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Programmatische Schwerpunkte des KUD im Kontext der deutschlandpolitischen Entwicklung von 1954 bis 1977/78

  • Leo Kreuz

Zusammenfassung

Um die Tätigkeit des KUD nicht zusammenhanglos und zufällig erscheinen zu lassen, soll im folgenden versucht werden, einige zeitlich eingrenzbare programmatische Schwerpunkte des KUD aufzuzeigen. Dieser Versuch erscheint durchführbar und schwierig zugleich: durchführbar deswegen, weil sich in der Tat konkrete Anhaltspunkte dafür finden lassen, daß sich das KUD in dem hier behandelten Zeitraum in einzelnen Zeitabschnitten auf verschiedene Ziele besonders konzentrierte. Eher schwierig mutet der Versuch aus mehreren Gründen an: Einmal sind die Grenzen zwischen den einzelnen Phasen fließend, d.h. vieles, was sich erst in späteren Jahren zu einem programmatischen Schwerpunkt entwickelte, war schon lange vorher diskutiert bzw. angekündigt worden. Zum anderen besteht hier das kaum lösbare Problem, Äußerungen einzelner führender KUD-Akteure, z.B. W. W. Schütz’,1 als zutreffende KUD-Meinung und nicht nur als private Meinungsäußerung anzusehen. Schließlich wird eine zeitliche Eingrenzung durch den Umstand erschwert, daß sich die gesamte KUD-Arbeit einerseits ausschließlich und direkt von der voluntaristischen und pathetischen2 Formel „Unteilbares Deutschland“ lenken ließ, andererseits das KUD aber — zumindest prinzipiell, um sich nicht ins politische Abseits zu manövrieren — sein Agieren an der jeweiligen Bonner Deutschlandpolitik orientieren mußte, die ihrerseits keineswegs stringent zu sein schien und sich allenfalls als „schattenhafte Parallele“ zur Außenpolitik darstellte.3

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Anmerkungen

  1. 2.
    In seiner Rundfunk-Abschiedsansprache zum Ende seiner Amtszeit am 12.9.1959 sagte Theodor Heuss: „Als vor Jahren Jakob Kaiser mir den Plan vortrug, eine breite überparteiliche Vereinigung ins Leben zu rufen,…erbat er meinen Rat, unter welche Parole ein solcher Versuch gestellt werden möge; da gab ich zwei Vokabeln als Antwort:,Unteilbares Deutschland’. Er nahm die Losung dankbar an, denn er spürte wohl unmittelbar das Doppelte, das durch diesen Begriff schwingt; das verhaltene Pathos einer politischen Forderung, die uns von dem Leid dieser Gegenwart aufgezwungen ist, und die fast nüchterne Feststellung einer zweifachen Gegebenheit: das geschichtliche Bewußtsein, dem deutschen Volks-und Staatswerden zugewandt, kennt keine Scheidung, keine Teilung der Werte, es spürt in der Vielfarbigkeit von Persönlichkeiten, von landsmannschaftlicher Artung sich bindende, die gebundene Einheit.“ (zitiert nach: Hans Heinrich Welchert (Hrsg.), Theodor-Heuss-Lesebuch, Tübingen 1975, S. 404).Google Scholar
  2. 3.
    Vgl. hierzu: Helmut Lindemann, Überlegungen zur Bonner Deutschlandpolitik 1945–1970, in: Karl Dietrich Bracher (Hrsg.), Nach 25 Jahren — Eine Deutschland-Bilanz, München 1970, S. 62–82. Lindemann meint hier pointiert: „Weil in der Ära Adenauer die Deutschlandpolitik eine bloße Funktion der Außenpolitik war, läßt sich eine durchlaufende Linie der Deutschlandpolitik… überhaupt nicht oder allenfalls als schattenhafte Parallele zur Außenpolitik Adenauers ziehen. Bezeichnend war jedenfalls, daß die von Adenauer geführten Bundesregierungen, die auf manchen Gebieten durchaus der Initiative fähig waren, in der Deutschlandpolitik immer nur reagiert, aber niemals selbständig agiert haben.“ (S. 71). Eine andere Meinung vertreten z.B. Hans Buchheim, Adenauers Deutschlandpolitik, in: Konrad-Adenauer-Stiftung (Hrsg.), Konrad Adenauer — Ziele und Wege. Mainz 1972, S. 83–95 und Klaus Gotto, Realist und Visionär. Der Deutschland-und Ostpolitiker Konrad Adenauer, in: Poltik und Kultur, Nr. 3/4 1975, S. 99–118 oder Hans-Peter Schwarz, Adenauers Wiedervereinigungspolitik — Zwischen Wollen und realpolitischem Zwang, in: „Die Politische Meinung”, November/Dezember 1975, S. 33–54; vgl. auch ders., Das Spiel ist aus und alle Fragen offen, oder: Vermutungen zu Adenauers Wiedervereinigungspolitik, in: Helmut Kohl (Hrsg.), Konrad Adenauer 1976/1976, Stuttgart 1976, S. 168–184.Google Scholar
  3. 8.
    Dieser Anspruch wird immer wieder formuliert. So sagte Schütz in einer Sendung des Hessischen Rundfunks am 28.3.1956: „Das wichtigste Ergebnis scheint mir darin zu bestehen…, daß man sagen konnte, hier (gemeint war die Jahrestagung des KUD von 1956) vertritt sich tatsächlich die.wiedervereinigungsgewillte deutsche Öffentlichkeit selbst.“ (Manuskript im Besitz des Verfassers.) An anderer Stelle formulierte Ernst Lemmer pointierter: „Das Kuratorium ist eine private Organisation; wir repräsentieren unser Volk.” (in einer Sitzung des Politischen Ausschusses am 19.5.1960; Protokoll in KUD-A 88).Google Scholar
  4. 9.
    Vgl. Elisabeth Noelle/Erich Peter Neumann (Hrsg.), Jahrbuch der öffentlichen Meinung 19681973, Allensbach/Bonn 1974, S. 525.Google Scholar
  5. 10.
