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Historische Wurzeln der kriegerischen Auseinandersetzungen in Rwanda

  • Gerhard Grohs

Zusammenfassung

Rwanda unterschied sich schon in vorkolonialer Zeit durch seine hohe Bevölkerungsdichte von den dünner besiedelten Nachbarländern. Der Grund ist vorwiegend in der großen Fruchtbarkeit und dem Regenreichtum des damals dicht bewaldeten Hochlandes zu suchen. Drei ethnische Gruppen haben die Geschichte Rwandas bestimmt: die Tutsi, die Hutu und die Twa. Die heutige Einteilung, die davon ausgeht, daß die Hutu ca. 85%, die Tutsi ca. 14% und die Twa ca. 1% der Bevölkerung ausmachen, simplifiziert die sehr viel komplexere Situation. Alle drei Gruppen sprechen eine Sprache, das Kinyarwanda, das von den im 15.–16. Jahrhundert eingewanderten Tutsi übernommen wurde. Mischehen sind durchaus nicht unüblich, das soziale System war äußerst mobil, und die Grenzen zwischen den Ethnien waren fließend. Man kann davon ausgehen, daß die Viehzüchtergruppen schon früh in das Gebiet von Norden her einwanderten und sich zu der schon dort wohnenden Bantubevölkerung gesellten. Vor diesen beiden Gruppen wohnten jedoch schon die Twa in dieser Region, die zwei Untergruppen bildeten, die als Jäger und Sammler lebenden Twa und die “Töpfer-Twa”, die in Symbiose mit den Feldbauern lebten. Jedoch wurden die Twa von den beiden anderen Gruppen allmählich in Rückzugsgebiete abgedrängt, in denen sie heute noch in schwieriger Lage leben.

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Weiterführende Literatur

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Gerhard Grohs

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