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Theorie der Unternehmensgrenzen

  • Felix Schuler
Chapter
Part of the Gabler Edition Wissenschaft book series (GEW)

Zusammenfassung

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf den Determinanten der Unternehmensgrenzen und deren Beeinflussung durch Informationstechnologie-Netzwerke, namentlich das Internet, und durch die auf Grundlage des Internets entstandenen Handels- und Wertschöpfungsformen, zusammengefasst unter dem Begriff E-Commerce. In diesem Abschnitt werden die existierenden Forschungsrichtungen zur ökonomischen Theorie der Firma herangezogen, um einen umfangreichen konzeptionellen „Werkzeugkasten“ zur Beurteilung der Einflüsse auf die Grenzen des Unternehmens zur Verfügung zu haben.

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Literature

  1. 1.
    Holmström/Roberts(1998).Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. z.B. Lewis/Sappington (1991); Holmström/Roberts (1998).Google Scholar
  3. 3.
    Coase (1937).Google Scholar
  4. 4.
    Coase (1937), S. 388, ein Zitat von D.H. Robertson aufgreifend.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. die Behandlung der institutionenökonomischen Sicht der Untemehmensgrenzen in Teil C 4.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Joskow (1993), S. 124.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Monopolkommission (2000), Neumann (200), Neumann (2001), S.133; zur Definition der amerikanischen Kartellbehörde (Federal Trading Commission — FTC) vgl. SHY (1995), S. 173f. Andere Interpretation von „lateral“: Williamson (1990), S. 129.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Neumann (1994), S. 261ff.Google Scholar
  9. 10.
    Zur betriebswirtschaftlichen Sicht der Wertschöpfungsanalyse vgl. Coenenberg (2000).Google Scholar
  10. 11.
    So z.B. Perry (1989).Google Scholar
  11. 12.
    Porter (1985); Hungenberg (2000), S. 105ff.; Steinmann/Schreyögg (2000), S. 182 ff.Google Scholar
  12. 13.
    Oder, nach der Definition von Grossman/Hart (1986, S. 693f.), unter gemeinsamen Besitz und/oder gemeinsamer Kontrolle stehen.Google Scholar
  13. 14.
    Eine sehr präzise Definition liefert Bauer (1997), S. 37: Vertikale Integration ist „die Durchführung mehrerer direkt aufeinander folgender und sequenziell interdependenter Aktivitäten des Leistungserstellungsprozesses innerhalb einer Unternehmung […] wobei aufgrund von Verträgen zwischen den Transaktionspartnern eine hierarchisch übergeordnete Instanz existiert, die die Aktivitäten durch Anweisung koordinieren kann.“Google Scholar
  14. 15.
    Zu dieser Definition vgl. Fell (2001), S. 11ff.Google Scholar
  15. 17.
    Vgl. Blair/Kasermann (1983), S. 11; Perry (1989), S. 185; Bauer (1997), S. 33.Google Scholar
  16. 18.
    Bei einigen Make-or-buy-Entscheidungen (v.a. bei Dienstleistungen wie Kantine, Reisedienstleistungen, Rechtsdienstleistungen etc.) könnte die Entscheidung für eine Eigenerstellung auch einer lateralen Integration entsprechen. Vgl. zur Frage nach Eigenfertigung und Fremdbezug aus betriebswirtschaftlicher Sicht z.B. Männel (1996), Picot (1991), Bekenstein/Henke (1993).Google Scholar
  17. 19.
    Für eine genaue Abgrenzung der Definitionen von Quasi-Integration vgl. Monteverde/Teece (1982), Fn. 1; Picot/Reichwald/Wigand(2001), S. 310ff.Google Scholar
  18. 20.
    Neumann (2000), S. 167ff.Google Scholar
  19. 22.
    Vgl. Leibenstein (1987).Google Scholar
  20. 23.
    Als Beleg mag das Fehlen eines entsprechenden Stichworts („horizontal integration“, „horizontal boundaries“ o.a.) in Schmalensee/Willig (1989) oder Eatwell/Milgate/Newman (1998) dienen. Vgl. auch Joskow (1993), En. 14.Google Scholar
  21. 24.
    Vgl. Jacquemin/Slade (1989), S. 454f.; Werden/Froeb (1993); Neven/Nuttall/Seabright (1993), S. 90ff.; Traugott (1998); Neumann (2000), S. 138ff.; die Vielfalt der Definitionen zeigt Fairburn (1993), S. 266f.Google Scholar
  22. 25.
    Vgl. Neumann (2000), S. 138f.Google Scholar
  23. 26.
    Neumann (2000), S. 141f.Google Scholar
  24. 27.
    Diese können auf Bedürfnissen der Konsumenten, Technologie oder auch wettbewerblichen Aspekten („Markt als kleinster Bereich in dem man einen lebensfähigen Wettbewerber darstellen kann“) basieren. Vgl. Geroski (1998), S.686ff.Google Scholar
  25. 28.
    Dabei sollte der prozentuale Marktanteil verwendet werden und nicht der, z.B. in der sog. BCG-Matrix [vgl. Henderson (1972), S. 348f.; Hungenberg (2000), S. 336ff.] angewandte, sog. „relative Marktanteil“ (=Umsatz des Unternehmens bzw. der Geschäftseinheit/Umsatz des stärksten Konkurrenten) da dieser auch vom Konkurrenzumsatz abhängt.Google Scholar
  26. 30.
    Vgl. zur Definition Hughes (1998).Google Scholar
  27. 31.
    Shy (1995), S. 174.Google Scholar
  28. 32.
    Monopolkommission (2000).Google Scholar
  29. 33.
    Vgl. oben S. 26.Google Scholar
  30. 34.
    Vgl. Neumann (1994), S. 269ff.; zur Intemalisierung von Kapital- und Arbeitsmarkt als Entstehungsgrund von Konglomeraten vgl. Abschnitt C 4.4.1Google Scholar
  31. 35.
    Vgl. Steinmann/Schreyögg (2000), S. 703ff.Google Scholar
  32. 37.
    Vgl. Casson (1997), Holmström/Roberts (1998). Williamson (1989, S. 150, Fn. 9) selbst zieht eine Trennlinie zwischen der transaktionskostentheoretischen Analyse der Determinanten vertikaler Integration und den Integrationsanreizen, die sich aus unvollkommenen Märkten heraus ergeben: „[…] vertical integration may also be used to correct against monopoly-induced factor distortions. Arguments of [this kind] work out of the firm-as-production-function tradition.“Google Scholar
  33. 38.
    Andere Gruppierungen der Determinanten vertikaler Integration bei Perry (1989), S. 187, Williamson (1990), S.98f., Fn. 1, Windsperger (1994), S. 111. Vgl. auch Vickers/Waterson (1991), S. 446.Google Scholar
  34. 39.
    Vgl. Bain (1958); Neumann (1966), S. 674 und die dort zitierte ältere Literatur. Formale Darstellung des Konzepts der economies of scope bei Panzar (1989), S. 15ff..Google Scholar
  35. 40.
    Vgl. Neumann (1994), S. 277; Spulber (1999), S. 270; Fell (2001), S. 16 und 20; auch Chandler (1990) liefert keine weiteren Beispiele für vertikale economies of scope, sondern v.a. aus dem Bereich der Prozessindustrien kommende Belege für laterale economies of scope durch Ausweitung der Produktpalette.Google Scholar
  36. 41.
    Vgl. auch Fell (2001), S. 21.Google Scholar
  37. 42.
    Allerdings sind Verbundvorteile als Begründung für Multiproduct-Firms von Bedeutung (vgl. Panzar/ Willig (1981), S. 272) und werden in der Untersuchung lateraler Expansion wieder aufgegriffen.Google Scholar
  38. 43.
    Die Ansätze von Williamson wer den ausführlich in Abschnitt C 4 behandelt.Google Scholar
  39. 45.
    Einen guten Überblick der umfangreichen und sehr ausdifferenzierten Literatur zu vertikaler Integration bei unvollkommenem Wettbewerb bietet Fell (2001). An dieser Stelle können nur die Grundzüge dieser Literatur und die wichtigsten Schlussfolgerungen behandelt werden, auf die vielfältigen Unterscheidungen hinsichtlich der Kostenverläufe oder anderer Wettbewerbsparameter muss und kann verzichtet werden.Google Scholar
  40. 46.
    Vgl. Spengler (1950), Blair/Kasermann (1983), S. 31ff., Perry (1989), S. 199ff, Neumann (1994), S. 280ff., Fell(2001), S. 26ff.Google Scholar
  41. 50.
    Vgl. Blair/Kasermann (1983), Kapitel 3 und 4; Perry (1989), Kapitel 2 und 3; Wu (1992); Fell (2001), Kapitel 4 sowie die in der Tabelle verwendete Literatur.Google Scholar
  42. 51.
    Dabei wird auch der monopsonistische Anreiz zur vertikalen Integration mit behandelt (Konstellation Downstream-Monopol mit Upstream-Oligopol). Vgl. Perry (1978), Blair/Kasermann (1983), S. 114ff.Google Scholar
  43. 53.
    Die Rahmenbedingungen des Modells von Abiru et al. sind die Annahme einer linearen Nachfragefunktion, paarweiser Fusionen mit exklusiver Belieferung, fehlender Einkaufsmacht und fehlenden Marktzutritts [Vgl. ABIRU ET AL. (1998), S. 466 und Fn. 19].Google Scholar
  44. 54.
    Dabei besteht die Möglichkeit von „Gefangenendilemma-Situationen“, d.h. alle Unternehmen haben individuelle Anreize zur Integration, nach erfolgter vollständiger Integration ist die Summe der Profite aber geringer als zuvor, unter vertikaler Separation. Vgl. Abiru et al. (1998), S. 473 und Fig. 1.Google Scholar
  45. 55.
    Mit R ≡ [2N 3 + N 2–1 + 2N(N 4+4N 3–4N 2–2N+2)]½[3N 2–2N+l]. Vgl. Abiru et al. (1998), S. 471f.Google Scholar
  46. 56.
    An dieser Stelle wird die Problematik der in den erwähnten Modellen üblichen Annahme „keine Einkaufsmacht der Downstream-Stafe“für die Modellierung von Abiru et al. (1998) deutlich: Wenn die Zahl der „Händler“die der „Produzenten“deutlich unterschreitet, kann das in der Praxis oft beobachtbare Phänomen der Einkaufsmacht des Handels nicht ohne Probleme für die Relevanz des Modells ausgeschlossen werden.Google Scholar
  47. 57.
    Diese besteht darin, dass sich die Nachfrage nach dem Zwischenprodukt aus dem Profitmaximierungs-Kalkül der nicht-integrierten Downstream-Untemehmen ergibt, die den Output der integrierten Unternehmen als gegeben annehmen und sich auf dem Markt für Zwischenprodukte in der Art eines Stackelberg-Folgers im Oligopol-Modell verhalten. Vgl. Neumann/Fell(2001), S. 9ff.Google Scholar
  48. 58.
    Vgl. Fell (2001), S. 54 für die entsprechenden Modellierungsvarianten.Google Scholar
  49. 59.
    Vgl. Fell (2001), S. 54.Google Scholar
  50. 60.
    Dieser Differenzierungsfaktor θ in einer Gleichung der Form p i = a — q i — θq j ist die Kreuzpreiselastizität der Nachfrage zwischen den Gütern. Vgl. Wu (1992), S.102 und Neumann (2001).Google Scholar
  51. 61.
    Zwar ist der Profit der einzelnen Firma bei nahen Substituten höher, wenn sie nicht integriert, sondern eine Lieferbeziehung beibehält. Jede Firma auf einer Wertschöpfungsstufe hat aber einen Anreiz zur Integration, sobald sich ihr Konkurrent für eine Lieferbeziehung entscheidet, so dass Integration die dominante Strategie ist. Vgl. Wu (1992), S. 114.Google Scholar
  52. 62.
    Salop/Scheffman (1983).Google Scholar
  53. 63.
    Vgl.Blair/Kasermann(1983), S.42f.Google Scholar
  54. 64.
    Vgl. Williamson (1990), S. 113f.; Neumann (2000), S. 163f.; Fell (2001), S. 64f.Google Scholar
  55. 65.
    Vgl. Blair/Kasermann (1983), S. 44ff.Google Scholar
  56. 66.
    Vgl. Neumann (1966); Ordover et al. (1990); Neumann (2001), Abschnitt III-2.Google Scholar
  57. 68.
    Vgl. Sibley/Weisman (1998).Google Scholar
  58. 69.