    Vgl. Gebhard Schweigler, Nationalbewußtsein in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, Düsseldorf 1973, S. 116f.Google Scholar
  6. 11.
    Vgl. Elisabeth Noelle/Erich Peter Neumann (Hrsg.), Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1947–1955, Allensbach 1956, S. 315.Google Scholar
  7. 12.
    Vgl. Elisabeth Noelle/Erich Peter Neumann (Hrsg.), Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1965–1967, Allensbach/Bonn 1967, S. 389.Google Scholar
  8. 13.
    Vgl. Elisabeth Noelle/Erich Peter Neumann (Hrsg.), Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1958–1964, Allensbach/Bonn 1965, S. 483.Google Scholar
  9. 16.
    Vgl. „Rundbrief“ Nr. 4, Juli/August 1961 und Nr. 5, Juli/August 1962 sowie Nr. 5, Juli/August 1963.Google Scholar
  10. 22.
    Der Konferenzverlauf und die wesentlichen Konferenzdokumente sind wiedergegeben bei: Eberhard Jäckel (Hrsg.), Die deutsche Frage 1952–1956. Notenwechsel und Konferenzdokumente der vier Mächte, Frankfurt/M. 1957, S. 59–71.Google Scholar
  11. 24.
    Zur Vorgeschichte der Konferenz und zu deren Verlauf vgl.: Konrad Adenauer, Erinnerungen, II, 1953–1955, Stuttgart 1966, S. 256f.Google Scholar
  12. 26.
    Vgl. z.B. Thilo Vogelsang, Das geteilte Deutschland, München 6. Aufl. 1975 (dtv-TB 4011), S. 144.Google Scholar
  13. 29.
    Klaus Gotto, Adenauers Deutschland-und Ostpolitik 1954–1963; hier und im folgenden zitiert nach: Klaus Gotto/Hans Maier/Rudolf Morsey/Hans-Peter Schwarz (Hrsg.), Konrad Adenauer. Seine Deutschland-und Außenpolitik 1945–1963, München 1975 (dtv-TB 1151), S. 158.Google Scholar
  14. 31.
    Vgl. hierzu ausführlich Baring, a.a.O., und Paul Noack, Das Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft, Düsseldorf 1977.Google Scholar
  15. 33.
    Zum Verlauf der Debatte in der französischen Nationalversammlung vgl.: Adenauer, II, a.a.O., S. 289ff.Google Scholar
  16. 35.
    So Andreas Hillgruber, Deutsche Geschichte 1945–1972. Die „Deutsche Frage“ in der Weltpolitik, Frankfurt/Berlin/Wien 1974 (Ullstein-TB DG 9), S. 64.Google Scholar
  17. 36.
    Vgl. zur Vorgeschichte ausführlich Adenauer, II, a.a.O., S. 305ff und Besson, a.a.O., S. 154ff (S. 144ff).Google Scholar
  18. 45.
    Richard Löwenthal, Vom kalten Krieg. zur Ostpolitik, in: ders./Hans-Peter Schwarz (Hrsg.), Die zweite Republik. 25 Jahre Bundesrepublik Deutschland - eine Bilanz, Stuttgart 1974, S. 626.Google Scholar
  19. 62.
    Noack, a.a.O., S. 56. Diese Auffassung wird dadurch bestätigt, daß unmittelbar nach Abreise Adenauers eine Delegation der DDR in Moskau eintraf, um dort über einen „Vertrag über die Beziehungen zwischen der DDR und der Sowjetunion“ zu verhandeln, der am 20.9.1955 unterzeichnet wurde (vgl. hierzu: Akademie der Wissenschaften der DDR, Zentralinstitut für Geschichte (Hrsg.), DDR. Werden und Wachsen. Zur Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin (Ost) 1974, S. 277ff).Google Scholar
  20. 67.
    Zum „Radford-Plan“ vgl.: Besson, a.a.O., S. 174ff (S. 161ff); vgl. auch: Hans-Gert Pöttering, Adenauers Sicherheitspolitik 1955–1963. Ein Beitrag zum deutsch-amerikanischen Verhältnis, 2. Aufl. Düsseldorf 1976, S. 62ff.Google Scholar
  21. 68.
    Vgl. hierzu ausführlich: Gerhard Wettig, Entmilitarisierung und Wiederbewaffnung in Deutschland, München 1967 und: Pöttering, a.a.O., S. 62ff.Google Scholar
  22. 71.
    Wolfram F. Hanrieder, Die stabile Krise. Ziele und Entscheidungen der bundesrepublikanischen Außenpolitik 1949–1969, Düsseldorf 1971, S. 140.Google Scholar
  23. 72.
    Vgl. hierzu ausführlich Hans-Peter Schwarz, Das außenpolitische Konzept Konrad Adenauers, in: Klaus Gotto… (vgl. Anm. II, 29), 97–155.Google Scholar
  24. 73.
    Zu den internationalen Konstellationen der Jahre 1945–1963 und deren Wirkungen auf die bundesdeutsche Außenpolitik vgl.: Wolfram F. Hanrieder, West German Foreign Policy 19491963. International Pressure and Domestic Response, Stanford 1967.Google Scholar
  25. 78.
    Helga Haftendorn, Abrüstungs-und Entspannungspolitik zwischen Sicherheitsbefriedigung und Friedenssicherung. Zur Außenpolitik der Bundesrepublik 1955–1973, Düsseldorf 1974, S. 38.Google Scholar
  26. 80.
    Vgl. hierzu: Fritz Erler, Politik für Deutschland, Stuttgart 1968 und vgl. Soell, a.a.O., S. 352ff.Google Scholar
  27. 81.
    Programm wiedergegeben bei: Hans-Adolf Jacobsen (Hrsg.), Mißtrauische Nachbarn. Deutsche Ostpolitik 1919/1970. Dokumente und Analyse, Düsseldorf 1970, S. 284ff.Google Scholar
  28. 82.
    Vgl. hierzu ausführlich: Hans Karl Rupp, Außerparlamentarische Opposition in der Ära Adenauer. Der Kampf gegen die Atombewaffnung in den fünfziger Jahren, Köln 1970, bes. bes. S. 49ff.Google Scholar
  29. 84.
