter. Sie wurden vor allem als Beitrag zur Vorläuferin der Psychologie, der Erfahrungsseelenkunde, gewertet und von den Vertretern der Empfindsamkeit interessiert aufgenommen.Google Scholar
  33. 34.
    Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, 23.Brief, in: Friedrich Schiller - Werke in drei Bänden, hg. von H. Göpfert, München 1966, Bd. II, S. 499Google Scholar
  34. 35.
    Dazu Hermann August Korff, Geist der Goethe-Zeit. III.Teil, Leipzig 1940, S.241: „Wie für Faust steht auch für ihn [Fichte, E.K.] am Anfang die Tat, deren ganze weltschöpferische Funktion der Mensch im Selbstbewußtsein praktisch erfährt. Dieses Fichtesche Ich ‘ist’ nicht, sondern erschafft - es ’setzt’ sich selbst. Und die daraus entstehende Philosophie des Ich ist, tiefer gesehen, eine Philosophie der Tat, jener Tat, in der das Wesen des Ichs besteht. […] Denn von Ursprung an ist die Tat des Ichs eine widerspruchsvolle Tat: es setzt sich selbst und setzt seinen Gegenstand, es setzt sich in Stand, indem es sich einen Gegen-stand setzt […] Ich und Nicht - Ich gehören zusammen wie die beiden Pole der Elektrizität, von denen jeder nur durch den andern existiert.“Google Scholar
  35. 36.
    Siehe Gisela Dischner, Caroline und der Jenaer Kreis, S.101Google Scholar
  36. 37.
    Vgl. dazu Friedrich Heinrich Jacobi, Werke, Bd. 5: Woldemar, hg. von Friedrich Roth und Friedrich Köppen, Leipzig 1820, Nachdr. Darmstadt 1968, S.171 „Begierde kann nur durch Begierde vertilgt, Leidenschaft nur durch Leidenschaft überwunden werden: der Charakter sitzt nicht im Verstande, sondern im Herzen. - Will man nun dennoch der allgemeinen Verderbtheit einigermaßen ausweichen, und etwas anderes seyn als was der alltägliche Weltlauf gegenwärtig aus den Leuten macht; so muß man aus dem Strom heraus und sich in andre Umstände versetzen. Ich baue mehr auf den Charakter eines gemeinen Handwerkers, dem sein Beruf seine Lebensart bestimmt, der fleißig, mäßig und ordentlich seyn muß, um das liebe Brot zu haben, als auf den Charakter des Moralisten von Profession, der in beständiger Erwägung des Guten und Schönen willkiihrlich einher geht, und die ganze Summa tugendhafter Ideen und Gefühle sich und andern aufzujücken weiß auf der obern Haut.“ Zu Johann Georg Schlosser äußert sich Jochen Schulte-Sasse: „Er [Schlosser, E.K.] verschiebt den Akzent auf das Konkrete, auf die Erfahrung, ohne die Konkretheit der Erfahrung im zweiten Schritt durch philosophisch-abstrakte Reflexion zu relativieren. Dies hat Folgen für den Aufklärungsbegriff: ‘das erste, was also zur Aufklärung gehört, ist ein unbegränzter Vorrath von sichern, richtigen, genauen Erfahnmgen’ - Erfahrungen, die nicht nur dazu dienen sollen, allgemeinen Aussagen ein empirisches Fundament zu geben. Ist die Richtigkeit und Genauigkeit von Erfahrungen gewährleistet, dann ist - zumindest in der ’Moral’, zu der im 18.Jahrhundert immer auch die den öffentlichen Umgang leitenden Sinn-und Wertorientienmgen zahlen - eine Abstraktion von Erfahrungen auf Begriffe überflüssig oder gar schädlich. Für den Menschen bedeutet dies: nicht seine Begriffe sollen hier aufgeklärt werden. sondern sein Herz, resp. seine natürliche Empfindungsfähigkeit. Aufgabe des Aufklärers ist es, ‘das dumpfe Herz zu wecken zu seinen angebohrnen Empfindungen, und mit dem Feuer das er da anzündet, aufzuklären den finstern Kopf! Hier mull die Aufklärung vom Herzen anfangen und im Herzen enden, und noch sind wenige, die nur ahnden, daß die Aufklärung bis dahin gehen müßte!“. (Jochen Schulte-Sasse, Kritisch rationale und literarische \ffentlichkeit, in: Christa Bürger, Peter Bürger, Jochen Schulte-Sasse (Hg.), Aufklärung und literarische \ffentlichkeit, Frankfurt 1980, S. 19Google Scholar
  37. 38.