    Vgl. die umfassende kritische Würdigung in Fell (2001). Vgl. auch Ordover et. al. (1990), Hart/Tirole (1990), Riordan (1998).Google Scholar
  59. 70.
    Vgl. zu deren Kritikpunkten zusammenfassend Ordover et al. (1990), S. 128f.Google Scholar
  60. 71.
    Vgl. Riordan (1998), S. 1232.Google Scholar
  61. 72.
    Vgl. Fell (2001), S. 97. Neumann/Fell (2001) arbeiten heraus, dass gleiche Grenzkosten bei integrierten und nicht-integrierten Downstream-Unternehmen und konstante oder abnehmende Skalenerträge die notwendigen Bedingungen dafür sind, dass Foreclosure aus der normalen Profitmaximierung resultiert.Google Scholar
  62. 73.
    Vgl. Ordover et al. (1990), S. 129. Hart/Tirole (1990) nehmen einen ähnlichen Ausgangspunkt.Google Scholar
  63. 74.
    Vgl. dazu Schiller (1993), S. 162ff.; Fell (2001), S. 99.Google Scholar
  64. 75.
    Vgl. zu Integrationsanreizen als Funktion der Substituierbarkeit auch Economides (1994).Google Scholar
  65. 76.
    Vgl. Ordover et al. (1990), S. 137, Tabelle 1 und Appendix.Google Scholar
  66. 78.
    Vgl. Schillers (1993, S. 174ff.) Analyse von Ordover et al. (1990).Google Scholar
  67. 79.
    Preisdifferenzierung kann spiegelbildlich auch einen Anreiz zur Rückwärtsintegration bieten [vgl. Gould (1977); Blair/Kasermann (1983), S. 124]. In der Folge soll aber das eingängigere Beispiel der Vorwärtsintegration eines Herstellers auf eine nachgelagerte Produktions- oder Vertriebsstufe unterstellt werden.Google Scholar
  68. 81.
    Vgl. Varían (1989), S. 636f; Neumann (2000), S. 169.Google Scholar
  69. 83.
    Vgl. Gould (1977), S. 1069; Blair/Kaserman (1983), S. 110.Google Scholar
  70. 84.
    Vgl. Blair/Kasermann (1983), S. 122f; vgl. Perry (1989), S. 193ff. für den Fall einer dominanten Firma in einem Upstream-Oligopol, die weniger als n-1 Firmen integrieren wird.Google Scholar
  71. 85.
    Zur begrifflichen Unterscheidung von Unsicherheit (bzw. Ungewissheit) und Risiko vgl. Neumann (1994), S. 225f.Google Scholar
  72. 87.
    Vgl. Carlton (1979); Blair/Kasermann (1983), S. 85f. mit Bezug auf ein Arbeitspapier von J.R. Green; Perry (1989), S. 207.; Lieberman (1991).Google Scholar
  73. 88.
    Vgl. Arrow (1975).Google Scholar
  74. 89.
    Vgl. Perry (1989), S. 205f. Zur Wirkung von (nicht-vertikaler) Diversifikation vgl. Abschnitt C 3.3.2.Google Scholar
  75. 90.
    Vgl. Blair/Kasermann (1983), S.96ff.Google Scholar
  76. 91.
    Vgl. Neumann (1994), S. 279f.Google Scholar
  77. 93.
    Vgl. Smith (1776/1974), S. 19ff.Google Scholar
  78. 94.
    So Lews (1984, S. 378) „Exegese“des Begriffs „extent of the market“in Stigler (1951).Google Scholar
  79. 95.
    Vgl. Perry (1989), S. 232.Google Scholar
  80. 96.
    Vgl. zu dieser Forschungsrichtung Münter (1999).Google Scholar
  81. 97.
    Für kritische Auseindandersetzungen mit der „division of labour is limited by the extent of the market“-These vgl. Becker/Murphy (1992), Thesmar/Thoenig (2000).Google Scholar
  82. 98.
    Entweder heißt Spezialisierung, dass es Skalenvorteile bzgl. einzelner Tätigkeiten oder Prozesse gibt, oder dass es Vorteile der Begrenzung auf einige Aktivitäten (im Gegensatz zu Vorteilen der Begrenzung auf irgend eine Tätigkeit) gibt. Vgl. Perry (1989), S. 232.Google Scholar
  83. 99.
    Vgl. Perry (1989) und die dort wiedergegebene Arbeit von Perry und Groff.Google Scholar
  84. 100.
    Vgl. dazu auch unten S. 48.Google Scholar
  85. 101.
    Vgl. auch die Einordnung von Perry (1989), S. 229.Google Scholar
  86. 102.
    Vgl. Tabelle C 1 auf Seite 26.Google Scholar
  87. 103.
    Nicht thematisiert wird an dieser Stelle die in der Industrieökonomik viel diskutierte Frage der Entwicklung, Struktur und Größenverteilung der Marktanteile [vgl. dazu Münter (1999)]. Der Fokus liegt ausschließlich auf den Anreizen zur Veränderung der Unternehmensgrenzen.Google Scholar
  88. 104.
    Vgl. Neumann (1994), S. 155ff., 262ff.Google Scholar
  89. 106.
    Vgl. Neumann (1994), S. 166 bzw. S. 175. Unterstellt ist die lineare inverse Nachfragefunktion p = a — b Σ q i. Von Kollusion wird an dieser Stelle abgesehen.Google Scholar
  90. 108.
    Vereinfachend sei an dieser Stelle angenommen, dass alle Unternehmen die gleiche Kostenftinktion und konstante variable Kosten haben. Vgl. Neumann (1994), S. 175ff.Google Scholar
  91. 110.
    Vgl. Panzar (1989), S. 8f. Strenggenommen sind economies of scale zwar hinreichend aber nicht notwendig für das Vorliegen einer fallende Durchschnittskostenkurve. Vgl. ebd., Proposition 1.Google Scholar
  92. 111.
    Vgl. Neumann (1995), S. 64Google Scholar
  93. 112.
    Vgl. Neumann (1994), S. 263; Scherer/Ross (1990), S. 97ff.Google Scholar
  94. 113.
    Vgl. Scherer/Ross (1990), S. 97ff.; Neumann (1994), S. 263; Martin (1994), S. 235ff.; Bester (2000), S. 140ff.Google Scholar
  95. 114.
    Vgl. Neumann (1994), S. 244.Google Scholar
  96. 115.
    Vgl. Langlois/Foss (1999), S. 207.Google Scholar
  97. 116.
    Skalenvorteile werden deshalb zu den wichtigsten Determinanten der Marktstruktur gezählt. Vgl. z.B. Martin (1994), 238f.; Scherer/Ross (1990), Kapitel 4; grundlegend Bain (1954).Google Scholar
  98. 117.
    Scherer/Ross (1990), S. 102. Vgl. ebd., S. 102ff. für die nachfolgende Aufzählung. Vgl. zur unvollkommenen Ausnutzung von Skalenvorteilen auch von Weizsäcker (1994).Google Scholar
  99. 118.
    Vgl. Neumann (2000), S. 72; Klette (1999).Google Scholar
  100. 120.
    Vgl. Scherer/Ross (1990), S. 119ff.Google Scholar
  101. 121.
    Vgl. Tabelle C 1, S. 26.Google Scholar
  102. 122.
    Vgl. auch Sutton (2000). Suttons Ansatz verlässt dabei den Fall homogener Produktmärkte, da die sunk costs vor allem im Bereich der Werbung liegen. Vgl. zu Produktdifferenzierung und heterogenen Märkten den folgenden Abschnitt (unten, S. 58).Google Scholar
  103. 123.
    Vgl. auch Sutton (2000).Google Scholar
  104. 124.
    Vgl. auch Neumann (2000), S. 73ff.Google Scholar
  105. 125.
    Vgl. auch oben Fn. 106.Google Scholar
  106. 127.
    In Neumann (2000) werden identische Kostenfunktionen mit nicht von der Höhe der Fixkosten abhängigen Grenzkosten und gegebener Fixkostenhöhe angenommen. Der in Neumann et al. (2001) behandelte Fall einer Technologie, die es erlaubt durch Eingehen höherer Fixkosten F die Grenzkosten c zu senken lässt die Schlussfolgerungen bzgl. der Zusammenhänge von Markterweiterung und Firmengröße allerdings unberührt.Google Scholar
  107. 128.
    Werden zwei Märkte verschmolzen, so steigt die Gesamtproduktion zunächst natürlich gar nicht, die individuelle Produktion steigt wegen der verringerten Zahl der Unternehmen aber. Der Wettbewerbsgrad ist nach der Verschmelzung jedoch höher, da die Zahl der Unternehmen zwar insgesamt sinkt, pro Markt (vorher zwei, nachher einer) betrachtet aber steigt. Vgl. Neumann (2000), S. 74, Fn. 13.Google Scholar
  108. 129.
    Zur Marktmachdefinition vgl. Salop (1987), Neumann (1994), S. 155.Google Scholar
  109. 130.
    Durch die Annahme konstanter Grenzkosten entfallen economies of scale als möglicher Anreiz zur Fusion. Auch andere Synergieeffekte sind in diesem Modell ausgeschlossen. 131 Vgl. Salant et al. (1983); Neumann (1994), S. 160ff; Neumann (2000), S. 82; Bester (2000), S. 142ff.Google Scholar
  110. 132.
    Vgl. auch Martin (1994), S. 264.Google Scholar
  111. 135.
    Vgl. Spulber(1999), S.69Google Scholar
  112. 136.
    Vgl. zu den möglichen Strategien der „brand proliferation“und „brand preemption“Church/Ware (2000), S. 404ff. und die dort angegebene Literatur mit entsprechenden Beispielen.Google Scholar
  113. 137.
    Vgl. weiter unten S. 58.Google Scholar
  114. 138.
    Vgl. zu den Bedingungen für diese Vereinfachung Neumann et al. (2001), S. 828.Google Scholar
  115. 139.
    Dieses Ergebnis resultiert aus 2 a/∂x∂S = 0. Zur Diskussion dieses Zusammenhangs vgl. Neumann et al. (2001), S. 829.Google Scholar
  116. 140.
    Vgl. S. 50.Google Scholar
  117. 141.
    Vgl. für die hier verwendete mathematische Darstellung Neumann (2000), S. 83ff. Vgl. auch Church/ Ware (2000), S. 722ff, 741ff. und grundlegend Deneckere/Davidson (1985). Die Annahme identischer Grenzkosten von Null beeinflusst die Resultate der Analyse nicht.Google Scholar
  118. 142.
    Dieser Ausdruck (C 23.) wird mit dem Ausdruck für den Vor-Fusions-Preis p* (C 19) identisch, wenn man m = 0 setzt.Google Scholar
  119. 143.
    Wird das beschriebene Resultat demnach durch eine Kollusion erreicht, so besteht ein Anreiz zum Ausstieg, was bei einer Fusion aber weniger stark ins Gewicht fallen kann.Google Scholar
  120. 144.
    Vgl. Neumann (2000, S. 58, S. 68f.) für die allgemeine graphische Darstellung und Martin (1994, S. 262ff.) für die graphische Darstellung der horizontalen Fusion im Cournot- und Bertrand-Oligopol.Google Scholar
  121. 145.
    Dies ergibt sich unmittelbar aus der klassischen Nachfragefunktion bei Bertrand-Wettbewerb q i = α i - βp i - γp j Google Scholar
  122. 146.
    Teece (1982/2000) nimmt zwar die Position ein, dass es in einer neoklassischen Welt unmöglich sei, eine Theorie der Mehrproduktunternehmung oder gar des Konglomerats zu entwickeln, da die Annahme fehlender Transaktionskosten und perfekter Güter- und Kapitalmärkten einem Mehrproduktunternehmen jede Grundlage entzögen. Eine Untersuchung der lateralen Unternehmensgrenzen aus neoklassischer Perspektive würde sich dann erübrigen. Dabei wird aber zum einen die Möglichkeit übersehen, durch Konglomeratbildung be-wusst Marktunvollkommenheiten zu schaffen (Marktmachtargument vgl. unten Abschnitt C 3.3.2). Zum anderen wird in diesem Teil C 3 der Arbeit — wie bereits zu Beginn ausgeführt — unter der Überschrift „neoklassisch“nicht der Fall einer perfekten neoklassischen Modellwelt mit ausschließlich vollkommenen Märkten behandelt, sondern die neoklassische bzw. industrieökonomische Sicht des Unternehmens, das als „Input-Output-Transformator“in Märkten unterschiedlicher und nicht notwendigerweise vollkommener Art agiert.Google Scholar
  123. 148.