    Über die Kundgebung berichtete ausführlich in breiter Aufmachung unter der Überschrift „Die Einheit geht über alles“ der SPD-nahe „Telegraf” vom 30.1.1955.Google Scholar
  30. 87.
    Vgl. hierzu Hans-Peter Schwarz, Vom Reich zur Bundesrepublik. Deutschland im Widerstreit der außenpolitischen Konzeptionen in den Jahren der Besatzungsherrschaft 1945–1949, Neuwied 1966.Google Scholar
  31. 88.
    Etwas gekürzt wird der „Pfleiderer-Plan“ wiedergegeben bei: Jacobsen (Hrsg.), a.a.O., S. 271ff; vgl. ausführlich: Karl Georg Pfleiderer, Politik für Deutschland. Reden und Aufsätze 19481956, Stuttgart 1961, S. 100ff.Google Scholar
  32. 93.
    KUD-Mitinitiator Gradl schrieb in seiner Zeitung „Der Tag“ am 28.2.1954: „Aber es ist unleugbar, daß quer durch alle Stände und Schichten eine… Teilnahmslosigkeit geht. Was wir brauchen, ist gerade das Gegenteil. Das ist ein Aufstand gegen die nationale Trägheit, ist echtes gesamtdeutsches Temperament, das auch den letzten Träumer und Egoisten aufrüttelt.” (Artikel abgedruckt in: Johann Baptist Gradl, Für deutsche Einheit. Zeugnisse eines Engagements, Stuttgart 1975, S. 82). Kaiser drückte dies bei der KUD-Gründungssitzung in Bad Neuenahr am 14.6.1954 ebenfalls, wenn auch etwas zurückhaltender, aus (vgl. Kaisers Rede in: Reden und Dokumente…, a.a.O., S. 14ff).Google Scholar
  33. 95.
    Vgl. zur Ost-und Deutschlandpolitik der fünfziger Jahre allgemein: Hans-Adolf Jacobsen/ Otto Stenzl (Hrsg.), Deutschland und die Welt: Zur Außenpolitik der Bundesrepublik 19491963, München 1964 (dtv-TB 174/75); zur Deutschlandpolitik der DDR in den fünfziger und sechziger Jahren vgl. Clemens Bosch, Der Wandel der offiziellen sowjetzonalen Stellung zur deutschen Frage und das heutige Selbstverständnis der,DDR`, Jur. Diss. Würzburg 7.2.1965; vgl. ebenso Fritz Kopp, Kurs auf ganz Deutschland? Die Deutschlandpolitik der SED, Stuttgart 1965, bes. S. 167–316.Google Scholar
  34. 96.
    Vgl. hierzu z.B.: Karl Dietrich Bracher, Zwischen Stabilisierung und Stagnation: Die mittleren Jahre der Ära Adenauer (1956/57), in: Heinz Maus (Hrsg.), Gesellschaft, Recht und Politik — Wolfgang Abendroth zum 60. Geburtstag, Neuwied und Berlin 1968, S. 45–61.Google Scholar
  35. 110.
    Vgl. Bericht und Ausblick (1957), S. 26–28. Das Einsammeln des „Wiedervereinigungspfennigs“ fand in den Schulen statt; die Gelder sollten für die „Begegnung der Jugend über den Eisernen Vorhang hinweg sinnvoll verwendet” werden. Unter dem Motto „Jugend beschenkt Jugend“ wandte sich das KUD vor Weihnachten 1956 und 1957 an die bundesdeutschen Jugendlichen mit der Bitte, „kleine Weihnachtsgeschenke für die Jugend in Mitteldeutschland anzufertigen”.Google Scholar
  36. 111.
    Vgl. zum Aufruf: „Zwei Gedenkminuten am 18. Juli“, in: „Telegraf” vom 5.7.1955 und „Die Räder standen still“, in: „Telegraf” vom 19.7.1955.Google Scholar
  37. 113.
    Eine Reihe weiterer Aktivitäten, die teils von der Bonner KUD-Zentrale, teils von den schon bestehenden Landes-, Kreis-oder Ortskuratorien angeregt worden waren, werden in Bericht und Ausblick 1955–1956 und in Bericht und Ausblick (1957) aufgelistet.Google Scholar
  38. 114.
    Zum Echo vgl. z.B. „Ein Professor zerstört Illusionen“, in: „Die Welt” vom 13.6.1955 und „Endlich kam die Antwort“ und „Nur die Einheit bringt die Lösung”, in: „Telegraf“ vom 14.6.1955. Rede Heimpels wiedergegeben bei Wilhelm Wolfgang Schütz (Hrsg.), Bewährung im Widerstand. Gedanken zum deutschen Schicksal, Stuttgart 1956, S. 9–17.Google Scholar
  39. 115.
    Zit. nach ebenda, S. 17. In einem Schreiben vom 9.6.1977 an den Verfasser meinte Heimpel allerdings, daß er mit seiner damaligen Braunschweiger Rede nur versucht habe, „in altmodischen, in den 50er Jahren noch möglichen Patriotismen darzulegen, was auf der Hand lag: daß Deutschland eben teilbar sei.“Google Scholar
  40. 119.
    So witzelte unter der Überschrift „Volksbewegung?“ der Kommentator der „Stuttgarter Zeitung” vom 10.2.1955: „Wir haben nicht nur eine Volksbewegung, sondern gleich zwei…“; vgl. auch „Zwischen Aktion und Gegenaktion”, in: „Süddeutsche Zeitung“ vom 9.2.1955.Google Scholar
  41. 124.
    Der „Erweiterte Eden-Plan“ wird wiedergegeben in: Auswärtiges Amt (Hrsg.), Die Bemühungen der deutschen Regierung und ihrer Verbündeten um die Einheit Deutschlands 1955–1966 (Weißbuch)” (im folgenden zitiert: „Die Bemühungen…“), S. 93ff.Google Scholar
  42. 125.
    Vgl. Philip Windsor, Deutschland gegen Deutschland. Die Überwindung der Gegensätze, Zürich/Köln 1971, S. 109f.Google Scholar
  43. 128.
