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Die amerikanische Film- und Fernsehindustrie — abschreckendes Beispiel oder Vorbild für Deutschland?

  • Horst J. Kayser

Zusammenfassung

Nach Einführung des dualen Systems öffentlicher und privater Fernsehanbieter stellen sich Fragen der ordnungspolitischen Weiterentwicklung der deutschen Film- und Femsehindustrie. Obwohl das amerikanische Fernsehen häufig als abschreckendes Beispiel einer “kommerziellen Unterhaltungswaste” angeführt wurde, zeigt eine Branchenanalyse, daß die dortigen Rahmenbedingungen heute zu einem vielfältigen Angebot und zu einer international wettbewerbsfähigen Industrie geführt haben. Sie können somit eher als Vorbild für die Weiterentwicklung der deutschen Film- und Femsehindustrie dienen.

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Literatur

  1. 1.
    I.e. die Hauptsendezeit zwischen 18.00 und 23.00 Uhr.Google Scholar
  2. 2.
    Zwar beträgt die Einschaltdauer der Fernsehgeräte in den USA tatsächlich ca. 7 Std. pro Tag, sie stieg in den achtziger Jahren auch noch leicht von ca. 49 auf ca. 50 Stunden pro Woche an. Die tatsächliche Sehdauer Erwachsener stagniert jedoch bei ca. 30 Stunden wöchent-Google Scholar
  3. 3.
    lich, also bei etwa 4,5 Std. täglich. Sie hat sich trotz kontinuierlicher Ausweitung des Angebots in den achtziger Jahren nicht erhöht. Sie liegt allerdings über der durchschnittlichen Sehdauer in Deutschland von ca. 2,5 Std. pro Tag. Vgl. H. Stipp: Die Entwicklung der Massenmedien in den USA 1980 bis 1990, in: Media Perspektiven, H. 1 (1991), S. 23–37, 24f.Google Scholar
  4. 4.
    W. Hoffmann-Riem: Kommerzielles Fernsehen in den USA (1), in: Media Perspektiven, H. 6 (1980), S. 362–379, S. 375.Google Scholar
  5. 5.
    Die Betrachtung von Film-und Fernsehindustrie im Zusammenhang ist sinnvoll, da diese Industriezweige immer mehr zusammenwachsen. Filmproduzenten sind heute auch bei Spielfilmen (und nicht nur bei Fernsehfilmen) neben Kino-und Video-auf die Fernsehdistribution ihrer Produkte für die Amortisation der Investition angewiesen. Wichtigste “Software” gerade neuer privater Fernsehprogramme sind wiederum häufig Spielfilme.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. H.L. Vogel: Entertainment Industry Economics, 2nd ed., Cambridge, MA 1990, S. 164f.Google Scholar
  7. 7.
    Außerdem besteht natürlich noch die Option für einen Kinobesuch, der ebenfalls als mögliches Substitut für Fernsehen anzusehen ist.Google Scholar
  8. 8.
    H. Rust: Imitation als Programmkonzept, in: Media Perspektiven, H.Google Scholar
  9. 9.
    ), S. 611–620, 611.Google Scholar
  10. 10.
    D.h. den gezielten Einsatz von Programmformen, die andere Interessengruppen ansprechen als das Konkurrenzprogramm.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. B.M. Owen, J.H. Beebe und W.G. Manning: Television Economics, Lexington, MA 1974.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. H. Stipp: Programmforschung für amerikanisches Network-Fernsehen am Beispiel NBC, in: Media Perspektiven, H. 6 (1987), S. 388397.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. T. Eisenmann: Nets React to Buying Links, in: Advertising Age vom 25.7.1988, S.10. Die Vergabe von Lizenzen ohne Gegenleistung allein nach Prüfung inhaltlicher Kriterien wurde von ökonomischer Seite denn auch oft als Gewährung von “Lizenzen zum Gelddrucken” kritisiert.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. W. Reuben Cooke: Deregulation des Rundfunksektors in den Vereinigten Staaten, in: Media Perspektiven, H. 2 (1987), S. 104–110.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. H.J. Kleinsteuber: Das Rundfunksystem der USA, in: Hans-Bredow-Institut (Hrsg.), Internationales Handbuch für Rundfunk und Fernsehen 1990/1991, Baden-Baden 1990, S. E97 - E106.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. Vogel, Entertainment Industry Economics, S. 164f.Google Scholar