    Vgl. McGuckin/Nguyen/Andrews(1991).Google Scholar
  124. 149.
    Gerade in Dienstleistungsindustrien oder bei digitalen Produkten kann diese Definition allerdings schwer handhabbar werden, da z.B. die Produktpalette der Firma Microsoft eine große Bandbreite an Software-Produkten beinhaltet, aber auch Geschäfte bzw. Tochterunternehmen wie den (im Jahr 2001 allerdings an USA Networks verkauften) Reisedienstleister expedia. Die für die Herstellung beider Produktbereiche notwendige Technologie (Rechner, Software, technisches und Vermarktungs-Know-how) kann dabei fast identisch sein, dennoch wird man diesen Fall als eher konglomerate, denn horizontale Expansion in den Markt der Reisedienstleistungen ansehen können.Google Scholar
  125. 150.
    Als Begriff eingeführt von Panzar/Willig (1975), weiterentwickelt von Baumol (1977), Panzar/Willig (1981), Baumol/Panzar/Willig (1982). Vgl. auch Bailey/Friedlaender (1982) In der Literatur wird allerdings oftmals unzureichend zwischen vertikalen und lateralen economies of scope unterschieden. Erstere sind Kostenvorteile bei Integration mehrerer Wertschöpfungsstufen, letztere Kostenvorteile durch mehrere Produktlinien.Google Scholar
  126. 151.
    Ebenso könnte bei diseconomies of scope im Gleichgewicht kein Mehrproduktunternehmen existieren.Google Scholar
  127. 152.
    Panzar/Willig (1981), S. 272.Google Scholar
  128. 153.
    Vgl. Panzar/Willig (1981), S. 268, Bailey/ Friedlaender (1982), S. 1037, Neumann (1994), S. 267f. Für eine ausführlich mathematische Repräsentation von economies of scope vgl. Panzar (1989), S. 15ff.Google Scholar
  129. 154.
    Vgl. Bailey/ Friedlaender (1982), S. 1038, Neumann (1994), S. 268f.Google Scholar
  130. 155.
    Panzar/Willig (1981), S. 272Google Scholar
  131. 156.
    Vgl. Ravenscraft/Wagner (1991) für einige empirische Ergebnisse zu economies of scope, wobei besonders die Rolle der gemeinsam genutzten Dienstleistungen oder „shared services“hervorgehoben wird.Google Scholar
  132. 157.
    Vgl. zur Systematisierung der Diversifikationsmotive Teece (1982). Die oftmals als wichtiger angesehenen [vgl. z.B. Mueller (1986), Teil III] Motive der Bildung von Konglomeraten (Ersatz externer durch interne Allokationsmechanismen) werden, der Systematik dieser Arbeit folgend, in den Abschnitten zur transaktionskosten- und vertragstheoretischen Sicht der Firma behandelt (siehe unten Abschnitt C.4.4).Google Scholar
  133. Weitere (finanzwirtschaftliche) Erklärungsansätze sollen an dieser Stelle nicht behandelt werden: Dazu gehören die als „bootstrapping“[vgl. Matsusaka (1993), S. 359, Brealey/Myers (2000), S. 947f] oder „P/E-Magic“[vgl. Mueller (1986), S. 189] bekannt gewordene Möglichkeit der Verbesserung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) eines Unternehmens durch Kauf eines anderen mit geringerem KGV, steuerliche Vorteile [vgl. Briglauer (2000), Sherman (1972)] und verringerte Konkursgefahr bzw. -kosten [vgl. Briglauer (2000), Mueller (1986), S. 189, Higgins/Schall (1975)].Google Scholar
  134. 158.
    Dazu gehören die Overhead-Funktionen eines Unternehmens, von Rechnungswesen über Marketing- und Rechtsabteilungen bis zu gemeinsamen Hausmeister-, Kantinen- bzw. Facility-Managemeni-Diensten.Google Scholar
  135. 159.
    Vgl. aber oben Fn. 149.Google Scholar
  136. 160.
    Brealey/Myers (2000), S. 165ff. Das — im Gegensatz zum Marktrisiko — durch Diversifikation vermeidbare Risiko kann auch „spezifisch“, „einzigartig“oder einfach „diversifizierbar“genannt werden.Google Scholar
  137. 161.
    Vgl. Neumann (1994), S. 248ff.Google Scholar
  138. 162.
    Jede Diversifikation in nicht perfekt mit den bestehenden Geschäftsfeldern korrelierte Geschäfte hat bereits einen risikosenkenden Effekt. Üblicherweise wird eine bewusst risikosenkende Diversifikationsstrategie aber versuchen, neue Geschäftsfelder hinzuzufügen, die mit den bestehenden nicht oder negativ korreliert sind. Vgl. Neumann (1994), S. 269; Martin (1994), S. 278. Ein klassisches Beispiel bot die Nürnberger Firma Schöller, die in den saisonal genau gegenläufigen Geschäftsfeldern Eiscreme und Lebkuchen tätig war, bis diese Diversifikation nach dem Verkauf an die Südzucker AG nicht mehr notwendig bzw. gewünscht war und der Lebkuchenbereich abgestoßen wurde.Google Scholar
  139. 163.
    Vgl. bereits Mueller (1969). Vgl. weiter Briglauer (2000).Google Scholar
  140. 164.
    Vgl. Hubbard/Palia (1999).Google Scholar
  141. 165.
    Vgl. Brealey/Myers (2000), S. 167; Mueller (1986), S. 197.Google Scholar
  142. 166.
    Weston et al. (1972), S.362.Google Scholar
  143. 167.
    Empirisch umstritten ist auch die These, dass Konglomerate zwar nicht per se risikoreduzierend wirken, dass es aber den Managern von Konglomeraten (z.B. aufgrund überlegener Informationen) besser als externen Investoren gelingt, durch Allokation von Ressourcen auf die verschiedenen Geschäftsbereiche überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Vgl. dazu Abschnitt C 4.4.1 und Mueller (1986), S. 198. Hubbard/Palia (1999) kommen dagegen zum Schluss, dass in Abwesenheit von „informationally well-developed external capital markets“die Bildung eines internen Kapitalmarktes durchaus einen rationalen Grund für die Bildung von Konglomeraten darstellen kann.Google Scholar
  144. 168.
    Brealey/Myers (2000), S. 946.Google Scholar
  145. 169.
    Teilweise auch als „long purse“-Theorie bezeichnet. Vgl. Church/Ware (2000), S. 648f.Google Scholar
  146. 170.
    Vgl. Montgomery (1994), Neumann (2001). Neumann (2000, S. 150) zeigt einen Fall aus der kartellrechtlichen Praxis.Google Scholar
  147. 171.
    Vgl. Briglauer (2000), S. 15.Google Scholar
  148. 172.
    Die extensive Diskussion über die Rationalität von predatory pricing kann an dieser Stelle nicht wiedergegeben werden. Martin (1994, S. 483f.) zählt wenigstens sechs unterschiedliche Positionen zur kartellrechtlichen Behandlung von predatory pricing (und damit auch zur grundsätzlichen Rationalität dieses Verhaltens) auf, die sich auf ebenso viele unterschiedliche theoretische Ausgangspositionen zurückführen lassen. Vgl. auch Ordover/Saloner (1989), S. 548ff.Google Scholar
  149. 173.
    Die multimarket contact Problematik ist nicht auf Konglomerate beschränkt, sondern kann auch auf EinProdukt-Unternehmen zutreffen, die in geographisch getrennten Märkten mehrfach in Konkurrenz treten. Die empirische Literatur zu multimarket contact bezieht sich sogar überwiegend auf diese Variante. Vgl. z.B. SiNGAL (1996), Fernandez/Marín (1998).Google Scholar
  150. 174.
    Vgl. C. Edwards: „Conglomerate Bigness as a Source of Power“, zitiert in Scherer/Ross (1990), S. 312, Bernheim/Whinston (1990), S. 1, Montgomery (1994), S. 165. Vgl. auch Scott (1989), S. 37ff.Google Scholar
  151. 175.
    Bernheim/Whinson (1990), S. 3.Google Scholar
  152. 176.
    Vgl. Neubauer (1999) für Bedingungen unter denen auch bei identischen Märkten und Firmen kollusives Verhalten durch multimarket contact gefordert werden kann.Google Scholar
  153. 177.
    Insbesondere Fernandez/Marín (1998) kommen zum Ergebnis, „[that] the evidence gives strong support to Bernheim and Whinston’s hypothesis that in the presence of multimarket contact, prices rise in markets where it is difficult to collude and decrease in markets where it is easier to achieve collusive outcomes.“Google Scholar
  154. 178.
    Allerdings beschränkt sich Montgomery (1994) auf Marktmacht-, agency- und Ressourcen-basierte Diversifikationstheorien und lässt beispielweise finanzwirtschaftliche Motive und die Frage interner Allokationsmechanismen (vgl. dazu Abschnitt C 4.4.1) außen vor. Vgl. auch Montgomery (1985).Google Scholar
  155. 181.
    Richter/Furubotn (1996), S. 42. Institution ist dabei nicht mit Organisation gleichzusetzen, schließt aber Organisationen mit ein, wie die gebräuchlichen Definitionen von Institutionen erkennen lassen. Eine Institution ist allgemein als „ein auf ein bestimmtes Zielbündel abgestelltes System von Normen“[Richter/Furubotn (1996), S. 7 f., 42] und speziell fur den wirtschaftlichen Bereich als „ein durch das Prinzip der Wirtschaftlichkeit konstituierte Handlungsordnung“[Windsperger (1996), S. 7] definiert.Google Scholar
  156. 182.
    Vgl. Spulber(1999), S. 83ff.Google Scholar
  157. 183.
    Vgl. die Einordnung — mit positiv wertender Absicht — von Williamson (1975, S. 1) und die Kritik von Dietrich (1994, S. 2) oder Freedman (1993), die sich gerade gegen die „methodologischen Konsistenz“von Neoklassik und Transaktionskostentheorie richtet.Google Scholar
  158. 184.
    Langlois/Foss (1999) kritisieren eine dichotomische Aufteilung der Firma in Produktionsseite und Austauschseite („exchange aspects“) und damit in Produktions- und Transaktionskosten in der Literatur zur Organisationsökonomie. Ihrer Kritik an der auch in dieser Arbeit vollzogenen Zweiteilung soll, nicht zuletzt durch die Berücksichtigung des, von Langlois/Foss als diese Dichotomie überwindend propagierten capabilities-Ansatzes, Rechnung getragen werden. Vgl. auch Masten (1998), S. 54f.Google Scholar
  159. 185.
    Williamson (1985/1990), S. 30.Google Scholar
  160. 186.
    Andere Blickwinkel, wie die Theorie der Firma als Informations-Verarbeiter, der capabilities-Ansatz und die Intermediationstheorie werden gesondert behandelt (siehe Abschnitt C.5), da sie zwar in vielen Aspekten auf ähnlichen Annahmen wie die NIÖ beruhen, aber einen weiteren Analyserahmen spannen.Google Scholar
  161. 187.
    Hart (1995), S. 18. Vgl. auch Holmström/Tirole (1989), S. 66.Google Scholar
  162. 188.
    Holmström/Milgrom (1994) und Holmström/Roberts (1998) stellen u.a. am bekannten Beispiel der Entscheidung zwischen angestellten Vertretern und Handelsvertretern eine Verbindung zwischen Integrations- bzw. Outsourcing-Entscheidungen und Principal-Agent Ansätzen her.Google Scholar
  163. 189.
    Anzumerken ist, dass diese Verhaltensannahmen sich auf fast alle neueren Arbeiten der NIÖ erstrecken, jedoch nicht auf den „Urtext“dieser Theorien der Firma, COASE (1937).Google Scholar
  164. 190.
    Die neoklassischen Nutzenmaximierer verhalten sich wie „Spieler in einem Spiel mit vorgegebenen Regeln, an die sie sich halten“[Peter Diamond, zitiert nach Williamson (1990), S. 74].Google Scholar
  165. 191.
    Die ausführliche Diskussion pro und kontra Opportunismus findet sich zusammengefasst in Rindfleisch/Heide (1997), S. 31, 48. Vgl. auch den Exkurs in Williamson (1990), S. 73ff.Google Scholar
  166. 192.