    Das Memorandum wurde neben den vier Großmächten den Regierungen Kanadas, Belgiens Dänemarks, der Tschechoslowakei, der DDR sowie, über die Schwedische Botschaft, der Bundesrepublik übermittelt (vgl. Haftendorn, a.a.O., S. 380 Anm. 87).Google Scholar
  44. 135.
    Rede auszugsweise wiedergegeben bei: Boris Meissner, Moskau-Bonn. Die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik Deutschland 1955–1973. Dokumentation. Zwei Bände, Köln 1975, Band I, S. 455ff.Google Scholar
  45. 136.
    Vgl. hierzu ausführlich: Jack M. Schick, The Berlin Crisis 1958–1962, Philadelphia 1971.Google Scholar
  46. 137.
    Vgl. ebenda, bes. S. 12ff; Text der Note an die Bundesregierung in: Meissner a.a.O., S. 464ff.Google Scholar
  47. 138.
    Note der USA (gleichlautend mit denen von Frankreich und Großbritannien) in: Die Bemühungen…, a.a.O., S. 288ff.Google Scholar
  48. 139.
    Besson, a.a.O., S. 210 (S. 196) nennt einige der Gründe; vgl. ebenso Noack, Deutsche…, a.a.O., S. 73ff und Vogelsang, a.a.O., S. 213ff.Google Scholar
  49. 155.
    Die Sowjetunion hatte eines der seit 1954 über ihrem Territorium fliegenden amerikanischen U-2-Aufklärungsflugzeuge abgeschossen (vgl. hierzu: Schick, a.a.O., S. 97ff).Google Scholar
  50. 161.
    Vgl. z.B. Bandulet, a.a.O., S. 154ff; allgemein zu den deutsch-amerikanischen Beziehungen: Roger Morgan, Washington und Bonn. Deutsch-amerikanische Beziehungen seit dem Zweiten Weltkrieg, München 1975.Google Scholar
  51. 163.
    Text der beiden Reden: Thomas Dehler, Bundestagsreden, Bonn 1973, S. 215–246 und Gustav W. Heinemann, Verfehlte Deutschlandpolitik. Irreführung und Selbsttäuschung. Artikel und Reden, Frankfurt/M. 1966, S. 124–136.Google Scholar
  52. 164.
    Zur Deutschlandpolitik der SPD vgl. z.B. Hartmut Soell, Die Ostpolitik der SPD von Mitte der fünfziger Jahre bis zum Beginn der Großen Koalition, in: „Politik und Kultur“ 1/1976, S. 35–53, vgl. auch ders., Fritz Erler…, a.a.O..Google Scholar
  53. 166.
    Vgl. Hanrieder, Die stabile…, a.a.O., S. 154ff; zum Verhältnis von „Rapacki-Plan“ und „Deutschlandplan” vgl. auch den Artikel Fritz Erlers vom Herbst 1959, wiedergegeben bei Jacobsen/Stenzl (Hrsg.), a.a.O., S. 144ff; vgl. auch Soell, Fritz Erler…, a.a.O., S. 375ff.Google Scholar
  54. 188.
    In diesem Punkt griff das KUD eine Forderung des Deutschen Bundestages vom 23.1.1968 auf (Text in: Die Bemühungen…, a.a.O., S. 249), der damals ebenfalls die Bundesregierung aufgefordert hatte, sich dafür einzusetzen, daß die „Deutsche Frage“ in internationalen Verhandlungen zur Erörterung komme.Google Scholar
  55. 189.
    Text des Interviews in: Karl Jaspers, Freiheit und Wiedervereinigung. Über Aufgaben deutscher Politik, München 1960, S. 107ff. In diesem, im Herbst 1960 veröffentlichten Essay begründet Jaspers seine These von „Freiheit statt Wiedervereinigung“ ausführlich.Google Scholar
  56. 197.
    Später, im Jahre 1966, kam es dann doch zu einem nachhaltigen Dissenz zwischen Schütz und Jaspers. Der italienische Journalist Luigi Forni hatte Schütz den Wortlaut eines Interviews von Jaspers mit der Florentiner Zeitung „La Nazione“ (das Interview wurde am 24.6.1966 veröffentlicht) zugesandt. Jaspers hatte hier seine Thesen von 1960 wiederholt und gemeint, als Deutscher sei er „entsetzt” über die Forderung nach Wiedervereinigung. Schütz schrieb daraufhin Jaspers (das Schreiben wurde am 24.6.1966 der Presse übergeben), er, Jaspers, wolle allem Anschein nach nicht mehr die Freiheit, sondern nur noch die „Teilung an sich“. Der sich an diesen Brief anschließende Briefwechsel wurde von Jaspers mit einem Schreiben vom 29.6.1966 beendet. Jaspers hatte sich über die Schützsche Unterstellung, er, Jaspers, wolle die Freiheit nicht mehr, übermäßig geärgert. Es hieß daher am Schluß des Schreibens: „Sie fallen mit einer falschen, aufs äußerste disqualifizierenden Behauptung über mich her… Ich hoffe, daß die breite Öffentlichkeit nicht verlangt, daß ich einem Manne, der sich so verhält, noch weiter antworte. Um den Anspruch auf Miteinanderreden zu haben, muß man andere Voraussetzungen mitbringen, als Sie sie mir gezeigt haben.” (Briefwechsel und Text des Jaspers-Interviews in KUD-A 248).Google Scholar
  57. 202.
    Vgl. hierzu ausführlich Haftendorn, Abrüstungs-und…, a.a.O., bes. S. 61–79; vgl. auch Dieter Mahncke, Die Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn der sechziger Jahre, in: „Politik und Kultur“ 5/1975, S. 39–58 und Besson, a.a.O., S. 249ff (S. 233ff).Google Scholar
  58. 206.
    Vgl. hierzu: Schick, a.a.O., bes. S. 145ff und Kurt L. Shell, Bedrohung und Bewährung. Führung und Bevölkerung in der Berlin-Krise, Köln/Opladen 1965, bes. S. 1f.Google Scholar
  59. 211.