    Dieses Verständnis philosophischer Anspielungen hatte Kant gerade noch von Frauen erwartet, wie das Zitat in den ‘Vorüberlegungen’ dieses Kapitels aus den „Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen“ erkennen läßt.Google Scholar
  38. 39.
    Nutzbares, galantes und curieuses Frauenzimmer-Lexicon, worinnen alles, was ein Frauenzimmer in der Hauswirthschaft, Kochkunst, Zuckerbeckerey, Kellerey, wie auch in allen anderen weiblichen Arbeiten und sonst im gemeinen Leben, inngleichen zur Erleichterung ihrer Lecture zu wissen nötig hat, nach alphabetischer Ordnung kürzlich beschrieben und erkläret wird… Zwey Theile, Leipzig, 3.Auflage 1773 Sp. 2541Google Scholar
  39. 40.
    Immanuel Kant, Die Religion innerhalb der Grenzen der.bloßen Vernunft, in: I.Kant, Werke in zwölf Bänden, Bd.8 Schriften zur Ethik und Religionsphilosophie 2, S. 651Google Scholar
  40. 41.
  41. 42.
    Wobeser, Elisa, S.XIVGoogle Scholar
  42. Wobesers „Elisa“ wird von Joh. G.L. Brakebusch in seinem 1800 erschienenem Werk Elisa, ‘Kein Weib wie es seyn sollte’ heftig angegriffen. Brakebusch verurteilt Wobesers eheliche Pflichtethik vom Fichteschen Standpunkt aus und kritisiert, daß Liebe durch Pflicht ersetzt würde. Vgl. auch Touaillon, Der deutsche Frauenroman, S. 302Google Scholar
  43. 43.
    Vgl. Immanuel Kant, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, in: I.Kant, Werke in zwölf Bänden, Bd.2, S.854: „Das Frauenzimmer ist aller Befehle und alles mürrischen Zwanges unleidlich. Sie tun etwas nur darum, weil es ihnen so beliebt, und die Kunst besteht darin, zu machen, daß ihnen nur dasjenige beliebe, was gut ist.“ Friedrich Schiller, Ober Anmut und Würde, in: F.Schiller, Werke in drei Bänden, Bd.H, S.409: „Selten wird sich der weibliche Charakter zu der höchsten Idee sittlicher Reinheit erheben und es selten weiter als zu affektionierten Handlungen bringen. […] Weil nun die Sittlichkeit des Weibes gewöhnlich auf Seiten der Neigung ist, so wird es sich in der Erscheinung ebenso ausnehmen, als wenn die Neigung auf Seiten der Sittlichkeit wäre.“Google Scholar
  44. 44.
    Zur Schreibweise Familie Hohenstam oder Hohenstamm, wie sie in der Sekundärliteratur durchweg erscheint, ist darauf hinzuweisen, daß der Titel der von mir benutzten Ausgabe Leipzig 1795/96 ein m mit Doppelungsstrich aufweist, der im fortlaufenden Text nicht wieder aufgenommen wird. Hohenstam wird durchgängig mit einem m geschrieben. Ich habe mich für diese Schreibweise entschieden. Zu den Erscheinungsdaten der „Familie Hohenstam“ ist anzumerken: die einschlägigen Bibliographien widersprechen sich in ihren Angaben. Am wahrscheinlichsten erscheint C.W.A.O. Schindel, der als Erscheinungsort und -datum des 1.Bandes Thorn 1793 benennt. Der 2. Band sei 1795 ebenfalls dort erschienen. Gleichzeitig sei in Leipzig (die von mir benutzte) 2.Auflage 1795 und 1796 Band 3 und 4 erschienen. Da der von Ludwig zitierte Kant-Aufsatz „Über die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ 1793 erstmals erschien, besteht durchaus die Möglichkeit, daß sich das Kant- Zitat in der 1.Auflage von 1793 noch nicht findet, obwohl die von mir benutzte Auflage von 1795 weder einen Hinweis darauf trägt, daß es sich um eine zweite, noch darauf, daß es sich um eine veränderte Auflage handele. Leider war es bis jetzt nicht möglich, ein Exemplar der Auflage von Thorn 1793 einzusehen. (vgl. C.W.O.A. von Schindel, Die deutschen Schrifstellerinnen des 19.Jahrhunderts, 1.Theil, Leipzig 1823, S. 366 )Google Scholar
  45. 45.