    Begrenzte Rationalität ist mit vollkommener Rationalität (bisweilen „Hyperrationalität“genannt) unter der Bedingung nicht-kostenloser Informationen eng verwandt, aber nicht deckungsgleich [Williamson (1990), S. 52, Fn. 6; Richter/Furubotn (1996), S. 4]. Diese Verwandtschaft kann zu einer Art Zirkelschluss führen, wonach Transaktionskosten durch bounded rationality entstehen und gleichzeitig bounded rationality als Produkt von Ungewissheit und/oder resultierenden Transaktionskosten bezeichnet wird. Dietrich (1994) greift diese Frage in seiner Kritik an der Transaktionskostentheorie auf, indem er der Transaktionskostentheorie vorwirft, nur einen Baustein der bounded rationality, informationelle Ungewissheit zu berücksichtigen und den zweiten Baustein, informationelle Komplexität, außen vor zu lassen. Ohne diesen zweiten Baustein sei bounded rationality mit Minimierung von Informationskosten identisch. Vgl. auch Boland (1981) und die in Abschnitt C 5.1 aufgegriffenen Überlegungen von Casson (1997) zur Rolle von Informationskosten als alternative Annahme an Stelle der bounded rationality. Google Scholar
  167. 193.
    Auch an dieser Stelle sei auf die Kritik von Dietrich (1994) hingewiesen, der Williamson einige Schwächen in der Präzisierung der Begriffe nachweist.Google Scholar
  168. 194.
    Mit Generalklausel bezeichnet Williamson (1975 und 1990, S. 75) eine Vereinbarung von Vertragspartnern, „jede relevante Information vorbehaltlos mitzuteilen und sich im Zuge der Vertragserfüllung und bei Vertragsverlängerung kooperativ zu verhalten“.Google Scholar
  169. 195.
    Für weniger wichtig erachtet Hart (1990; 1995, S. 80ff.) die Annahme der bounded rationality für die Institutionenökonomik insgesamt und die von ihm wesentlich mitgeprägte property-rights-Theorie. Vgl. zur Kritik auch Boland (1981). Eine Vielzahl von Beispielen zu Rationalität und Verträgen bieten Milgrom/Roberts (1992), S. 126ff.Google Scholar
  170. 196.
    Vgl. Durth (2000); vgl. auch Whinston et al. (1997), S. 267ff., Bakos (1997), Vulkan (1999), Choi/Whinston (2000), S. 37ff.Google Scholar
  171. 197.
    Vgl. z.B. Milgrom/Roberts (1990). Eissrich/Frambach (1998) zeigen, dass der Mangel unzureichender Präzision bei der Bestimmung und Verwendung des Transaktionskostenbegriffs bis heute nicht behoben ist, plädieren aber gleichzeitig für den Wert auch einer intuitiven Verwendung des Transaktionskostenbegriffs für das ökonomische Denken.Google Scholar
  172. 198.
    Winsperger (1996) mit Bezug auf Arbeiten von Commons.Google Scholar
  173. 199.
    So die bekannte ursprüngliche Definition von Arrow, der in einem Hearing des US-Senats als erster Autor den Begriff „transaction costs“verwendet haben soll. Vgl. unten, Fn. 204; Dietrich (1994), S. 19.Google Scholar
  174. 200.
    Vgl. Williamson (1990), S. 1; Windsperger (1996), S.18.Google Scholar
  175. 201.
    Klein (1988).Google Scholar
  176. 202.
    Allerdings dürfen diese Vertragsanbahnungskosten nicht — wie es in der Beschäftigung mit dem Einfluss der asset specificity und anderer Probleme der Vertragsüberwachung und -erfüllung bisweilen geschieht — vernachlässigt werden, da sie konzeptionell und betragsmäßig bedeutend sind. Vgl. Milgrom/Roberts (1992), S.29.Google Scholar
  177. 203.
    Vgl. Coase (1993), S. 56ff.; vgl. auch die klare Abgrenzung in Williamson (1990), S. 88, Fn. 7.Google Scholar
  178. 204.
    Vgl. K. Arrow: „The Organization of Economic Activity: Issues Pertinent to the Choice of Market vs. Non-market Allocation“, in „The Analysis and Evaluation of Public Expenditures: The PPB System, Vol. 1, Joint Economic Committee, 91st Congress“, Washington, 1969, hier zitiert nach Blair/Kasermann (1983), S. 13.Google Scholar
  179. 205.
    Arrow, a.a.O. (vgl. Fn. 204), S. 48, zitiert nach Dietrich (1994), S. 19.Google Scholar
  180. 206.
    Deren Größe von der Kostenreduktion durch die Internalisierung und den Verläufen von Angebots- und Nachfragekurve (bzw. der Elastizität von Grenzwertprodukt und Grenzkosten bzgl. der Menge) abhängt.Google Scholar
  181. 207.
    Vgl. Blair/Kasermann (1983), S. 15f, die auch anmerken, dass Coase (1937) implizit vollkommene Märkte für die Zwischenprodukte unterstellt, so dass die in Kapitel C.3.1.2 dieser Arbeit geschilderten Integrationsanreize unberücksichtigt bleiben.Google Scholar
  182. 208.
    Diese Position wird von Alchian/Demsetz (1972) bildlich so zusammengefasst, dass es keinen Unterschied zwischen dem „Feuern“eines Angestellten und dem „Feuern“einer Einkaufsstätte durch Wechsel zu einem anderen Anbieter gibt.Google Scholar
  183. 209.
    Vgl. Zitat oben (S. 76).Google Scholar
  184. 210.
    Vgl. beispielsweise Demsetz (1988), Dietrich (1994), Windsperger (1998).Google Scholar
  185. 211.
    Milgrom/Roberts (1990), S. 62, Hervorhebung im Original.Google Scholar
  186. 212.
    Vgl. zu den nachfolgenden Ausführungen, insb. zur Faktorspezifität, die grundlegenden Arbeiten von Williamson (1975, 1985/1990, 1989, 1991), Klein/Crawford/Alchian (1978) und Joskow (1987, 1988, 1993). Darstellungen der Materie aus verschiedenen Blickwinkeln finden sich z.B. bei Milgrom/Roberts (1990/1992), Wiggins (1991), Spulber (1992), Hart (1995), Richter/Furubotn (1996, S. 143ff.), Rind-Fleisch/Heide (1997), Foss (2000), Picot/Reichwald/Wigand (2001, 51ff). Kritisches zum Thema u.a. bei Kay (1992), Dietrich (1994).Google Scholar
  187. 213.
    Vgl. grundsätzlich zum Zusammenhang zwischen Irreversibilität, Versunkenheit von Kosten und Faktorspezifität Gross-Schuler (2001), Abschnitt C3.Google Scholar
  188. 214.
    Etwa die als ERP (Enterprise Ressource Planning) bekannt gewordenen Steuerungsprogramme.Google Scholar
  189. 215.
    Entsteht v.a. dann, wenn Einsparungen bei Transportkosten für die Investitionsentscheidung eine entscheidende Rolle spielen. So z.B. bei die Ansiedelung verarbeitender Betriebe nahe an den Quellen benötigter Grundstoffe, die ein niedriges Verhältnis von Wert zu Volumen oder Masse aufweisen.Google Scholar
  190. 216.
    Vgl. Williamson (1990), S. 60.Google Scholar
  191. 217.
    Klein/Crawford/Alchian (1978) bezeichnen den Fall, in dem beide Seiten spezialisierte Investitionen tätigen müssen als „co-specialized assets“.Google Scholar
  192. 218.
    Williamson (1990), S. 70ff.Google Scholar
  193. 219.
    Das in der Folge geschilderte Verhalten der Vertragspartner beruht teilweise auf der oben geschilderten Verhaltensannahme des Opportunismus.Google Scholar
  194. 220.
    Für eine formale Repräsentation der Kalküle der Vertragspartner vgl. Gross-Schuler (2001).Google Scholar
  195. 221.
    Tatsächlich scheinen Vorkehrungen zur Verhinderung solcher hold-up-Situationen in Vertragsverhandlungen über Joint Ventures oder anderen Geschäftsverhandlungen einen nicht unwesentlichen Teil des Verhandlungsaufwandes auszumachen. Vgl. Holmström/Roberts (1998).Google Scholar
  196. 222.
    Dies lässt sich zeigen, wenn man annimmt, dass ein zu den Produktionskosten c hergestellter Input x gegen Zahlung von p von der Upstream-Firma U an die Downstream-Firma D geliefert wird. D muss zusätzlich eine profitrelevante irreversible Investition der Höhe k durchführen. Der operative Gewinn von D beträgt v(x,k). Die Profite der Unternehmen sind π D = v(x,k) - p - k und π U = p - c(x) mit π(0,k) = 0 und c(0) = 0. Ein integriertes Unternehmen würde demgegenüber π J = v(x,k) - c(k) - k maximieren, was die Optimalitäts-bedingungen ∂vl∂k = 1 und ∂v/∂x = ∂c/∂x hervorbringt. Nach Tätigung der irreversiblen Investition k verhandeln die Unternehmen über Preis und Inputhöhe (erstmals oder aufgrund opportunistischen Verhaltens von U erneut). D wird bereit sein, x zu kaufen solange p < v. Eine Nash-Verhandlungslösung mit den Gleichgewichtswerten p*(k) und x*(k) ergibt sich, wenn p = [v(x,k) + c(x)]/2 und wenn ∂v(x,k)/∂x = ∂c(x)/∂x. Durch Einsetzen der Gleichung für p erhält man π D = ½ [v(x*(k),k) - c(x*(k))J - k. Die Höhe k* der Investition im Gleichgewicht muss suboptimal sein, da D nun k* nach Maßgabe der Bedingung ½ [∂v(x,k)/∂k] = 1 bestimmt, also, im Gegensatz zur Bedingung ∂v/∂k = 1 für das integrierte Unternehmen, nur den halben Grenzertrag des Kapitals mit den marginalen Kapitalkosten gleichsetzt. Vgl. Spulber (1992 und 1999, S. 249ff.).Google Scholar
  197. 223.
    Vgl. z.B. Picot/Reichwald/Wigand (2001, S. 53ff.).Google Scholar
  198. 224.
    Vgl. Picot/Reichwald/Wigand (2001).Google Scholar
  199. 225.
    Damit wird die „Aufrechterhaltung von wettbewerblichen Strukturen ex post, also nach einer spezifischen Investition, durch die Schaffung einer oder mehrerer Alternativen für eine Transaktion ex ante“bezeichnet [Gross-Schuler (2001), Teil C 4.4.1.1.]. Vgl. auch Williamson (1991).Google Scholar
  200. 226.
    Vgl. oben Fn. 222.Google Scholar
  201. 227.
    Belege für die negative Beziehung zwischen Marktdichte und dem Grad vertikaler Integration liefern Pirrong (1993) und Holmes (1995).Google Scholar
  202. 228.
    Vgl. dazu v.a. Klein/Crawford/Alchian (1978), S. 302ff.Google Scholar
  203. 229.
    Vgl. Klein/Crawford/Alchian (1978), 304f.; vgl. zur Berechnung einer solchen Prämie Gross-Schuler (2001), Abschnitte 3.4.2.Google Scholar
  204. 230.
    Zusätzlich zeigt Klein (1996), dass gerade langfristige Verträge selbst eine Quelle von hold-up-Problemen sein können, wenn sie rigide Vereinbarungen (z.B. zu Preisen) beinhalten, die zu Zufallsgewinnen oder -verlusten fuhren können, wenn sich Umweltbedingungen ändern.Google Scholar
  205. 231.
    Vgl. zur Wirkung von Reputation bei asset specificity Holmström/Tirole (1989), S. 76f.; Neumann (1990); Hart (1995), S. 66ff.; Acs/Gerlowski (1996), S. 190.Google Scholar
  206. 232.
    Damit sind ausschließlich reine Finanzbeteiligungen ohne weitergehende Integration gemeint.Google Scholar
  207. 233.
    Diese Lösungsansätze können als die vielleicht praktisch relevantesten Fälle des von Williamson (1990, S. 193ff.) ausführlich diskutierten Unterpfandmodells angesehen werden.Google Scholar
  208. 234.
    Partielle vertikale Integration liegt vor, wenn nur Teile des Transaktionspartners oder Teile der relevanten assets übernommen werden. Dies ist z.B. im Fall des Franchise-Unternehmens gegeben, das sich- ganz nach der in der Folge geschilderten Logik — die Kontrollrechte für die spezifischen assets (v.a. alle mit der Unternehmensmarke verbundenen Faktoren) vorbehält, während unspezifische assets im Besitz des Franchisenehmers sind. Vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 563ffGoogle Scholar
  209. 235.
    Vgl. die oben (S. 78) ausgeführte Kritik von Alchian/Demsetz (1972) an Coase (1937).Google Scholar
  210. 236.