    Vgl. Vogelsang, a.a.O., S. 252 und Noack, a.a.O., S. 79. Die drei „essentials“ lauteten: 1. Aufrechterhaltung der westlichen Truppen in Berlin; 2. Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen und sonstigen Verbindungen zwischen Berlin und der Bundesrepublik; 3. Aufrechterhaltung des freien Verkehrs zwischen Berlin und der Bundesrepublik.Google Scholar
  60. 212.
    Zu den deutsch-amerikanischen Gesprächen vgl.: Walter Stützle, Kennedy und Adenauer in der Berlin-Krise 1961–1962, Bonn 1973, S. 162f.Google Scholar
  61. 216.
    Text des Interviews in: Dokumente zur Berlin-Frage 1944–1966, hrsg. vom Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, 3. Aufl. München 1967, S. 503–505.Google Scholar
  62. 218.
    Vgl. Reinhold Roth, Ostpolitik als Mittel der Deutschlandpolitik, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zu: „Das Parlament“. B 43/1969 vom 25.10.1969, S. 45ff.Google Scholar
  63. 220.
    Vgl. hierzu knapp und informativ Nolte, a.a.O., S. 486ff und sehr eindrucksvoll: Beiheft Nr. 5 zu: „Die Friedenspolitik der Bundesrepublik Deutschland“, aus: „Informationen für die Truppe”, 11/1962.Google Scholar
  64. 227.
    Zu Vertrag und zu den Schwierigkeiten vor der Ratifizierung vgl.: Gilbert Ziebura, Die deutsch-französischen Beziehungen seit 1945. Mythen und Realitäten, Pfullingen 1970.Google Scholar
  65. 231.
    Vgl. Bandulet, a.a.O., S. 233. Dennoch ließ Adenauer diesen Gedanken nicht sofort wieder fallen. Am 9.10.1962 erklärte er vor dem Deutschen Bundestag: „Ich erkläre erneut, daß die Bundesregierung bereit ist, über vieles mit sich reden zu lassen, wenn unsere Brüder in der Zone ihr Leben so einrichten können, wie sie es wollen. Menschliche Überlegungen spielen hier für uns eine noch größere Rolle als nationale.“ (Wiedergegeben in: Die Bemühungen…, a.a.O., S. 433ff, hier S. 436).Google Scholar
  66. 233.
    Vgl. Bandulet, a.a.O., S. 233ff. Das „Burgfriedensangebot“ hatte Adenauer ohne vorherige Konsultationen mit den Westmächten unterbreitet (vgL Bandulet, ebenda).Google Scholar
  67. 235.
    So Gotto, a.a.O., S. 245 eher zurückhaltend. Löwenthal. a.a.O., S. 659 formuliert pointierter: „Im Maße, wie der ersten Empörung über die Unmenschlichkeit der östlichen Maßnahme die Ernüchterung über die eigenen Illusionen folgte, wurde für die westdeutsche Öffentlichkeit sichtbar, daß aus einer Politik der Wiedervereinigung in Freiheit längst eine bloße Politik der Nichtanerkennung der Teilung ohne konkrete Hoffnung auf ihre Überwindung geworden war und daß mit der Fortsetzung dieser Politik die effektiven Schranken zwischen den beiden Teilen Deutschlands immer höher zu werden drohten.“Google Scholar
  68. 243.
    Zur „Spiegel-Affäre“ vgl. ausführlich: Jürgen Seifert (Hrsg.), Die Spiegel-Affäre, 2 Bände, Olten 1966, bes. Band I.Google Scholar
  69. 244.
    Jacobsen, Mißtrauische…, a.a.O., S. 329. Typisch für die damalige Empörung war der Artikel, den Marion Gräfin Dönhoff am 18.6.1961 in „Die Zeit“ unter dem Titel „Quittung für den langen Schlaf” veröffentlichte. Text wiedergegeben in: Marion Gräfin Dönhoff, Deutsche Außenpolitik von Adenauer bis Brandt, Hamburg 1970, S. 173ff.Google Scholar
  70. 247.
    Jedenfalls kommt dies in der Erklärung des Politischen Ausschusses vom 18.5.1960 (in KUD-A 88) zum Ausdruck: „Das Scheitern der Gipfelkonferenz infolge des Verhaltens des sowjetischen Ministerpräsidenten stellt für alle Deutschen eine tiefe Enttäuschung dar.“ Schon am 17.2. und am 18.3.1960 hatte sich der Politische Ausschuß damit beschäftigt, mit welchen Aktionen man die Gipfelkonferenz begleiten könnte (vgl. Protokolle der beiden Sitzungen in KUD-A 88); vgl. auch Schütz’ Kommentar in NDR und SFB am 2.4.1960, abgedruckt in: „Rundbrief” Nr. 3, März/April 1960, S. 2f. Andere politische Beobachter beurteilen die Erfolgsaussichten der geplanten Konferenz sehr skeptisch. So schrieb der Schweizer Journalist F.R. Allemann im „Monat“, Nr. 140 (Mitte April): „Niemand kann heute voraussagen, was aus den Beratungen der,Großen Vier’ auf dem Pariser Gipfel herauskommen wird. Bestimmt nicht herauskommen wird ein Fortschritt in der Richtung auf die deutsche Einheit. Das ist keine Prophezeihung, sondern eine Gewißheit.” (Abgedruckt in: Fritz Rend Allemann, Zwischen Stabilität und Krise. Etappen der deutschen Politik 1955–1963, München 1963, S. 164f).Google Scholar
  71. 248.
    Der Appell wurde in Form von Flugblättern verteilt (abgedruckt in: „Rundbrief“ Nr. 4, Juni/Juli 1960, S. 11).Google Scholar
  72. 249.
    Vgl. z.B. „Rundbrief“ Nr. 4, November 1960. Am 19.10.1960 hatte sich auch die Bundesregierung mit einer „Zirkularnote” an alle UNO-Mitglieder gewandt, worin sie ihren Standpunkt darlegte (Wiedergegeben in: Die Bemühungen…, a.a.O., S. 355ff). Einen solchen Schritt hatte schon im Mai 1958 der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, in einer Rede vor dem KUD von der Bundesregierung gefordert (vgl. „Theorien zur Wiedervereinigung“, in: „Süddeutsche Zeitung” vom 10.5.1968).Google Scholar
  73. 251.