    Marion Beaujan, Der Trivialroman in der 2.Hälfte des 18.Jahrhundert, Bonn 2.Aufl. 1969, S. 46Google Scholar
  46. 46.
    Lydia Schieth, Die Entwicklung des deutschen Frauenromans im ausgehenden 18.Jahrhundert. Ein Beitrag zur Gattungsgeschichte, Frankfurt - Bern - New York - Paris 1987, S.271 Anmerkung 89. Schieth verweist auf Schindel, der als Erstlingswerk der Ludwig „Unterhaltungen des Christen mit Gott“ nennt.(Schindel, Die deutschen Schriftstellerinnen I, S. 365 )Google Scholar
  47. 47.
    Ludwig, Familie Hohenstam I, S. 28 ff. und IV, S.477 ff.Google Scholar
  48. 48..
    Vgl. Eva Becker, Der deutsche Roman um 1780, Stuttgart 1964, S.70 f.Google Scholar
  49. 49.
    Kant, Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, S.685Google Scholar
  50. 50.
    Ebd. S.699 f.Google Scholar
  51. 51.
    Ludwig, Familie Hohenstam IV, S.466Google Scholar
  52. 52.
    Vgl. Kant, „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“, S.732Google Scholar
  53. 53.
    Vgl. Rousseau, Emil, S. 400 f.Google Scholar
  54. 54.
    Ludwig, Familie Hohenstam H, S.171Google Scholar
  55. 55.
    Ludwig, Familie Hohenstam I, S.383 f.Google Scholar
  56. 56.
    Sabine Schumann, Das ‘lesende Frauenzimmer’: Frauenzeitschriften im 18.Jahrhundert, in: B.Becker-Cantarino ( Hg. ), Die Frau von der Reformation zur Romantik, 1980, S. 154Google Scholar
  57. 57.
    vgl. dazu Immanuel Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? in: I.Kant, Werke in zwölf Bänden, Bd. 11, S.53 f.„Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich Balte: dafür sorgen schon jene Vormünder die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben, und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften: so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es versuchen, allein zu gehen.“Google Scholar
  58. 58.
    Helga Haberland/ Wolfgang Pehnt (Hg.), Frauen der Goethezeit in Briefen, Dokumenten und Bildern, Stuttgart 1969, S. 296Google Scholar
  59. 59.
    Tamows Roman trägt autobiographische Züge. Vgl. Gisela Brinker-Gabler/Karola Ludwig/Angela Wöffen, Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1800–1945, München 1986, S. 306Google Scholar
  60. 60.
