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Zentralafrika

  • Marianne Weiss

Zusammenfassung

Unzufriedenheit der Bevölkerung über die politische und wirtschaftliche Lage, wachsender Druck von außen zu Demokratisierung und Liberalisierung sowie das Vorbild der osteuropäischen Staaten verbunden mit dem offensichtlichen Scheitern marxistischer Systeme führten in allen Staaten der Region zum Erstarken oppositioneller Kräfte und zu Diskussionen über die Einfährung von Mehrparteiensystemen. Die politische Entwicklung vollzog sich dabei in der Regel nach ähnlichem Muster und unterschied sich zumeist nur in der Art, wie die politische Führung ihre Machtposition zu erhalten versuchte. Während zu Beginn des Jahres in fast allen Staaten das Festhalten am Einparteisystem betont und lediglich innerparteiliche Reformen und Korrekturen des politischen Systems in Angriff genommen wurden — nur São Tomé und Príncipe hatte bereits Ende 1989 die Einführung eines Mehrparteiensystems beschlossen -, mußten die meisten Regierungen sehr bald unter dem trotz repressiver Maßnahmen anhaltenden Druck von Streiks und Demonstrationen den Forderungen der Opposition zur Durchführung von Nationalkonferenzen nachgeben (Gabun, Kongo) und/oder durch eine Verfassungsreform (Gabun, Kongo, São Tomé und Príncipe) sowie die Verabschiedung eines Parteiengesetzes (Kamerun, Kongo, São Tomé und Príncipe, Zaire) ein Mehrparteiensystem gesetzlich verankern. Dies führte zur Entstehung einer — teilweise durch das bisherige Regime geförderten — Vielzahl politischer Parteien (v.a. in Gabun, Kamerun, Kongo, Zaire), deren Programme sich oft kaum voneinander unterschieden. Durch Wahlen abgeschlossen wurde dieser “Demo-kratisierungsprozeß” 1990 lediglich in Gabun, wo die bisherige Einheitspartei als Sieger bei den Parlamentswahlen ihre Vormachtstellung behauptete.

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Zentralafrika

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Marianne Weiss

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