    Vgl. z.B. „streng vertrauliches“ Papier, verabschiedet vom Engeren Politischen Ausschuß am 2.11.1962, das an den Bundespräsidenten und die Bundesregierung gesandt wurde (Titel: „Möglichkeiten neuer Initiativen in der Berlin-und Deutschland-Frage” in KUD-A 42).Google Scholar
  74. 252.
    Vgl. Rede von Schütz auf der KUD-Jahrestagung 1961, abgedruckt in: „Rundbrief` Nr. 7, Dezember/Januar 1961/62, S. 4f.Google Scholar
  75. 253.
    Vgl. mehrere solcher Papiere in KUD-A 83 und 89. Ausschließlich für Ausländer bestimmt war eine Broschüre, in der führende KUD-Akteure um Verständnis für die deutschen Probleme warben: Germany Indivisible (ed.), Towards a Solution of the Problem of Germany as a Contribution to World Peace, Köln 1963.Google Scholar
  76. 256.
    Vgl. Akademie der Wissenschaften der DDR, Wachsen und Werden…, a.a.O., S. 287; vgl. auch Ernst Deuerlein (Hrsg.), DDR 1945–1970. Geschichte und Bestandsaufnahme, München 4. Aufl. 1972 (dtv-TB 347), bes. S. 220ff und S. 238f.Google Scholar
  77. 257.
    Vgl. Protokolle der Sitzungen des Politischen Ausschusses vom 4.12.1961 (in KUD-A 90) und des Engeren Politischen Ausschusses vom 16.10.1962 (in KUD-A 91).Google Scholar
  78. 259.
    Kennedys Wahl zum US-Präsidenten hatte Schütz schon unmittelbar nach dessen Wahlsieg begrüßt. Kennedys Wahlkampf habe darauf hingedeutet, daß eine „phantasievolle, tatkräftige und konstruktive Politik“ in den USA betrieben werden würde (so in einem Interview mit der britischen Rundfunkgesellschaft BBC, teilweise wiedergegeben in: „Rundbrief` Nr. 7, Dezember/Januar 1960/61, S. 5).Google Scholar
  79. 260.
    Vgl. KUD—Papier vom 2.11.1962 und eine „Denkschrift“ in KUD-A 89; hier heißt es u.a.: „Der verfassungsrechtliche Einwand gegen eine Volksabstimmung, die auch zwei deutsche Staaten zur Erörterung stellt, läßt sich mit dem Hinweis auf die Saarabstimmung widerlegen. Der Auftrag des Grundgesetzes, die deutsche Einheit zu verwirklichen, läßt sich nämlich durch eine solche Volksabstimmung besser wahren, als durch Untätigkeit.”Google Scholar
  80. 266.
    Text der Vereinbarungen in: Boris Meissner (Hrsg.), Die deutsche Ostpolitik 1961–1970. Kontinuität und Wandel. Dokumentation, Köln 1970, S. 41, 63, 74. 75.Google Scholar
  81. 267.
    Vgl. hierzu allgemein: Klaus Günther, Der Kanzlerwechsel in der Bundesrepublik. AdenauerErhard-Kiesinger, Hannover 1970.Google Scholar
  82. 269.
    Text der Rede Bahrs in: Jacobsen (Hrsg.), Mißtrauische…, a.a.O., S. 351ff.Google Scholar
  83. 271.
    Zur Außenpolitik Schröders vgl.: Ernst Kuper, Frieden durch Konfrontation und Kooperation. Die Einstellung von Gerhard Schröder und Willy Brandt zur Entspannungspolitik, Stuttgart 1974; Noack, Deutsche Außenpolitik…, a.a.O., S. 93ff und Besson, a.a.O., S. 229ff (S. 307ff); vgl. auch Theo M. Loch, „Schröders Außenpolitik“, in: „Deutsche Zeitung” vom 8.10.1963 sowie Schröders Artikel „Germany Looks at Eastern Europe“, in: „Foreign Affairs”, 44, October 1965, Nr. 11 (deutsch in: Die Bemühungen….a.a.O., S. 541ff).Google Scholar
  84. 275.
    Haftendorn, Abrüstungs-und…, a.a.O., S. 206. Schröder ging mit seinen diesbezüglichen Überlegungen mit dem amerikanischen Politikwissenschaftler Brzezinski konform (vgl. Zbigniew Brzezinski, Alternative to Partition. For a Broader Conception of America’s Role in Europe, New York 1965).Google Scholar
  85. 279.
    Vgl. Kaack/Roth, a.a.O., S. 35 und 39; vgl. auch Noack, a.a.O., S. 106. Noack ist hier der Meinung, daß Schröder keineswegs die allein treibende Kraft der „Politik der Bewegung“ gewesen sei, der Kanzler L. Erhard habe hier mindestens die gleichen Meriten.Google Scholar
  86. 280.
    So meint Besson a.a.O., S. 333 (S. 310): „Es gehört zu den Eigentümlichkeiten der Schröderschen Politik, daß sie sich selbst programmatisch kaum zu akzentuieren verstand und deswegen hier auch nicht die Frage beantwortet werden kann, wie weit die hinter der Taktik des Tages stehende Strategie tatsächlich reichte.“Google Scholar
  87. 284.
    Die wesentlichen Teile der Denkschrift bei: Jacobsen (Hrsg.), a.a.O., S. 362ff.Google Scholar
  88. 289.
    Zu den Passierscheinabkommen vgl. z.B.: Ludwig Eberlein, Experiment Berlin. Plädoyerfür eine deutsche Konföderation, Köln/Berlin 1967, S. 104ff und Ernst R. Zivier, Die Nichtanaerkennung im modernen Vökerrecht. Probleme staatlicher Willensäußerung, 2. Aufl. Berlin 1969, S. 183ff und S. 230ff.Google Scholar
  89. 298.