    Vgl. Church/Ware (2000), S, 77f.Google Scholar
  211. 237.
    Das hier verwendete Supermarkt-Beispiel bezieht sich auf das in Stalk/Evans/Shulman (1992) geschilderten System des US-Konzerns Wal-Mart. Vgl. zu den Angaben auch Sparkman (1997), Wal-Mart (2001). Der in der Folge beschriebene Zusammenhang zwischen dem Logistiksystem der Supermarkt-Kette, resultierender asset-specificity- und hold-up-Problematik und der vertikalen Integration der Logistikdienstleistungen ist als hypothetische Illustration gedacht. Es ist nicht auszumachen, ob dies bei Wal-Mart tatsächlich den ausschlaggebenden Integrationsanreiz darstellte. Alternativ wäre der klassische Fall der Installation von Produktionsanlagen eines Automobilzulieferers [vgl. Klein/Crawford/Alchian (1978), Klein (1988), Williamson (1990, S. 130f.)] zu betrachten, auf denen spezifische Fahrzeugteile wie Karosserieelemente, Sitze, Bremsanlagen oder Kabelbäume für ein Modell eines Fahrzeughersteller produziert werden.Google Scholar
  212. 238.
    Zumindest bei Benutzung eines proprietären EDV-Systems.Google Scholar
  213. 239.
    Sparkman (1997) spricht von 3.500 Zugmaschinen und 22.000 Aufliegern.Google Scholar
  214. 240.
    Williamson (1985/1990), S. 52.Google Scholar
  215. 241.
    Zur Wirkung von Unsicherheit in der neoklassischen Unternehmenstheorie vgl. oben Abschnitt C 3.1.5.Google Scholar
  216. 242.
    So in etwa die Interpretation von Blair/Kasermann (1983), S. 19.Google Scholar
  217. 243.
    Vgl. Rindfleisch/Heide (1997), Spulber (1999), S. 236ff.Google Scholar
  218. 244.
    Williamson (1990, S. 67f.) ergänzt, dass Verhaltensunsicherheit mit Marktunsicherheit dergestalt verknüpft ist, dass die Unsicherheit über das Verhalten des Vertragspartners erst dort zu Vertragsproblemen führt, wo äußere Störungen auftreten.Google Scholar
  219. 245.
    Williamson (1990), S. 68.Google Scholar
  220. 246.
    Williamson (1990), S. 69 spricht hier von den Kosten eines spezifischen „Beherrschungs- und Überwachungssystem“, was aber nichts anderes als die Vertragskosten bedeutet.Google Scholar
  221. 247.
    Vgl. S. 85 und Holmström/Roberts (1998).Google Scholar
  222. 248.
    Vgl. auch Rindfleisch/Heide (1997), Reve (1990).Google Scholar
  223. 249.
    Diese umfassen „not only the wages paid to bargainers or the opportunity costs of their time, but also the costs of monitoring and enforcing the agreement and any losses from failure to reach the most efficient agreement in the most efficient fashion.“Milgrom/Roberts (1990), S. 65.Google Scholar
  224. 250.
    Vgl. Fudenberg/Milgrom/Roberts (1990) mit ausfuhrlicher Herleitung der notwendigen Annahmen.Google Scholar
  225. 251.
    Vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 30ff.Google Scholar
  226. 252.
    Milgrom/Roberts (1990/1992) schlagen hier eine Brücke zum sog. measurement branch der Transaktionskostentheorie, der hier aber nicht weiter behandelt wird. Vgl. dazu EGGERTSSON (1990), S. 165ff.Google Scholar
  227. 253.
    Vgl. zu den Überlegungen des folgenden Abschnitts auch Milgrom/Roberts (1990); Wiggins (1991); McAfee/McMillan (1995); Richter/Furubotn (1996), S. 366ff.; Church/Ware (2000), S. 82ff.Google Scholar
  228. 254.
    Diese Faktoren müssen bei der Untersuchung der Anreize zur Veränderung der Unteraehmensgrenzen natürlich in Betracht gezogen werden, da eine Abschwächung dieser Faktoren (z.B. durch die in dieser Arbeit thematisierten elektronischen Geschäftsmodelle) für eine Verstärkung der vertikalen Integration spräche.Google Scholar
  229. 255.
    Milgrom/Roberts (1990), S. 80ff.Google Scholar
  230. 256.
    Die von Williamson (1990, S. 157) gegebenen Beispiele beziehen sich dabei auf intensive Nutzung von Kapitalgütern bei unzureichender Warnings- bzw. Investitionstätigkeit, die „einer späteren Managergeneration überlassen“wird. Allerdings wäre es genau so denkbar, dass die Division einen aufgebauten Goodwill (z.B. einen Markennamen) aufbraucht und so die dauerhaften Gewinnmöglichkeiten schmälert.Google Scholar
  231. 257.
    Obwohl diese Beispiele etwas konstruiert und wenig generalisierbar wirken, dürfte eine gewisse empirische Evidenz durchaus gegeben sein. So bedurfte es beispielweise in einem — vom Autor dieser Arbeit mitverfolgten — Fusionsprozess zwischen mehreren Versorgungsunternehmen unterschiedlicher Wertschöpfungsstufen mehrmonatiger Verhandlungen zwischen den Divisionen, um die internen Preise für zuvor teilweise am Markt bezogenen Leistungen zu bestimmen, die im Rahmen eines Insourcing-Programms nun innerhalb des Unternehmens bezogen werden sollten.Google Scholar
  232. 258.
    Milgrom/Roberts (1990), S. 79. Vgl. ähnlich Williamson (1985/1990), Abschnitt 4.1, der eine „propensity to manage“sieht, in der deutschen Version verfälschend als „Streben nach Übernahme der Geschäftsführung“widergegeben.Google Scholar
  233. 259.
    Vgl. zu rent-seeking die grundlegenden Arbeiten von Krueger (1974) und Bhagwati (1982) sowie die Aufsatzsammlungen Buchanan/Tollison/Tullock (1980) und Rowley/Tollison/Tullock(1988).Google Scholar
  234. 260.
    Milgrom/Roberts (1990, S. 83) betrachten nur den Fall der Abspaltung besonders verlustreicher Bereiche. Die Logik ihres Arguments ist aber bei besonders erfolgreichen Teilen mindestens ebenso zutreffend, da erfolgreiche Unternehmensteile besonders stark für den Fluss von Investitionsmitteln in ihren Bereich werben werden, während andere Unternehmensteile eine Verwendung der Gewinne erfolgreicher Unternehmensteile für die gesamte Firma propagieren werden.Google Scholar
  235. 261.
    Foss (2000, S. xli) sieht die Arbeiten der Property Rights Literatur als „formale Version und Entwicklung von Elementen der Arbeit Williamsons“.Google Scholar
  236. 262.
    Mit dem Begriff property-rights-Theorie wird in dieser Arbeit ausschließlich der property-rights-Ansatz in der Theorie der Firma bezeichnet. Das ältere, allgemeinere und in seinen Anwendungen (Ordnungspolitik, Ökonomie des Rechts, Gestaltung von Eigentumsrechten) sehr viel weitere Verfügungsrecht-Konzept [vgl. Richter/Furubotn (1996), S. 82ff], das maßgeblich von Alchian bestimmt wurde, wird im Rahmen dieser Arbeit natürlich nicht behandelt.Google Scholar
  237. 263.
    Vgl. zu den folgenden Ausführungen Grossman/Hart (1986); Hart (1989); Hart/Moore (1990); Wiggins (1991), S. 660ff.; Hart (1993); Hart (1995); Spulber (1999), S. 251ff.; Whinston (2000); CHURCH/WARE (2000), S. 84ff.; Foss/Lando/Thomsen (2000).Google Scholar
  238. 264.
    Vgl. oben S. 78 und S. 86.Google Scholar
  239. 265.
    Hart folgend kann man argumentieren, dass selbst bei Unternehmen, die fast nur aus Humankapital „bestehen“, wie z.B. manche Beratungsunternehmen, einige nicht-physische assets wie Markenname oder Sammlungen vergangener Aufträge und dort entwickelter Konzepte von entscheidender Bedeutung dafür sind, um Mitarbeiter voll produktiv werden zu lassen und so länger an das Unternehmen binden zu können. Ein alltägliches Beispiel bietet der Verkauf einer Mietwohnung an einen neuen Besitzer. Von diesem Verkauf bleiben die im Mietvertrag fixierten Rechte unberührt. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Veränderungen an der Wohnung oder deren Umfeld, die nicht unbedingt im Mietvertrag geregelt werden, wie der Außenanstrich des Hauses, die Gestaltung eines Gemeinschaftsgartens oder die Entscheidung darüber, wer in die Nachbarwohnung einzieht. Diese die Mietwohnung mittelbar betreffenden (residualen) Rechte sind auf den neuen Eigner übergegangen.Google Scholar
  240. 267.
    Letzteres ist auch das zentrale Unterscheidungsmerkmal der property-rights-Sichtweise der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung zu Alchian/Demsetz (1972): Durch die Verfügungsrechte über die „Werkzeuge“des Arbeitnehmers bleibt eine Macht-Asymmetrie zwischen employer und employee erhalten; vgl. Hart (1995), S. 58f; Putterman/Kroszner(1996), S. 19.Google Scholar
  241. 268.
    Rajan/Zingales (2000) bauen auf dem Konzept der Macht in einem Unternehmen eine beachtenswerte Neuinterpretation des Grundgedankens von Hart in Bezug auf humankapitalintensive Unternehmen auf. Vgl. für einige Aspekte dieser Arbeit Abschnitt D 6.2.Google Scholar
  242. 269.
    Vgl. Wiggins (1991, S. 611, Fn. 12) zur Äquivalenz der Begriffe „Investition“und „Anstrengung“(effort). Google Scholar
  243. 270.
    Die Darstellung folgt Church/Ware (2000), S. 86ff. bzw. Hart (1995), S. 29ff. Diese Modelle sind wiederum vereinfachende Zusammenführungen von Grossman/Hart (1986) und Hart/Moore (1990).Google Scholar
  244. 271.
    Basiswert und Basiskosten bezeichnen dabei Wert/Kosten in Abwesenheit jeglicher spezifischer Investition.Google Scholar
  245. 272.
    Für die Wirkung der Investitionen wird anschließend eine spezifische funktionale Form angenommen, die sicherstellt, dass die Kosten (der Wert) des Inputgutes (Outputgutes) mit der Investitionshöhe stetig sinken (steigen), jedoch mit abnehmender Rate. Die ersten Ableitungen der Kosten (des Wertes) nach e (bzw. i) sind also negativ (positiv) und die zweiten Ableitungen negativ. Mit i und e werden im übrigen die Werte der Investitionen in Geldeinheiten angegeben.Google Scholar
  246. 273.
    Angenommen wird eine hälftige Aufteilung der Quasi-Rente. Zur genaueren Ableitung von p vgl. Church/Ware (2000), S. 89.Google Scholar
  247. 276.
    Hart (1995, S. 52) setzt dieses Modell auch in Beziehung mit der in Abschnitt C 3.1.6 angesprochenen Lebenszyklushypothese von Stigler (1951). Der Mangel an vertikalen Handelspartnern in einer entstehenden Industrie impliziere hohe Komplementarität zwischen Inputhersteller und -käufer, verstärke demnach den Anreiz zur Integration und schwäche sich ab, wenn sich weitere Lieferanten bzw. Abnehmer etablieren.Google Scholar
  248. 277.
    Allerdings beschränkt sich diese Logik nicht nur auf vertikale Beziehungen, sondern auch auf horizontale oder laterale. Dies wird in Abschnitt C 4.3 wieder aufgegriffen.Google Scholar
  249. 278.
    Vgl. Fell (2001), S. 109ffGoogle Scholar
  250. 279.
    Wichtig ist die Konzeption, dass ein Individuum Information besitzen kann. Information kann darüber hinaus entweder in den Individuen gebunden sein oder — zumindest teilweise — durch Software, Datenbanken etc. in weitergebbarer Form vorhanden sein.Google Scholar
  251. 280.
    Beide Seiten, 1 und 2, können der jeweils anderen Seite mit hold-up durch Entzug ihres Produktionsfaktors, d.h. a I oder a F drohen.Google Scholar
  252. 281.