    Das Thema ‘Glauben und Philosophie’ bestimmt auch Caroline Pichlers Roman „Agathokles“ (1808). Die Handlung ist in römische Zeiten verlegt. Pichler sagt, sie habe die Absicht gehabt, das Christentum gegen den englischen Historiker Gibbon zu verteidigen, für den der Zerfall des römischen Weltreichs mit dem Christentum begann. Sie schildert die Liebes-und Bekehrungsgeschichte von Agathokles und seiner verlorenen und wiedergefundenen Jugendgeliebten Larissa, die inzwischen Christin wurde und an ihrer Ehe mit einem älteren Mann festhält. Als die Liebenden sich später doch finden - Larissas Mann starb -, werden sie bald wieder auseinandergerissen. Agathokles stirbt den Märtyrertod. Pichlers Roman weicht in der Tendenz ab von den übrigen Frauenromanen, in denen Glaube und Religiosität nahezu zweitrangig wird. Hier wird ein historischer Roman und eine Märtyrergeschichte zur Verherrlichung des Christentums geschrieben und die geistige Orientierungslosigkeit Roms am Ende der Kaiserzeit kritisiert. In der Kritik am Epikuräismus kommt Pichler allerdings einer Zeitkritik nahe. (Vgl. dazu H.C.Th. Jansen, Caroline Pichler. Schaffen und Weltanschauung im Rahmen ihrer Zeit, S.55). Der Konflikt zwischen Philosophie und christlichem Glauben wird in Ungers „Julchen Grünthal“ nur gestreift, als Karoline Falk sich über Glauben äußert: „Die Religion, zu der wir uns bekennen, - fuhr sie fort, - ist ein fester Pfeiler, da hingegen die Philosophie, wie unsere Modedamen sie treiben, nur ein Spazierstöckchen ist. bei guten, weit umfassenden Köpfen mag sie eine innere Kraft seyn, die ein wohlthätiges Licht auf dem Lebenswege verbreitet, aber bei mittelmäßigen und Weiber-köpfen ist sie nur Behelf, sich den nähern Pflichten einer positiven Religion zu entziehen.“(Julchen Grünthal 1, 374 f.) In ihren späteren Werken bleibt Unger zwar skeptisch gegenüber der Philosophie, aber „positive Religion“ spielt keine Rolle mehr. Eher distanziert sie sich zusehends, so wenn in den „Bekenntnissen einer schönen Seele“ die Bedeutung des Klopstocki-schen „Messias“ in seinem poetischen, nicht aber seinem religiösen Gehalt gegenüber dem Hofkaplan verteidigt wird (Bekenntnisse,182–184).Google Scholar
  61. 61.
    Friedrich Schiller, Über Anmut und Würde, in: F.Schiller, Werke in drei Bänden, Bd.II, S.405 f.Google Scholar
  62. 62.
    F.H.Jacobi, Woldemar, S.123 f. „Wir sagen nicht von der Vernunft im Menschen, daß sie ihren Menschen gebrauche; sondern vom Menschen, er gebrauche seine Vernunft. Sie ist die ursprüngliche Kunst, das unmittelbare Werkzeug des in Sinnlichkeit gehüllten Geistes; ist vereinende, unabläßig Einheit anstrebende Besinnung. So entstehen ihr Bilder des Gemeinsamen und Allgemeinen, reine Bilder; so schafft, ordnet, herrscht und gebietet sie durch die wunderbare Kraft des Worts, das von ihr ausgeht, wie sie selbst vom Geiste. Unermüdet der Sache das Wort, dem Wort die Sache zu finden, zu fügen; bringt sie, lösend und bindend, Wissenschaft und Kunst hervor; gründet theoretische und praktische Systeme. Aber das schlechterdings und an sich Wahre kommt auf diesem Wege nicht zum Menschen: Unerzeugt zu seyn ist dieses Wahren Natur. Seine Einsicht bedarf keiner Gesetze des Buchstabens; seine Kraft keines Buchstabens der Gesetze. Also jedesmal wenn die Vernunft solche Wahrheiten als Vordersätze zu ihren Schlüssen nimmt, so nimmt sie nicht was sie hervorgebracht. Alles absolut erste und letzte liegt außer ihrem Gebiet. Ihre ganze eigenthümliche Geschäftigkeit ist eine bloße vermittelnde Geschäftigkeit für Sinn, Verstand und Herz, deren gemeinschaftliche \konomie sie zu verwalten hat. Diese Vernunft kann daher unmöglich die Quelle selbst jener Weisheit seyn, nach der wir, als dem höchsten Gut, verlangen.“Google Scholar
  63. 63.
    Tarnow, Natalie, S.267 f.Google Scholar
  64. 64.