    Zur Ost-und Deutschlandpolitik der Großen Koalition vgl. kurz und informativ: Günter Schmid, Die Deutschlandpolitik der Regierung Brandt/Scheel, München 1975 (bes. das erste Kapitel); vgl. auch Vogelsang, a.a.O., S. 311ff und vgl. Robert W. Dean, The Politics of West German Trade with the Soviet Bloc 1954–1968, phil diss. Denver 1970, bes. S. 129–152.Google Scholar
  90. 299.
    Vgl. hierzu ausführlich: Regine Siewert/Helmut Bilstein, Gesamtdeutsche Kontakte. Erfahrungen mit Parteien-und Regierungsdialog, Opladen 1969.Google Scholar
  91. 310.
    So wurden beispielsweise die Passierscheinabkommen lebhaft und vorbehaltlos begrüßt; vgl. „Rundbrief“ Nr. 1, Januar/Februar 1964, S. 3.Google Scholar
  92. 312.
    Der Politische Ausschuß beschäftigte sich beispielsweise damit, ob an der innerdeutschen Grenze Atomwaffen installiert seien. Schütz fragte daraufhin am 18.12.1964 beim damaligen Verteidigungsminister von Hassel an, ob dort „nukleare Minenfelder“ angelegt seien; dies würde, falls es zuträfe, „die Aufgabe aller Deutschen, die Welt vom Weiterbestehen der deutschen Einheit und vom Widerstand gegen die Teilung zu überzeugen, unerhört erschweren”. Von Hassel antwortete am 22.12.1964, daß es weder einzelne Atomminen noch Atomminengürtel an der Zonengrenze gebe. Es sei nicht einmal geplant, konventionelle Minen in Friedenszeiten im Zonenrandgebiet zu installieren (der Briefwechsel wurde in „KUD-Mitteilungen“ vom Januar 1965 veröffenlicht; vorhanden in KUD-A 19).Google Scholar
  93. 332.
    Am 3.2.1966 hatte das KUD-Präsidium in einem Arbeitsprogramm für 1966 festgelegt: „Erhaltung der nationalen Einheit durch menschliche Begegnung, kulturellen Austausch und geistige Auseinandersetzung!“ (vgl. „Politik” Nr. 1/1966, S. 114).Google Scholar
  94. 333.
    Vgl. „Baldige Reform des politischen Strafrechts gefordert“, in: „FAZ” vom 30.3.1966; vgl. auch Protokoll der Sitzung des Politischen Ausschusses vom 28.3.1966 (bes. S. 40ff) in KUD-A 175: Das KUD befürwortete hier Verhandlungen mit der DDR-Administration „auf mittlerer Ebene“. In einem Interview mit der „Nordwest Zeitung” vom 10.11.1966 meinte Schütz, es sei „unsinnig“, aus jedem Fall einer Kontaktaufnahme „gleich ein Grundsatzproblem der Anerkennung Pankows zu machen”.Google Scholar
  95. 334.
    Günter Gaus, Staatserhaltende Opposition oder hat die SPD kapituliert? Gespräche mit Herbert Wehner, Hamburg 1966.Google Scholar
  96. 338.
    Vgl. „In der Deutschlandpolitik offensiv werden“, in: „Das Parlament” vom 28.12.1964; in den „Reformen“ erneuerte Schütz seine Forderung nach einer „Zusammenfassung” aller Kräfte und begründete dies (S. 57ff).Google Scholar
  97. 339.
    In einem Interview mit dem „Wiesbadener Tagblatt“ vom 26.10.1966 sagte Schütz: „Ich befürworte in erster Linie eine Allparteienregierung. Wenn sie nicht zustandekommt, dann eine Große Koalition.”Google Scholar
  98. 340.
    Vgl. die verschiedenen Reden anläßlich der KUD-Jahrestagung vom 9. bis 12.12.1966, wiedergegeben in „Politik“ Nr. 1/1967 (bes. die Rede Gradls); vgl. auch die Artikel von Schütz und Leverenz „Am Anfang steht die Tat — nicht die donnernde Rede” und „Dann müssen wir eben ins kalte Wasser springen“, in: „Die Welt” vom 8.2.1967.Google Scholar
  99. 348.
    Wilhelm Wolfgang Schütz, Neue Wege in der Deutschlandpolitik, in: „Die Neue Gesellschaft“, Mai/Juni 1967, S. 190–198, hier S. 196.Google Scholar
  100. 349.
    Text der Denkschrift und die Reaktion darauf in: Wilhelm Wolfgang Schütz, Deutschland-Memorandum. Eine Denkschrift und ihre Folgen, Frankfurt/M. 1968 (Fischer-TB 903); vgl. auch die synoptische Darstellung von Wilhelm Nobel, Deutschland-Memorandum und Deutschland-Politik, Bonn 1968 und Karl Josef Partsch, Grundrechte und Wiedervereinigung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zu „Das Parlament“, B 24/1968 vom 12.6.1968, S. 3f.Google Scholar
  101. 351.
    Institut für Internationale Beziehungen der DDR (Hrsg.), Außenpolitik der DDR - für Sozialismus und Frieden, Berlin (Ost) 1974, S. 223.Google Scholar
  102. 354.
    Zur Vorgeschichte des SALT-Abkommens vgl. z.B.: Erhard Forndran, Probleme der internationalen Abrüstung. Die Bemühungen um Abrüstung und kooperative Rüstungssteuerung, Frankfurt/Berlin 1970.Google Scholar
  103. 355.
    Vgl. Andrew J. Pierre, Das SALT-Abkommen und seine Auswirkungen auf Europa, in: Europa-Archiv 13/1972, S. 431–440.Google Scholar
  104. 360.
    Vgl. Karl Kaiser, Die Auswirkungen der Energiekrise auf die westliche Allianz, in: Europa-Archiv 24/1974, S. 813–824.Google Scholar
  105. 361.
    Vgl. David Aaron, Wladiwostok und danach: Krise der Entspannung?, in: Europa-Archiv 4/1975, S. 113–120.Google Scholar
  106. 362.