    Dieser Wert stellt den erwarteten payoff eines Spieler in einem kooperativen oder nicht-kooperativen [vgl. zur Anwendung in nicht-kooperative Situationen Brynjolfsson (1994), S. 1648] n-Personen-Spiel in Koalitionsform mit zusätzlichen Auszahlungen („side-payments“). Vgl. S. Hart (1998). Formal errechnet sich der Shapley-Wert als Σ p(S)[v(S A|x)-v(S\{i}, A(S\{i}|x] mit p(S)≡[(s-1)!(I-s)!]/I! Wobei s die Zahl der Akteure in S und I die Gesamtzahl der Akteure abbildet. p(S) ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass i in einer bestimmten Koalition S enthalten ist.Google Scholar
  253. 284.
    Neben den technologischen oder kommunikativen Problemen der Übertragung von „Wissen“ desteht insb. das Problem, dass der Wert einer Information für den potenziellen Käufer nicht einschätzbar sein kann, ohne die Information zu kennen, die Information im Moment der „Inspektion“aber bereits übertragen und somit kostenlos erworben ist. Vgl. Arrow (1996). Vgl. ähnliche Überlegungen in Casson (1997), S. 80ff. 285 Diese Einsicht entspricht natürlich genau den Ergebnissen der property-rights-Grundmodelle, wie z.B. der „Proposition 8“in Hart/Moore (1990): „If two or more assets are (strictly) complementary, they should be owned or controlled together.“Google Scholar
  254. 286.
    Der Term auf der linken Seite der Gleichung ergibt sich daraus, dass Akteur 1 in vier Koalitionen {1,2,3}, {1,2}, {1,3} und {1} mit den jeweiligen Wahrscheinlichkeiten 1/3, 1/6, 1/6 und 1/3 vertreten sein kann.Google Scholar
  255. 287.
    Brynjolfsson (1994), S. 1655. Vgl. zu einer ähnlichen Schlussfolgerung Hart (1995), S. 53f. Eine verwandte Überlegung zum Zusammenhang von Ressourcen-Besitz und Besitz von Informationen stellt Casson (1997, S. 80ff.) an, der die Frage stellt, warum der Ressourcenbesitz sich nach dem Informationsbesitz richten soll und nicht umgekehrt.Google Scholar
  256. 288.
    Williamson (1989), S. 150; Shelanski/Klein (1995), S. 341.Google Scholar
  257. 289.
    Die empirischen Befunde zur Transaktionskostentheorie vertikaler Integration werden von Shelanski/Klein (1995) und Rindfleisch/Heide (1997) zusammengeführt. Masten (1996) versammelt aufschlussreiche Fallstudien zu Vertragsgestaltung, vertikaler Integration und hybriden Organisationsformen. Williamson/ Masten (1999) enthält eine Vielzahl, auch neuerer, Aufsätze in diesem Themenfeld.Google Scholar
  258. 290.
    Vgl. oben Tabelle C 8. Google Scholar
  259. 291.
    Vgl. Whinston (2000) zur Unterscheidung zwischen der Transaktionskostentheorie Williamsonscher Prägung und der property-rights-Theorie sowie den Unterschieden in der Interpretation empirischer Ergebnisse.Google Scholar
  260. 292.
    Vgl. dazu Gross-Schuler (2001), Abschnitt C 1.4 und die dort zitierten empirischen Untersuchungen.Google Scholar
  261. 293.
    Die direkte Beziehung zwischen Spezifität und Transaktionskosten zu untersuchen ist jedoch wichtig, da die Mehrzahl der empirischen Arbeiten zu asset specificity mit zwei Problemen behaftet ist [Walker/Poppo (1991), S. 67]: Zum einen können die in der Folge geschilderten Industriestudien keinen direkten Vergleich von Transaktionen inner- und außerhalb von Organisationen unter gleichen Spezifitätsbedingungen vollziehen. Zum anderen könnten assets erst nach einer Integration spezifisch werden, so dass Kausalität zwischen Spezifität und Integration nicht zwingend bestehen muss.Google Scholar
  262. 294.
    Walker/Poppo (1991) und Pilling/Crosby/Jackson (1994).Google Scholar
  263. 295.
    Als Näherungsvariablen dienen u.a. die Wichtigkeit eines Inputs für den Käufer und die F&E-Intensität.Google Scholar
  264. 296.
    Vgl. Caves/Bradburd (1988), S. 265f. Vgl. dazu auch Fell (2001), S. 118 und Davies/Morris (1995).Google Scholar
  265. 297.
    Vgl oben Tabelle C 8. Google Scholar
  266. 298.
    Allerdings müssen viele Studien hier auf das Mittel der Befragung zur Bestimmung von Variablen wie Spezifität, Unsicherheit oder Komplexität zurückgreifen.Google Scholar
  267. 299.
    Inaba/Tabeta (1996) untersuchen mit Blick auf die Transaktionskostentheorie Lieferbeziehungen der japanischen Autoindustrie und zeigen, dass die grundlegenden Zusammenhänge von Spezifität, hold-up-Potenzial und Organisation entgegen vielfach geäußerten Ansichten auch in diesem Umfeld zutreffend sein können. Ihr Maßstab für asset specificity hinsichtlich des Humankapitals ist die Zeit, die ein Vertriebsmitarbeiter benötigt, um ausreichend mit Kunden und Produkten des Unternehmens vertraut zu sein. Vertikale Integration bedeutet im Kontext der Studien zur Vertriebsintegration, dass die Unternehmen eigene angestellte Vertriebsmitarbeiter mit dem Verkauf der Produkte betrauen und nicht unabhängige Vertreter.Google Scholar
  268. 301.
    Maltz verwendet eine Variante der maßgeblich von Anderson (1985) etablierten Messung der Humankapitalspezifität durch Befragungen von Managern zur Komplexität der Produkte, unternehmensspezifischen „routines“, Vertraulichkeit der Unternehmensinformationen sowie zur Wichtigkeit und Loyalität von Key Accounts und zum notwendigen Aufwand, um mit den Anforderungen vertraut zu werden. Anderson/Schmittlein (1984) bedienen sich ebenfalls dieser Skala und kommen wie John/Weitz (1988) zum Ergebnis verstärkter Vorwärtsintegration auf die Vertriebsstufe aufgrund von Spezifität des Humankapitals.Google Scholar
  269. 302.
    Der Einfluss von Lagespezifität auf die relative Attraktivität von Integration wurde u.a. von Stuckey (1983) und Hennart (1988) auch für die Aluminiumherstellung bestätigt. Anzumerken ist allerdings, dass Stuckey (1983) den durch Integration geschaffenen Möglichkeiten der Preisdifferenzierung bzw. -diskriminierungGoogle Scholar
  270. (vgl. Abschnitt C 1.3.4) größere Erklärungskraft für die vertikalen Integrationsbemühungen in der Aluminiumindustrie zuschreibt, als den Transaktionskostenerwägungen.Google Scholar
  271. 303.
    Vgl. v.a. Lieberman (1991), S. 459f. und 462f.Google Scholar
  272. 304.
    Hervorzuheben ist ein zweiter Aspekt der Arbeit von Lyons (1995): In seiner Untersuchung werden die Einflüsse von Spezifität und Produktionskosten auf die make-or-buy-Entscheidung simultan betrachtet. Es zeigt sich, dass Outsourcing offenbar nur dann in Betracht gezogen wird, wenn Skalenvorteile und damit niedrigere Kosten auf Seiten des Lieferanten zu erwarten sind. Asset-specificity-Überlegungen bestimmen dann die Entscheidung über Eigenfertigung oder Fremdbezug entscheidend mit. Sind jedoch keine Skalenvorteile auf Seiten eines Zulieferers zu erwarten, wird Eigenfertigung fast durchweg bevorzugt.Google Scholar
  273. 305.
    Die Besonderheit dieser Untersuchung ist der Vergleich privater mit öffentlichen Einrichtungen, wobei unterstellt wird, dass letztere weit geringerem Wettbewerbsdruck unterliegen. Transaktionskostentheoretische Parameter haben dabei nur in den Daten zu privaten Krankenhäusern signifikante Erklärungskraft, was als Hinweis auf die Notwendigkeit wettbewerblichen Drucks für die Optimierung der Transaktionskosten interpretiert werden könnte.Google Scholar
  274. 306.
    Vgl. dazu die folgenden ausgewählten Arbeiten: Joskow (1985/1987/1988/1993) geht in allen seinen Arbeiten nicht nur auf die Möglichkeiten voller Integration ein, sondern auch auf langfristige Verträge, die fast immer dann geschlossen werden, wenn Integrationsanreize vorliegen, aber kein Zusammenschluss erfolgt. Crocker/Masten (1985/1988) zeigen am Beispiel der Gasversorgung, dass die Länge von Verträgen mit Spezifität positiv und negativ mit Unsicherheit korreliert. Eine weitere Artikelserie von Heide/John (1988/ 1990/1992) kommt zum Ergebnis, dass asset specificity gegenläufige Investitionen, Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten fördert. Pisano (1990) findet Bestätigung für die Wirkung von Spezifität und mangelnden Möglichkeiten für second sourcing als Anreiz für Kapitalverflechtungen. Eine Vielzahl weiterer Studien werden von Shelanski/Klein (1995, S. 344–350, 353f.) und Rindfleisch/Heide (1997) zusammengefasst.Google Scholar
  275. 307.
    Asset specificity wird von den Autoren zwar als wichtiges Element in der Gestaltung der Organisationsform in der Softdrink-Industrie angesehen. Allerdings scheidet sie als auslösendes Element für die Bewegung hin zur captive distribution aus, da spezifische Investitionen von Anfang an (bereits ab ca. 1920) die Beziehungen zwischen Konzentrathersteller und Abfüller prägten. Muris/Scheffman/Spiller (1992, S. 290f.) erkennen auch an, dass einige ihrer empirischen Resultate sich auch mit der double marginalization Theorie vertikaler Integration (vgl. Abschnitt C 3.1.2) erklären lassen, jedoch kann der generelle Trend zur Integration der Abfüller damit nicht überzeugend erklärt werden.Google Scholar
  276. 308.
    Ausnahmen, wie der An- und Verkauf von Strommengen zwischen verschiedenen Versorgungsunternehmen zur Überbrückung von Spitzenlasten bzw. zum Ausgleich unterschiedlicher Nachfragestrukturen existieren zwar, fallen aber im Vergleich zu vertikalen Liefer- und Abnehmerbeziehungen kaum ins Gewicht. Darüber hinaus könnte auch eine solche Lieferung zwischen Stromversorgern (oder andere „horizontale Lieferungen“, z.B. zur Abrundung eines Sortiments) als vertikale Transaktion betrachtet werden, da sie zwischen der Vertriebsstufe des einen Unternehmens als Abnehmer und der Erzeugungs- bzw. Produktionsstufe des anderen Unternehmens als Lieferant erfolgen.Google Scholar
  277. 309.
    Mit Kollusion oder koUusivem Verhalten werden in der Folge nicht-öffentliche Vereinbarungen zwischen Unternehmen bezeichnet, die abgestimmtes Verhalten mit dem Ziel höherer Preise und/oder besserer Konditionen für die Kollusionspartner auf Kosten von Konkurrenten und Nachfragern zum Ziel haben. Als Kooperation werden offengelegte Vereinbarungen zwischen Unternehmen zur gemeinsamen Durchführungen von bestimmten Teilen der Wertschöpfimg (z.B. Forschung, Produktion, Vertrieb) bezeichnet. Darunter fallen auch in der Praxis als Allianz, strategische Allianz, Wertschöpfungsallianz etc. bezeichneten Kooperationen.Google Scholar
  278. 310.
    Vgl. Neumann (2000), S. 79ff.Google Scholar
  279. 311.
    Vgl. Neumann (2000), S. 81f.Google Scholar
  280. 312.
    Vgl. für die nachfolgende Aufzählung Wöhe (1996), S. 384ff., der eine ausführliche Systematisierung der Kooperationsziele vornimmt. Vgl. für eine Darstellung der Gründe für Allianzen am Beispiel der Telekommunikationsbranche Hungenberg (1999).Google Scholar
  281. 313.
    Handelskooperationen entstehen, wie Mandewirth (1997, S. 11f.) u.a. mit Bezug auf Barth (1993) erklärt, entweder auf Initiative des Einzelhandels (Einkaufsverband) oder des Großhandels (freiwillige Kette). Beim Einkaufsverband ist der horizontale Charakter eindeutig, denn „durch den zunächst horizontalen Zusammen-schluss von Einzelhändlern zu einem Einkaufsverbund kommt es, im Zuge der Funktionszusammenlegung, zur Bildung einer neuen Institution auf der Großhandelsebene“.Google Scholar
  282. 314.
    Madewirth(1997), S. 11.Google Scholar
  283. 316.
