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Psychotherapeutische Schulen der Gegenwart und die Gestalttheorie

  • Hans-Jürgen Walter

Zusammenfassung

In den folgenden Abschnitten werden gegenwärtig einflußreiche psychotherapeutische Schulrichtungen behandelt — nicht aber die vielleicht noch immer einflußreichste: die Schulpsychiatrie. Die Darstellung der Kontroverse um das „medizinische Modell“ hat im wesentlichen vorweggenommen, was hier zur Schulpsychiatrie als psychotherapeutischer Schule zu sagen wäre. Sie ist der mächtige Sachwalter des „medizinischen Modells“ in der Psychotherapie. Ihre Vertreter haben sich darin bis heute kaum von einer anderen psychotherapeutischen Schulrichtung beirren lassen (vgl. aber Dörner/Plog, 1978). Zwar haben Psychoanalyse und Verhaltenstherapie mittlerweile in mäßigem Umfang Eingang in die psychiatrischen Anstalten gefunden, prinzipiell gilt allerdings auch noch heute: Der Austausch zwischen Psychoanalyse und anderen später entwickelten Psychotherapieformen (ob sie sich nun von der Psychoanalyse oder von der akademischen Psychologie ableiten) einerseits und der Schulpsychiatrie andererseits vollzieht sich nur unter Schwierigkeiten.

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Literatur

  1. Speziell in bezug auf die Wirkungen Adlers vgl. Metzgers Einführungen in die Bände der „Deutschen Neuausgabe“ der Werke Adlers (Fischer Taschenbuch), Ansbacher und Ansbacher (1970) und Hinweise von Ernst Google Scholar
  2. Fortsetzung der Fußnote von S. 223Google Scholar
  3. Bornemann (1970), der nicht zu verwechseln ist mit Ernest Borneman, einem zumindest teilweise nicht ernst zu nehmenden „Psychologen“ und Publizisten (vgl. Walter, 1976).Google Scholar
  4. Jolande Jacobi (1971) merkt zum Jungchen Begriff der Totalität an, daß dieser Begriff bei Jung mehr ausdrückt als Einheit oder Ganzheit. Totalität „begreift eine Art Integration in sich, eine Vereinheitlichung der Teile, eine schöpferische Synthese, die etwas geistig-aktives mitausdrückt. Eine Gesamtheit, die mit dem Begriff des ,sich-selbst-regulierenden-Systems‘ zusammenzudenken ist“ (S. 13). Im gestalttheoretischen Sprachgebrauch ist, wenn von Ganzheit im Psychischen die Rede ist, in der Regel der von Jacobi beschriebene dynamische Aspekt mitgemeint; erst recht aber ist er im Begriff der Gestalt miterfaßt, z. B. wenn man von einem Hindrängen auf einen nach Maßgabe einer gegebenen Kräftekonstellation im Lebensraum prägnanten Zustand — die gute Gestalt — spricht.Google Scholar
  5. Zur Weiterentwicklung und empirischen Überprüfung der Gesprächspsychotherapie in Deutschland vgl. auch Pfeiffer (1973), Speierer (1975), Mente und Spittler (1975), Teuwsen (1975), Kristen und Mente (1975), Tausch (1976).Google Scholar
  6. Dabei geht es um die „quasi-physikalischen“, „quasi-sozialen“ und „quasibegrifflichen Fakten“ im Lebensraum des Menschen (Lewin, 1969, S. 47f.) bzw. um seine „persönlichen Konstrukte“ (Kelly, vgl. Teil II).Google Scholar
  7. Im deutschen Sprachraum wird stattdessen von „Psychodrama-Therapeut“ oder „-Leiter“ gesprochen.Google Scholar
  8. Vgl. hierzu auch Straub (1975), Schönke (1975, 1977), Friedemann (1975), Petzold (1975), Moreno (1973), Schützenberger (1976), Anzieu (1975).Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1985

Authors and Affiliations

  • Hans-Jürgen Walter

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