    Vgl. Lothar Ruehl, Die strategische Debatte in den Vereinigten Staaten, in: Europa-Archiv 23/1974, S. 787–798.Google Scholar
  107. 364.
    Dokument abgedruckt in: Auswärtiges Amt (Hrsg.), Die Auswärtige Politik der Bundesrepublik Deutschland, Köln 1972, S. 640f.Google Scholar
  108. 366.
    Auszugsweise abgedruckt bei: Hans-Adolf Jacobsen/Wolfgang Mallmann/Christian Meier (Hrsg.), Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Analyse und Dokumentation, Köln 1973, S. 81ff.Google Scholar
  109. 371.
    Vgl. hierzu z.B.: Enst Zivier, Der Rechtsstatus des Landes Berlin. Eine Untersuchung nach dem Viermächteabkommenvom 3. September 1971, Berlin 1973.Google Scholar
  110. 375.
    Vgl. Per Fischer, Das Ergebnis von Belgrad, in: Europa-Archiv 8/1979, S. 221–230.Google Scholar
  111. 376.
    Vgl. Lothar Ruehl, Die Wiener Verhandlungen über einen Truppenabbau in Mitteleuropa, in: Europa-Archiv 13/1977, S. 399408.Google Scholar
  112. 377.
    Zu Perspektiven der Entspannungspolitik vgl.: Hans-Adolf Jacobsen, Erfordernisse einer künftigen realen Entspannungspolitik in Europa, in: Beiträge zur Konfliktforschung 1/1978, S. 55–69.Google Scholar
  113. 402.
    Karlheinz Niclauß, Kontroverse Deutschlandpolitik. Die politische Auseinandersetzung in der Bundesrepublik Deutschland über den Grundlagenvertrag mit der DDR, Frankfurt/M. 1977, S. 7.Google Scholar
  114. 408.
    Vgl. Christian Hacke, Die Ost-und Deutschlandpolitik der CDU/CSU. Wege und Irrwege der Opposition seit 1969, Köln 1975, S. 56.Google Scholar
  115. 428.
    Einige Zeit später hieß es im „Bayern-Kurier“: „Doch schon längst benutzte er (Schütz — L.K.) das Kuratorium als Propaganda-Podium für neutralistische Konvergenzpolitik… ” („Honoratioren-Posse“, in: „Bayern-Kurier” vom 27.7.1974).Google Scholar
  116. 440.
    Vgl. „Ist Deutschland noch unteilbar?“, in: „Rheinische Post” vom 22.9.1971: hier wird der Ausspruch eines CDU-Politikers zitiert, der Schütz als „Regierungsknappe“ bezeichnet hatte.Google Scholar
  117. 441.
    So schrieb der neue KUD-Referent Totte an alle Landesgeschäftsführer, bei einem Gespräch zwischen KUD und CDU-Vertretern (Gradl, von Hassel?) sei „volle Übereinstimmung über Zielsetzung und Arbeitsweise“ des KUD festgestellt worden. Der Eindruck eines Gegensatzes zwischen KUD und Unionsparteien sei also völlig unbegründet, und man möge solchen gelegentlich aufkommenden Gerüchten energisch widersprechen (Rundschreiben in KUD-A 329).Google Scholar
  118. 442.
    Als Schütz H. Wehners Meinung zu einem eventuellen „Ausbooten“ der Unionsparteien aus der KUD-Spitze einholte, wollte Wehner davon nichts wissen: Wenn das KUD nicht so weiterbestehen könne, wie es sei, sollte man es auflösen. Würde die Opposition aus der KUD-Spitze verdrängt, dann hätte das „unweigerlich” zur Folge, daß die CDU/CSU „entweder unter gleichem oder ähnlichem Namen sich diese Sache aneignen“ würde (Aktennotiz über das Gespräch vom 2.4.1973 in KUD-A 259).Google Scholar
  119. 444.
    Vgl. Aktennotiz über Gespräche mit dem KUD-Beauftragen der FDP, Bock, am 2.5.1973 (in KUD-A 196), mit dem DGB-Vertreter, Lappas, am 7.5.1973 (in KUD-A 196) und mit dem Beauftragten des SPD-Bundesvorsitzenden, Grabert, am 2.4.1973 (in KUD-A 259).Google Scholar
  120. 454.
    Vgl. Bundeshaushaltspläne von 1975 und 1976, Einzelplan 0201, Titel 68507. Daneben erhielt das KUD noch DM 250.000,— jährlich aus den Erträgen des „Deutschlandpfennigs“ vom DST (vgl. Bundeshaushaltsplan 1976, Einzelplan 0201, Erläuterungen zu Titel 68507).Google Scholar
  121. 455.
    Vgl. hierzu z.B.: „Rechnungshof-Gutachten rügt KUD“, in: „General-Anzeiger” vom 15.3.1975 oder „Schwere Rüge vom Bundesrechnungshof“, in: „Die Welt” vom 15.3.1975.Google Scholar
  122. 465.
    Vgl. die Berichte über die Jahrestagung vom März 1977: z.B. „Jahrestagung des Kuratoriums“, in: „Der Tagesspiegel” vom 5.3.1977 oder „Franke rechnet nicht mit DDR-Maßnahmen“, in: „Süddeutsche Zeitung” vom 5.3.1977 oder „Kontroversen um innerdeutsche Politik“, in: „FAZ” vom 7.3.1977.Google Scholar
  123. 468.
    Schütz ist im Schreiben vom 30.10.1978 an H.-A. Jacobsen der Auffassung, diese Sitzungen bei Bundespräsident und Bundeskanzler seien keineswegs von geringer politischer Bedeutung: „.. es ist auf diese Weise immer wieder, wenn auch nicht mit vordergründigen und kurzfristigen Ergebnissen, eine Erhellung und Annäherung der Standpunkte versucht worden. Von allen Beteiligten werden deswegen diese politischen Funktionen des Kuratoriums immer wieder herausgestellt.“ (S. 4).Google Scholar

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© Leske Verlag + Budrich GmbH, Opladen 1979

Authors and Affiliations

  • Leo Kreuz
    • 1
  1. 1.BonnDeutschland

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