    Spätere Modelle bzw. Modellvarianten wie Hart/Moore (1990), Hart (1995) oder das oben wiedergegebene Modell sind aber eindeutiger auf vertikale Beziehungen ausgerichtet.Google Scholar
  284. 317.
    Vgl. zu dieser Interpretation von Grossman/Hart (1986) v.a. Spulber (1992, S. 555ff., v.a. Fn. 28 und 1999, S. 251 f.), Hart (1993, S. 144ff. und 1995). Hier findet sich auch der Berührungspunkt zwischen der property-rights-Theorie der Unternehmung und der Anwendung der Verfügungsrechtstheorie in der Analyse von öffentlichen Gütern und externen Effekten (Fischereirechte, Verschmutzungsrechte etc.) in der Tradition von Coase (1960). Vgl. dazu Richter/Furubotn (1996), S. 112ff.Google Scholar
  285. 319.
    Hier bietet sich der Fall Firestone/Ford aus dem Jahr 2001 als Beispiel für die Generierung externer Effekte zwischen zwei Herstellern komplementärer Güter an. Die beiden Unternehmen waren in einen öffentlich ausgetragenen Streit darüber geraten, ob es eine überdurchschnittlich hohe Rate an reifenbedingten Unfällen bei einer bestimmten Kombination von Fahrzeug (Ford Explorer) und Reifen (Firestone) gebe und welcher Seite der komplementären Auto-Reifen-Beziehung dies zuzuschreiben sei. Unstrittig ist der enorme Imageschaden und der einhergehende Unternehmenswertverlust auf beiden Seiten im Zuge der Kündigung des Lieferverhältnisses und der öffentlichen Auseinandersetzungen. Der Konflikt führte schließlich auch zur Ablösung des CEO Jacques Nasser. Ungeachtet aller möglichen anderen Nachteile einer solchen Diversifikation hätte Ford diesen speziellen Schaden mit Sicherheit vermeiden können, wenn Firestone integrierter Bestandteil des Ford-Konzerns gewesen wäre. Vgl. Economist (2001a).Google Scholar
  286. 320.
    Vgl. Hart (1993), S.144ff.Google Scholar
  287. 321.
    Vgl. zur Unterscheidung zwischen diesen Mehrproduktunternehmen und Konglomerat Abschnitt C 3.3.Google Scholar
  288. 322.
    Einige Erklärungsansätze für die Diversifikation von Unternehmen sollen ausgeblendet bleiben, weil Einflüsse auf die entsprechenden Determinanten der Unternehmensgrenzen sich einer Untersuchung weitgehend entziehen. Dazu gehört v.a. der managerial oder agency Zweig der Diversifikationstheorien, der individuelle Anreize der Manager von Unternehmen als treibende Kraft bei der Schaffung diversifizierter Firmen sieht. Diese Anreize bestünden v.a. im Wunsch nach Schaffung eines „empire“, in der Möglichkeit sich selbst durch gezielte Diversifikation unabdingbar zu machen („managerial entrenchment“) oder in der Diversifikation des eigenen Arbeitsplatzrisikos, indem das Gesamtrisiko des Unternehmens verringert wird, wofür zwar dem Anleger die Kapitalmarktaltemative zur Verfügung steht, nicht aber dem Manager. Vgl. zu diesen Erklärungen Mueller (1969/1986), Shleifer/Vishny (1989), Montgomery (1994).Google Scholar
  289. 323.
    Erstmals ausfuhrlich thematisiert wurden interne Kapitalmärkte in Williamson (1970/1975), die Grundidee formulierte Alchian (1969) mit Blick auf die Kapitalvergabepraxis innerhalb von General Electric.Google Scholar
  290. 324.
    Vgl. Shin/Stulz (1998) zur Frage inwieweit in diversifizierten Unternehmen überhaupt eine Kapitalumverteilung im Sinne eines internen Kapitalmarktes erfolgt und nach welchen Kriterien.Google Scholar
  291. 325.
    Hubbard/Palia (1999), S. 1132Google Scholar
  292. 326.
    Andere Überlegungen zu den Vor- und Nachteilen interner Kapitalmärkte finden sich zusammengestellt bei Hubbard/Palia (1999), S. 1137ff. Vgl. auch Stein (1997).Google Scholar
  293. 327.
    Gertner/Scharfstein/Stein (1994).Google Scholar
  294. 328.
    Vgl. dazu auch die Einschränkungen in den Schlussfolgerungen von Gertner/Scharfstein/Stein (1994), S. 1228.Google Scholar
  295. 329.
    Von den vielfältigen Überlegungen und der umfangreichen Literatur zu internen Arbeitsmärkten wird hier nur der sehr kleine Teil angesprochen, der eine ökonomische Basis für Diversifikationen bieten könnte. Zu den anderen Themenfeldera vgl. Baker/Holmström (1995), Milgrom/Roberts (1992). S. 358ff. Holmström/Tirole (1989), S. 116ff. und grundlegend Doeringer/Piore (1985).Google Scholar
  296. 330.
    Vgl. zu diesem Erklärungsansatz konglomerater Unternehmen über die Schaffung interner Arbeitsmärkte Neumann (1995), S.270f.Google Scholar
  297. 331.
    Vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 358f.Google Scholar
  298. 332.
    Vgl. dazu ausführlich Alewell (1993).Google Scholar
  299. 334.
    Hinzu kommt, dass nicht von einer unendlich elastischen Nachfrage und ausschließlich vollkommenen Märkten in den möglichen Alternativmärkten auszugehen ist. Es muss also eine Situation unterstellt werden, in der das Unternehmen durch externe Einflüsse einer sinkenden Nachfrage nach seinen traditionellen Produkten oder einem Nachfrageverlauf, der bei Produktionsausweitung sinkende Gewinne brächte, gegenübersteht. Vgl. Teece (1982/2000), Abschnitt 4.3.Google Scholar
  300. 335.
    Vgl. Polanyi (1958), Langlois/Foss (1999).Google Scholar
  301. 336.
    Vgl. Teece (1982/2000), S. 224ff.Google Scholar
  302. 338.
    Gümbel (1985), wo sich auch eine Vielzahl anderer Theorien zur Funktion bzw. „Rechtfertigung“ des Handels finden. Allerdings stellt auch Gümbel die Transaktionskostenreduzierung in den Mittelpunkt der Handelsaufgaben. Vgl. auch Picot (1986, S. 4), der feststellt: „Unternehmertum in der Distribution kann nichts anderes sein als Rationalisierung der Transaktionskosten“.Google Scholar
  303. 339.
    Vgl. grundsätzlich zu den Varianten der Nachfrageverbundenheit Müller-Hagedorn (1978).Google Scholar
  304. 340.
    Mulhern/Leone (1991) sprechen dann von use complements im Gegensatz zu nur gemeinsam gekauften Produkten, den purchase complements. Vgl. auch Diller (2000), S. 263. Vgl. zur präzisen ökonomischen Definition von Komplementarität Samuelson (1976).Google Scholar
  305. 342.
    Vgl. die ebenfalls auf diesen Punkt eingehenden Argumentationen in Bliss (1988), S. 378 und Mulhern/Leone (1991), S. 65.Google Scholar
  306. 343.
    Betancourt/Gautschi (1992); vgl. auch Betancourt/Gautschi (1990), S. 157.Google Scholar
  307. 344.
    Darunter sind alle Aktivitäten des Handels zu fassen, die Kostenersparnisse auf Konsumentenseite erlauben, wie Sortimentsbreite (Transportkostenerspamis), gute Erreichbarkeit (Zeitersparnis), Lagerhaltung (Senkung der „Lagerkosten“ zuhause), Informationsleistungen (Senkung von Such- und Anpassungskosten). Vgl. Betancourt/Gautschi (1988), S. 135 und (1990), S. 153.Google Scholar
  308. 345.
    Betancourt/Gautschi (1990/1992) entwickeln ein Sortiments-Modell, worin die im Supermarkt gekauften Produkte ein Input der letztlich nutzenstiftenden Haushaltsproduktionsfunktion sind. Weitere Elemente dieser Produktionsfunktion sind Preise, Handels-Dienstleistungen und Haushaltseinkommen. Es lassen sich dann Produktionseffekt und Konsumeffekt der Preisveränderung eines Supermarkt-Gutes unterscheiden. Der Produktionseffekt beschreibt — dem Substitutionseffekt der Konsumtheorie vergleichbar — die direkte oder Kreuzpreis-Elastizität der Nachfrage bei konstantem Niveau der Haushaltsproduktion. Der Konsumeffekt ist — dem Einkommenseffekt entsprechend — das Produkt aus der Nachfrageveränderung nach einem Gut aufgrund veränderter Haushaltsproduktion und der durch eine Preisänderung induzierten Veränderung der Haushaltsproduktion. Güter werden dann als Netto-Komplementärgüter (-Substitutivgüter) bezeichnet, wenn der Produktionseffekt zwischen ihnen negativ (positiv) ist. Bei Brutto-Komplementärgütern (-Substitutivgü-tem) ist die Summe aus Konsum- und Produktionseffekt negativ (positiv). Sortimentstiefe bestimmt sich dann nach der Zahl der Netto-Substitute, Sortimentsbreite nach der Zahl der Netto-unabhängigen Güter. Die Autoren zeigen in der späteren Arbeit, dass die Handelsdienstleistungen in den meisten Fällen in einer bruttokomplementären Beziehung zu den gehandelten Gütern stehen.Google Scholar
  309. 347.
    Zitat aus dem RWE-Geschäftsbericht 1998/1999: „Der verstärkte Wettbewerb an der Kundenschnittstelle […] ist nur durch konsequentes Cross-Selling erfolgreich zu bestehen. Hier setzt unsere Multi-Utility-Strategie an. Wir zielen damit auf die Vorteile einer horizontalen Integration an der Kundenschnittstelle, sowohl im Retail- als auch im Großkundenbereich. […] Wir können kundenfreundliche Bündelangebote realisieren, unsere Kundenbasis durch Cross-Selling intensiver ausschöpfen, Vertriebskanäle mehrfach nutzen und damit Kostenvorteile aufgrund von Skaleneffekten erreichen.“Google Scholar
  310. 349.
    Vgl. Auch Radner (1996) für das Verhältnis der Theorie unvollständiger Verträge und der Theorie des information processing. Google Scholar
  311. 350.
    Vgl. Schmitz (2001).Google Scholar
  312. 351.
    Diese Transformation wird zumeist von einem entsprechenden Spezialisten (dem Unternehmen) durchgeführt, weil — neben anderen Vorteilen — nur so Größenordnungen erzielt werden können, die die Realisierung von Skalenvorteilen erlauben.Vgl. Casson (1997), S. 5 und S. 79f. und Spulber (1999), S. 262.Google Scholar
  313. 352.
    Spulber (1996, 1999) zeigt, dass Intermediation einen quantitativ bedeutenden Anteil des Wirtschaftslebens ausmacht. Seine Berechnungen für die USA (Zahlenbasis 1996) ergeben, dass etwa 28% des Bruttosozialprodukts aus Intermediations leistungen bestehen.Google Scholar
  314. 353.
    Vgl. Spulber (1996, 1999, S. 8ff.).Google Scholar
  315. 354.
    Der Intermediationsansatz nimmt damit eine spiegelbildliche Position zur Interpretation der Handelstätigkeit als Produktion ein. Letztere sieht auch in der Intermediationstätigkeit des Handels eine Form der Produktion. Erstere interpretiert auch die Produktionstätigkeit eines Unternehmens als besondere Form der Intermediation. So schreibt Spulber (1999, S. 270): „[…] the transformation of inputs into outputs through production merely [is] a means to an end, the end being to carry out the purchase of inputs and the resale in the form of finished goods and services. As such the production task is conceptually similar the warehousing and transportation tasks carried out by a retail or wholesale firm“. Viele Ansatzpunkte von Casson und Spulber finden sich übrigens bereits in Gümbels (1985) Analyse der Handelsunternehmung als Transaktionskostenspezialist. Eine ausführliche Analyse des Aufbaus und der Funktion von Intermediären, die sich auf den Austausch von Informationen spezialisieren, bietet Rose (1999).Google Scholar
  316. 355.
    Vgl. Spulber (1999), wo die einzelnen Leistungen der firm as intermediary und die damit verbundene Schaffung von ökonomischem Wert detailliert demonstriert werden. Einige Aspekte werden unten (S. 143) vertieft angesprochen. Vgl. zur Intermediation als Quelle des unternehmerischen Profits auch Casson (1997), S. 76ff. Vgl. zum Begriff des commitments Gross-Schuler (2001), Abschnitt C 3.Google Scholar
  317. 356.