  17. 17.
    D.h. unabhängigen Stationen, die zunächst lokal und später - ähnlich wie ein Network - überregional ein eigenes Programm zusammenstellten und ausstrahlten.Google Scholar
  18. 18.
    Dies ist der spätere Begründer von CNN, dem international erfolgreichen Nachrichtenprogramm.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Vogel, Entertainment Industry Economics, S. 164.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. Vogel, Entertainment Industry Economics, S. 389.Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. R. Grover: Maybe the Recession was a Wake-up Call, in: Business Week vom 13.01. 1992, S. 51.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. Stipp, Die Entwicklung der Massenmedien in den USA 1980 bis 1990, S. 26f.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. Grover, Maybe the Recession was a Wake-up Call.Google Scholar
  24. 24.
    In den 7 Ländern Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Holland und Schweden wurden 1970 z.B. 1,4 Mrd. Kinobesuche registriert; 1988 waren es nur noch 600 Mio. Vgl. Vogel, Entertainment Industry Economics, S. 47f.Google Scholar
  25. 25.
    In den vierziger Jahren hatte dieser Anteil noch 25% betragen, seit den sechziger Jahren rutschte er unter die 5%-Marke; im Jahr 1988 lag er bei 2%. Vgl. Vogel, Entertainment Industry Economics, S 21.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. Aufstellung in Variety vom 21. 02. 1990, S. 10.Google Scholar
  27. 34.
    Vgl. hierzu z.B. auch sehr dezidiert: IG-Medien, Rundfunk ist keine Ware, in: Media Perspektiven, Dokumentation II/89, S. 127f.Google Scholar
  28. 35.
    Für eine sehr kritische Bilanz des öffentlichen Rundfunks in Deutschland vgl. z.B. C. Schnibben: Der Koloß wird kollabieren, in: Der Spiegel, H. 45 (1989), S. 93–111, und ders.: Die ARD ist wie die DDR, in: Der Spiegel, H. 46 (1989), S. 114–128.Google Scholar
  29. 36.
    Vgl. z.B. Th. Schuler: Wie man den guten Wurf studiert. Amerikanische Drehbuchexperten geben Einblicke in den Ideenhandel der US-Filmindustrie, in: Süddeutsche Zeitung vom 26.06.1990, S. 32, und G. Scobel: Video und das Geheimnis des Blicks. Ein epd-Gespräch mit Lew Hunter, US Film-und Fernsehproduzent, in: epd/Kirche und Rundfunk vom 19.08.1990, S. 3–6.Google Scholar
  30. 37.
    Im Gegensatz hierzu wird in Großbritanien seit dem Bericht der Peacock-Kommission (Report of the Committee an Financing the BBC, London 1986) intensiv über die Umstellung der Gebührenfinanzierung der BBC nach Auslaufen der jetzigen Charter im Jahr 1996 auf Subscription-Pay-TV nachgedacht.Google Scholar
  31. 38.
    Für ein Beispiel der klassischen Argumentation gegen die “Kommerzialisierung” des Kulturgutes Fernsehen vgl. M.-L. Kiefer: Europa - ist das kulturelle Fernsehdilemma programmiert?, in: Media Perspektiven, H. 10 (1990), S. 609–620.Google Scholar
  32. 40.
    Vgl. Economist vom 26.10. 1991, “Europe’s Film Industry, Sleeping with the Enemy”, S. 91.Google Scholar
  33. 41.
    Vgl. epd/Kirche und Rundfunk vom 19.01. 1991, “US-Euro-Konsortium produziert 20 Spielfilme für 1,3 Milliarden”, S. 11f.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1992

Authors and Affiliations

  • Horst J. Kayser

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