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Die Entwicklung des Rechtsextremismus

  • Richard Stöss

Zusammenfassung

Die Entwicklung des Rechtsextremismus steht nur in mittelbarem Zusammenhang mit der Politik der sozialliberalen Koalition aus SPD und FDP. Denn seine Ursachen sind vielfältiger Art, sie erstrecken sich nicht nur auf Machtkonstellationen, Gesetzgebung und Verwaltung im politisch-staatlichen Bereich, sondern auf die gesellschaftlichen Verhältnisse insgesamt (s. dazu unten, Abschn. 5). Gleichwohl springen einige politische Zusammenhänge ins Auge: Mit dem Beginn der sozialliberalen Koalition setzte der Niedergang der NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) ein, die Ende 1964 nach langen Jahren der Erfolglosigkeit des westdeutschen Rechtsextremismus als Sammlungspartei diverser Gruppen entstanden und dann in den Jahren der „Großen Koalition“ in sieben Landesparlamente mit insgesamt 61 Abgeordneten eingezogen war. 1970/72 erregte dann die gegen die Ostpolitik der sozialliberalen Koalition gerichtete, teilweise außerordentlich militante und weithin von NPD-Funktionären initiierte „Aktion Widerstand“ erhebliches Aufsehen. Sie war ein Teil eines weit in das Lager der Unionsparteien und der FDP hineinreichenden betont antikommunistischen „Rechtskartells“ das mit sehr rabiaten Methoden vor allem auf die Entmachtung der Regierungsparteien zielte. Von den militanten Aktivitäten im Zusammenhang mit der „Aktion Widerstand“ führte dann ein direkter Strang zu den Mitte der siebziger Jahre entstehenden (neo)nazisitischen Zirkeln, die sich terroristischer Mittel im Kampf gegen die Bundesrepublik bedienen.

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Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH, Leverkusen 1984

Authors and Affiliations

  • Richard Stöss

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