    Spulber (1999), S. 10.Google Scholar
  318. 357.
    Casson (1997), S. 76Google Scholar
  319. 358.
    Casson (2000), S. 56ff.Google Scholar
  320. 359.
    Casson (1999, S. 79) schreibt dazu: „Since firms set out to intermediate, the demands of intermediation come first. These demands are for information costs, and they must be met at minimum cost“; und weiter: “ […] market making intermediation is pre-eminent in the sense that it has the greatest influence on the organizational structure of the firm. This is because it is the most information-intensive form of intermediation”.Google Scholar
  321. 360.
    Dabei unterstellt die in Casson (1999) gewählte Darstellungsform eine quantitative Dominanz der Informations- gegenüber den Transaktionskosten, die jedoch nicht empirisch begründet werden kann, weshalb an dieser Stelle einer „neutralen“ Darstellung der Vorzug gegeben wird. Vgl. zum Verhältnis von Transaktionskosten zu Kommunikationskosten auch Casson (1997), S. 279ff.Google Scholar
  322. 361.
    Ähnlich Stiglitz (2000), S. 1444. Die an anderer Stelle (Abschnitt C 4.1) bereits thematisierte Frage der begrenzten Rationalität [vgl. u.a. Dietrich (1994)] soll an dieser Stelle aber nicht weiter vertieft werden.Google Scholar
  323. 362.
    Vgl. auch Casson (1996), S. xv.Google Scholar
  324. 363.
    Casson (1997), S. 93.Google Scholar
  325. 364.
    Vgl. z.B. die Aufgabe der eigenständigen Fertigung von Mobiltelefonen durch die Firma Ericsson im Jahr 2001, die jedoch weiterhin Mobiltelefone und Zubehör unter ihrem Namen entwickelt und vertreibt.Google Scholar
  326. 365.
    Vgl. z.B. Teece et al. (1994)Google Scholar
  327. 366.
    Spulber (1999), S. 256.Google Scholar
  328. 367.
    Auch an dieser Stelle ist ein Hinweis auf die Verwandtschaft der von Spulber ausgeführten Ideen mit denen von Handelstheoretikern wie Gümbel (1985) angebracht. Der eigenständige Wert von Spulbers intermediation-theory wird aber dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt.Google Scholar
  329. 368.
    Vgl. dazu Spulber (1999), S. 262ff. Auch Casson (1997), S. 40ff. geht auf diesen Effekt ein. Gümbel (1985), S. 110ff. beschäftigt sich schon weit früher mit diesem Effekt als Basis für die (Groß-) Handelsunternehmung. Er nennt diesen Effekt der Einsparung von (m · n) — (m + n) Transaktionen „Baligh-Richartz-Effekt“, womit er Bezug auf die ausführliche Analyse der angesprochenen Zusammenhänge in der Untersuchung vertikaler Marktstrukturen von Baligh/Richartz (1967) nimmt. Vgl. auch Rose (1999), S. 58ff, mit speziellem Fokus auf „information intermediaries“.Google Scholar
  330. 369.
    Spulber (1999), S. 16.Google Scholar
  331. 370.
    Für ausführliche Überlegungen zu diesem Bereich vgl. Spulber (1999), Kapitel 9, 11 und 12.Google Scholar
  332. 371.
    Vgl. oben die Abschnitte C 4.2.2, insb. Fn. 222 und den Abschnitt C 4.2.4 zur property-rights-Theorie, wo ähnliche Modellstrukturen mit anderen Lösungen der asset-specificity-Problemstellung behandelt werden. Diese seien — zumindest für einen unabhängigen Beobachter — nicht beobachtbar bzw. nicht verifizierbar und deshalb nicht vertraglich bindend festlegbar.Google Scholar
  333. 373.
    Die zweiten Ableitungen v″(A 1) und c″(A 2 ) sind dabei negativ.Google Scholar
  334. 374.
    Dabei wird die folgende zeitliche Abfolge unterstellt: (0) Der Intermediär bietet die bindenden Preise p und w. (1) Käufer und Verkäufer entscheiden, ob direkt oder via Intermediär gehandelt werden soll. (2) Die transaktionsspezifischen Investitionen werden getätigt. (3) Entweder findet der Handel via Intermediär zu den vereinbarten Preisen statt oder es beginnt die Verhandlung über den Transferpreis w 0.Google Scholar
  335. 375.
    Der Intermediär kann seinerseits keine opportunistische Ausnutzung eines oder beider Handelspartner betreiben, wie Spulber (1999), S. 279f. zeigt.Google Scholar
  336. 376.
    Spulber (1999), S. 267. Hervorhebungen hinzugefügt.Google Scholar
  337. 377.
    Vgl. Economist (1999/2000c), Lucking-Reiley/Spulber(2001).Google Scholar
  338. 378.
    Vgl. zu dieser Problemstellung bereits Arrow (1974), S. 39 und Arrow (1975), aber auch die Kritik von Grossman/Hart (1986, Fn. 3) an der Theorie der Kommunikationskosten als Integrationsdeterminante.Google Scholar
  339. 379.
    Andere wichtige neuere Arbeiten in diesem Bereich sind Radner (1996) und Crémer (1990), allerdings soll die Darstellung an dieser Stelle auf Bolton/Dewatripont (1994) beschränkt bleiben, da in dieser Arbeit das Thema der Grenzen und Größe des Unternehmens explizit angesprochen ist.Google Scholar
  340. 380.
    Vgl. für eine erste Behandlung des trade-offs zwischen Spezialisierung und Kommunikation Becker/Murphy (1993). Diese Lesezeit bestimmt sich natürlich nicht nur nach der Textlänge eines Berichts, sondern wird maßgeblich von der Aufbereitung der Informationen, von der Möglichkeit, Verknüpfungen zwischen Informationen herzustellen oder von der technologischen Übermittlungsform beeinflusst.Google Scholar
  341. 382.
    Vgl. zur Beweisführung Bolton/Dewatripont (1994), S. 818f.Google Scholar
  342. 383.
    Der Hauptfokus des Aufsatzes von Bolton/Dewatripont (1994) liegt zwar eher auf dem Beweis, wann effiziente Informationsverarbeitung eine Hierarchie in Pyramidenform erfordert und wie diese zu gestalten ist. An dieser Stelle interessiert aber nur der Einfluss von Informationskosten auf die Organisation des Unternehmens, insbesondere die Zahl der Ebenen.Google Scholar
  343. 384.
    Für den einfach nachvollziehbaren, aber langwierigen Beweis dieses, im Aufsatz als Proposition 1 entwickelten Ergebnisses, sei wieder auf Bolton/Dewatripont (1994), S. 821 f. verwiesen.Google Scholar
  344. 385.
    „Zentralisierter“ bedeutet hier eine größere Führungsspanne bzw. mehr Untergebene pro übergeordnetem Agenten. Vgl. für eine genauere Bestimmung des Begriffs Zentralisierung Hungenberg (1995), S. 44ff. „Flacher“ steht für eine Verringerung der Zahl der Hierarchieebenen.Google Scholar
  345. 386.
    Garicano (2001, S. 899) spricht hier von “ outside consultants”. Dies ist eine sehr passende Terminologie, da Beratungsunternehmen gerade für Aufgaben, die nicht Teil des laufendes Tagesgeschäfts eines Unternehmens sind, eingesetzt werden. So werden IT-Beratungen insbesondere bei größeren Umstellungen von EDV-Anlagen hinzugezogen und Unternehmens- bzw. Strategieberatungen insbesondere für Aufgaben wie Fusionen, Reorganisationen oder Eintritte in neue Märkte engagiert, die in einem Unternehmen selten in gleicher Art auftreten. Die Vorhaltung eigener Abteilungen für solche Aufgaben kann gerade in „schlankeren“ Unternehmen (in der Terminologie der hier angesprochenen Arbeiten also in Unternehmen mit weniger Ebenen bzw. flacheren Hierarchien) ökonomisch nachteilig sein. Garicano (2001, S. 899f.) zeigt ebenfalls, dass Unternehmen mit wenig komplexen Aufgabenstellungen eher auf eigene Ressourcen zugreifen werden.Google Scholar
  346. 387.
    Vgl. zum Verhältnis von information processor- und capabilities-Ansatz Langlois/Foss (1999), S. 211f.Google Scholar
  347. 388.
    Zur Frage der Namensgebung und inhaltlichen Kohärenz dieser Theorierichtung vgl. Langlois/Foss (1999), S. 203, 207ff.Google Scholar
  348. 389.
    Zu den wichtigsten Arbeiten dieses Forschungsgebiets, auf die in der Folge Bezug genommen wird, gehören Penrose (1959), Richardson (1972), Teece (1980/1982/2000), Demsetz (1988/1993), Langlois (1992), Teece et al. (1994).Google Scholar
  349. 390.
    Langlois/Foss (1999), S. 209f.Google Scholar
  350. 391.
    Diese Frage könnte von einem nicht in der Ökonomik beheimateten Betrachter grundsätzlich an alle Theorien der Unternehrnensgrenzen gerichtet werden, was sie besonders wertvoll macht. Entscheidet sich die Vorteilhaftigkeit von Eigenerstellung und Fremdbezug nicht einfach danach, wet das benötigte Gut billiger herstellen kann? Eine passende Antwort ist oben auch gegeben. Es ist sicher richtig, dass (Des-)Integrationsentscheidungen sich letztlich danach richten, wer eine Input billiger anbietet. Die eigentlich interessante Frage ist aber, warum der Externe oder Interne billiger sind. Haben sie unterschiedliche Technologien (Kostenstrukturen), warum lassen sich diese nicht übertragen (capabilities) oder kommen nicht zum Tragen (Transaktionskosten). Alle Theorien der Unternehrnensgrenzen behandeln also letztlich die Frage, wer warum billiger (in Anbetracht aller Kosten) produziert.Google Scholar
  351. 392.
    Foss (1993/2000), S. 206.Google Scholar
  352. 393.
    Intuitiv formuliert sind die dynamischen Transaktionskosten „the costs of not having the capabilities you need, when you need them“ [Langlois (1992), S. 120]. Die dynamischen Transaktionskosten können damit auch als Verwandte der weit definierten Informationskosten von Casson (1997) gelten. Vgl. oben S. 142. insb. Abbildung C 5. Google Scholar
  353. 394.
    Demsetz (1988/1993), S. 156.Google Scholar
  354. 395.
    Zu weiteren Bedingungen hinsichtlich der Nachfrage vgl. oben, Abschnitt C 4.4.1, Fußnote 334.Google Scholar
  355. 396.
    Arrow (1971), S. 152. Vgl. auch Stigler (2000).Google Scholar
  356. 397.
    Vgl. zu weiteren Begründungen für die fehlende marktliche Transferierbarkeit der meisten capabilities Teece (1982/2000), S.225ff.Google Scholar
  357. 398.
    Vgl. zu den Nachfragerestriktionen oben, Fn. 395.Google Scholar
  358. 399.
    Die Ausdehnung des Produktprogramms eines Produzenten von Mittelklasse- auf Klein- und Luxuswagen oder die Erweiterung des Sortiments eines Online-Buchladens um CDs und Software sind aktuelle BeispieleGoogle Scholar
  359. 400.
    Die Interpretation als interner Kapitalmarkt kann zwar mit dem resource-based-Ansatz (Finanzkapital als verfügbare freie Ressource) vereinbart werden, hat allerdings keine Verbindung zu wissensbasierten Unternehmenstheorien. Vgl. zum internen Kapitalmarkt Abschnitt C 4.4.1.Google Scholar
  360. 401.
    Montgomery (1994), S. 174.Google Scholar
  361. 402.
    Nach Teece et al. (1994, S. 80) entspricht das erste Maß, zieht man die Analogie einer Gemeinde heran, einem Indikator der durchschnittlichen Distanz eines Hauses zu allen anderen Häusern in der Gemeinde, das zweite aber der durchschnittlichen Distanz eines Hauses zu seinen unmittelbaren Nachbarn. Wächst eine Gemeinde „kohärent“ dann würde sich mit wachsender Gemeindegröße der erste Indikator vergrößern, während der zweite weitgehend konstant bliebe.Google Scholar
  362. 403.
    Eine Vielzahl weiterer Studien bei Montgomery (1994), S. 174f., wo sich auch eine Reihe von Fallbeispielen bzw. anekdotischen Hinweisen finden. Weitere Beispiele auch in Holmström/Roberts (1998), S. 91.Google Scholar
  363. 404.
    Montgomery (1994), S. 174.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Felix Schuler

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