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Soziale Situation: Aspekte der Lebenslagen im Integrationsprozeß

  • Kai-Uwe Beger
Chapter
Part of the Forschung Soziologie book series (FS, volume 51)

Zusammenfassung

Die allgemeine sozioökonomische Entwicklung spielt eine entscheidende Rolle für die Integration von Zugewanderten. Insbesondere der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt kommt eine zentrale Bedeutung zu, da strukturelle Integration in einer Erwerbsarbeitsgesellschaft die Integration in den Arbeitsmarkt voraussetzt. Darüber hinaus ist in Zeiten wirtschaftlicher Krise und hoher Arbeitslosigkeit die Anfälligkeit der bereits ansässigen Bevölkerung für Fremdenfeindlichkeit besonders hoch. Schließlich würde eine unzureichende Arbeitsmarktintegration zu einer „Unterschichtung“ der Bevölkerung mit verarmten Zugewanderten führen und in Folge wäre eine allgemeine Desintegration der Gesellschaft zu befürchten.

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Literatur

  1. 54.
    Vgl. zu den angeführten Indikatoren der sozio-ökonomischen Integration Frick/Wagner 1996, wo ergänzend auch Indikatoren der subjektiven Lebenszufriedenheit behandelt sind. Zu den methodischen Grundlagen vgl. ebd., 2–4.Google Scholar
  2. 55.
    In den neuen Ländern waren 1996 nur etwa 42 000 ausländische Staatsangehörige sozialversicherungspflichtig beschäftigt (rund 0,8 v.H.).Daher wird im Weiteren die Situation in Westdeutschland in den Mittelpunkt gestellt.Google Scholar
  3. 56.
    Zahlen nach Bundesanstalt für Arbeit 1998, 74 ff.Google Scholar
  4. 57.
    Damit verdreifachte sich die Selbständigenquote der ausländischen Staatsangehörigen (von 3 v.H. auf 9 V.H.). Der Anteil der ausländischen Selbständigen an der Zahl der Selbständigen insgesamt stieg von 2 v.H. auf 8 v.H.Google Scholar
  5. 58.
    Der individuelle Arbeitslosigkeitsindex mißt den Anteil der Monate mit gemeldeter Arbeitslosigkeit an allen potentiellen Erwerbsmonaten im Untersuchungszeitraum;vgl. hierzu Frick/Wagner 1996, 15 und Tabelle 4.Google Scholar
  6. 59.
    Das in der amtlichen Statistik zur Verfügung stehende Kriterium „ausländische Staatsangehörigkeit“ ist als Indikator eines möglichen Integrationsbedarfs ungeeignet. Zum einen sind damit nicht alle aus dem Ausland zugewanderten Kinder und Jugendliche erfaßt: Kinder von eingebürgerten Zugewanderten sowie Mehrstaatlern mit deutscher Staatsangehörigkeit fehlen ebenso wie Kinder von Aussiedlern, bei denen ebenfalls oft Integrationsbedarf (z.B. mangelnde Deutschkenntnisse) feststellbar ist; zum andern haben hier geborene und aufgewachsene Kinder oft weiterhin eine ausländische Staatsangehörigkeit, obwohl ihre Voraussetzungen zum Schulerfolg ohne besondere Förderung vergleichsweise günstig sind.Google Scholar
  7. 60.
    In der Bundesrepublik Deutschland findet (im Gegensatz zu den meisten Herkunftsländern von Jugendlichen aus Migrantenfamilien) die Berufsausbildung überwiegend im „dualen System“ statt. Dies bedeutet, daß Auszubildende, neben dem Besuch beruflicher Schulen, mit einem Betrieb einen Lehrvertrag abschließen. Ausgebildet wird auf der Grundlage eines Berufsausbildungsvertrages, auf den „die für den Arbeitsvertrag geltenden Rechtsvorschriften und Rechtsgrundsätze anzuwenden“ sind (§ 3 Abs. 2 BBiG), Auszubildende sind daher Beschäftigte in beruflicher Ausbildung (§ 3 Abs. 1 BBiG). Damit unterliegt das Ausbildungsverhältnis eines nicht-deutschen Staatsangehörigen grundsätzlich dem „Inländerprimat“ des § 19 Arbeitsförderungsgesetz (SGB III). Ein ausländischer Jugendlicher benötigt daher, bevor er ein Ausbildungsverhältnis nach deutschem Recht aufnehmen kann, eine Arbeitserlaubnis. Zur Aufnahme eines Ausbildungsverhältnisses wird die Arbeitserlaubnis gemäß § 2 Abs. 2 Nr.3 Arbeitserlaubnisverordnung (AEVO) erteilt.Google Scholar
  8. 61.
    Die meisten der ausländischen Schülerinnen und Schüler sind im Inland geboren und regulär eingeschult worden.Google Scholar
  9. 62.
    Einschließlich Schulentlassene aus Sonderschulen.Google Scholar
  10. 63.
    DIW 1994, 36. Wenn sich die Anzahl der Studierenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit zwischen 1960 und 1995 auch mehr als versiebenfachte, lag dennoch ihr Anteil im Jahr 1995 (7,9 v.H.) nur geringfügig höher als im Jahre 1960; der Anteil ausländischer Staatsangehöriger an der Gesamtbevölkerung betrug damals nur 1,2 v.H., 1995 etwa 9 v.H.Google Scholar
  11. 64.
    Vgl. hierzu Frick/Wagner 1996, 14 und Tabelle 3. Die Fallzahlen in der differenzierten Zuwandererstichprobe sind allerdings sehr klein, so daß keine Repräsentativität der Ergebnisse für Asylbewerber und Flüchtlinge sowie für Zugewanderte aus Anwerbeländern gegeben ist.Google Scholar
  12. 65.
    Das Haushaltsnettoeinkommen ist hier definiert als die Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, ohne Kindergeld.Google Scholar
  13. 66.
    Dieses ist vermutlich Resultat der nach 1990 stark gestiegenen Flüchtlingszuwanderung aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien.Google Scholar
  14. 67.
    Vgl. zur Methodik Frick/Wagner 1996, 19.Google Scholar
  15. 68.
    Nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen, ohne Kindergeld.Google Scholar
  16. 69.
    Ähnliche Einschätzungen ergeben sich aus den subjektiven Bewertungen der Wohnsituation der befragten Zugewanderten im SOEP: danach schätzen etwa 34 v.H. der Aussiedler, 38 v.H. der Zugewanderten aus den ehemaligen Anwerbeländer und 44 v.H. der Flüchtlinge ihre Wohnung als zu klein ein; vgl. Frick/Wagner 1996, 12.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  • Kai-Uwe Beger

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