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Genossenschaftliche Koordination in der Milchwirtschaft

  • Clemens Dirscherl
Chapter

Zusammenfassung

Bis zum Anfang dieses Jahrhunderts wurde die städtische Bevölkerung Badens von verschiedenen Stellen mit Frischmilch versorgt. Im Untersuchungsraum befanden sich neben sechs organisierten Milchgenossenschaften, -zentralen und -vereinen in bäuerlicher oder privater Trägerschaft auch noch mehrere nichtorganisierte Milchhändler und selbstvermarktende Bauern im Konkurrenzkampf um den Milchabsatz1, Während des ersten Weltkrieges kam es dann zu Engpässen der städtischen Milchversorgung, da bei gleichzeitiger Verringerung der einheimischen Viehbestände die Milchzukäufe aus der Schweiz und aus Frankreich wegfielen. Milch wurde zur Mangelware. Hamsterfahrten in stadtnahe gelegene Dörfer und Schwarzmarktpreise auf dem Milchmarkt waren die Folge. 1916 beauftrage daraufhin die Stadt, in der sich der Sitz der untersuchten Molkerei befindet, im Interesse einer gesieherten Milchversorgung einen städtischen Milchhof als zentrale Sammel- und Verteilerstelle. Nach Kriegsende brach in der Inflationszeit die Milchversorgung völlig zusammen. Dieser Zustand dauerte bis in die zwanziger Jahre an. Die allgemeine Krisensituation in der Landwirtschaft ließ schließlich den Staat tätig werden. Im Rahmen eines “Sonderhilfsprogrammes für die Landwirtschaft” gewährte die Reichsregierung weitreichende Fördermittel für den Ausbau der Agrarproduktion. Der Antrag des städtischen Milchhofes auf Gewährung eines Kredites wurde aber mit der Begründung abgelehnt, die Landwirtschaft habe nicht genügend Einfluß auf das Unternehmen. Die Ablehnung brachte den Stein ins Rollen, der zur Gründung des genossenschaftlichen Molkereiunternehmens in der heutigen Form führte.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

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  • Clemens Dirscherl

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