    Johann Gottlieb Fichte, Grundlage des Naturrechts (1796), 2.Abschnitt, in: J.G.Fichte, Werke. Auswahl in sechs Bänden, hg. von Fritz Medicus, Leipzig o.J., S. 322Google Scholar
  65. 65.
    Ebd. S.343Google Scholar
  66. 66.
    Ebd. S.349Google Scholar
  67. 67.
    Ebd. S.353Google Scholar
  68. 68.
    Goethe, Berliner Ausgabe, Bd. 17, S. 420Google Scholar
  69. 69.
    Ebd. S.410f.Google Scholar
  70. 70.
    Paulus, Wilhelm Dumont, S.39Google Scholar
  71. 71.
    Ebd. S.38 und S.202 f.Google Scholar
  72. 72.
    Ebd. S.284Google Scholar
  73. 73.
    Vgl. Eckart Kleßmann, Caroline. das beben der Caroline Michaelis-Böhmer-Schlegel-Schelling, S.147 f. und Gisela Dischner, Caroline und der Jenaer Kreis. Ein Leben zwischen bürgerlicher Vereinzelung und romantischer Geselligkeit, S.204Google Scholar
  74. 74.
    Fichte, Grundlage des Naturrechts, S.349Google Scholar
  75. 75.
    Alexander Pope, An Essay an Man, London/New York 1966, S. 46Google Scholar
  76. 76.
    Goethe,Berliner Ausgabe, Bd.17, S.415 f.Google Scholar
  77. 77.
    Magdalene Heuser, ‘Spuren trauriger Selbstvergessenheit’ - Möglichkeiten eines weiblichen Bildungsromans um 1800: Friederike Helene Unger, in: Albrecht Schöne (Hg.), Kontroversen, alte und neue, Tübingen 1986, Bd.6, S.30 ff. S.Google Scholar
  78. 78.
    Unger, Bekenntnisse, S.227Google Scholar
  79. 79.
    Kant, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, S.851 und Unger, Bekenntnisse, 240 f.Google Scholar
  80. 80.
    Kant, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, S. 829Google Scholar
  81. 81.
    Vgl. Unger, Bekenntnisse, S. 183Google Scholar
  82. 82.
    Schiller, Über Anmut und Würde, S.398 f. „Von den sprechenden Zügen, die immer ein Ausdruck der Seele sind, muß man die stummen Züge unterscheiden, die bloß die plastische Natur, insofern sie von jedem Einfluß der Seele unabhängig wirkt. […] Für den Physiognomen sind diese stummen Züge keineswegs bedeutungsleer, weil der Physiognome nicht bloß wissen will, was der Mensch selbst aus sich gemacht, son-dem auch, was die Natur für und gegen ihn getan hat. […] Es ist nicht so leicht, die Grenzen anzugeben, wo die stummen Züge aufhören und die sprechenden beginnen.[…] Der plastischen Natur gehört an solchen Formen nur das Generische, die ganze Individualität der Ausführung aber der Person an.; E…].“Google Scholar
  83. 83.
    Unger, Bekenntnisse, S.320 ff.Google Scholar
  84. 84.
    Auch Maximenliteratur wurde von Frauen verfaßt, beispielsweise von Adolph von Knigges Tochter: Philippine Eregine von Reden- Knigge, Lebensregeln aus den besten ältem und neuem Schriftstellern, Leipzig 1799/1800 Dies., Anleitung klug und weise zu leben oder Lebensregeln, Grätz 1803Google Scholar
  85. 85.
    Z.B. Tarnow, Natalie, S.170–174. Zahlreiche Beispiele finden sich in Sophie von La Roches „Erscheinungen am See Oneida“.Google Scholar
  86. 86.
    Wilhelmine aus K.A.Fischers „Die Honigmonathe“ bietet ihrer Freundin Julie an, sich vor der Heirat mit dem ungeliebten Olivier zu ihr zu flüchten und mit ihr eine Lebensgemeinschaft einzugehen.Google Scholar
  87. 87.
    Fichte, Grundlage des Naturrechts, S. 356 f.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1992

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  • Eva Kammler

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