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Die Dekonstruktionsthese

  • Felix Schuler
Part of the Gabler Edition Wissenschaft book series (GEW)

Zusammenfassung

In diesem Abschnitt wird die Dekonstruktionsthese vorgestellt, mit der sich diese Arbeit auseinandersetzt. Zunächst werden die Arbeiten vorgestellt, welche den Begriff und die These in ihrer aktuellen Form geprägt haben. Dazu werden erstens die technologischen Veränderungen, auf denen die These basiert und zweitens die angewendeten ökonomischen Konzepte identifiziert. Drittens werden die in den Arbeiten gezogenen Schlussfolgerungen vorgestellt. Im zweiten Abschnitt folgt dann eine Diskussion verschiedener Varianten sowie einiger früherer oder abgewandelter Formulierungen der gleichen Grundthese.

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Literatur

  1. 1.
    Klein (2000), S. 4. Betont werden muss, dass das Buch, dem dieses Zitat entstammt, nicht die Analyse einer möglichen Dekonstruktion von Unternehmen zum Inhalt hat. Die Autorin ist vielmehr eine der prominentesten Vertreterinnen der Anti-Globalisierungs-Bewegung und richtet sich in ihrem Buch insbesondere gegen die führende Rolle von Marken im öffentlichen Bewusstsein und öffentlichen Raum. Die Ähnlichkeit der im Zitat inhärente These einer gleichzeitigen Desinvestition und Konzentration mit der hier diskutierten Dekonstruktionsthese ist dennoch beachtenswert.Google Scholar
  2. 2.
    Einige Vorläufer dieser Thesen wurden bereits ab Ende der Achtziger Jahre von Autoren an der Schnittstelle von Wirtschafts- und Computerwissenschaften formuliert. Vgl. dazu Abschnitt B 2.Google Scholar
  3. 3.
    Diese Thesen fanden inzwischen auch vielfachen Widerhall in der Presse und der öffentlichen Diskussion. Vgl. O.V. (2000), Economist (2000a), S. 34, Economist (2000b), S. 37, Drucker (2001).Google Scholar
  4. 4.
    Unter dem Begriff „Interaktionskosten“verstehen die Autoren neben den Kosten des Austauschs von Gütern und Dienstleistungen auch die Kosten des „Austauschs von Informationen und Ideen“[Hagel/Singer (2000), Fn. 1, Butler et al. (1997), S. 6ff] zählen.Google Scholar
  5. 5.
    Das Wort „drastisch“wird in der Industrieökonomik für Innovationen verwendet, welche die Kosten so senken, dass der Monopolpreis nach der Innovation unter den ursprünglichen Durchschnittskosten liegt [Neumann (1994), S. 216]. Ob dies für den geschilderten Fall genau so zutrifft, ist nicht zu klären. Es ist aber insofern zutreffend, als die geschilderten Kostensenkungen (E-Commerce-Angebot vs. Vertreterbesuch bei allen Kunden) eine nicht-marginale Veränderung der relevanten Kosten darstellen. 6 Vgl. dazu Abschnitt D 1.1.Google Scholar
  6. 7.
    Evans/Wurster (1997, S. 73).Google Scholar
  7. 8.
    Vgl. Hirshleifer (1971), Romer (1993), Stiglitz (2000). Vgl. auch Picot/Reichwald/Wigand (2001), S. 188f., die von „Dematerialisiemng“sprechen. Bekannt auch die populärwissenschaftliche Formulierung „Ökonomie der Bits vs. Ökonomie der Atome“von Negroponte (1995). Borenstein/Saloner (2001, S. 4) nennen den Kauf eines Autos als Beispiel für die Separation von Güter- und Informationsfluss, die durch die „Überlegenheit des Internets als Kanal für Informationsübermittlungen“hervorgerufen werden kann.Google Scholar
  8. 9.
    Ausdrückliche Erwähnung findet der Transaktionskosten-Ansatz in Evans/Wurster (1997, S. 74) und Butler et al. (1997, S. 5).Google Scholar
  9. 10.
    Evans/Wurster (1997), S. 74, (2000), S. 196ff; Butler et al. (1997), S. 14; Hagel/Singer (1999), 154f.Google Scholar
  10. 11.
    Diese Arbeit folgt nicht den Richness-Reach-Überlegungen, sondern zieht ihre Schlussfolgerungen direkt aus einem prognostizierten Sinken der „Interaktionskosten“.Google Scholar
  11. 12.
    Grundlegend zur Wertkettentheorie Porter (1985).Google Scholar
  12. 13.
    Evans/Wurster (2000), S. 13.Google Scholar
  13. 14.
    Dies ist der von Butler et al. (1997) verwendete Parallelbegriff zu „deconstruction“und „unbundling“.Google Scholar
  14. 15.
    Mit „rebundling“bezeichnen Hagel/Singer (2000) eine mögliche organisatorische Reaktion von Unternehmen im Anschluss an eine (vertikale) Desintegration.Google Scholar
  15. 16.
    Evans/Wurster (2000), S. 59. Besonders intensiv erscheint ihnen die Konzentrationstendenz in den Informationsindustrien, die sich aus integrierten Wertketten heraus bilden könnten (z.B. Vertriebsfiinktionen). Hier sehen sie (S. 61) sogar ein „race for [a] monopoly position“voraus.Google Scholar
  16. 17.
    Evans/Wurster (2000, S. 69ff.)Google Scholar
  17. 18.
    Der Begriff „Disintermediation“ist bereits seit den 1970er Jahren zur Beschreibung der direkten Nutzung des Kapitalmarktes durch Unternehmen unter Umgehung der Banken als Intermediäre gebräuchlich.Google Scholar
  18. 19.
    Vgl. für eine tiefergehende Analyse der erschwerten Bestimmbarkeit der Unternehmensgrenzen Rajan/Zingales (2000). Sie stellen die nicht von der Hand zu weisende Frage, ob ein eng angebundener Lieferant von Toyota nicht eher als Teil des belieferten Unternehmens anzusehen ist, als eine Gruppe von Investment-Analysten, die problemlos von einer Bank zu einer anderen wechseln können, obwohl letztere rechtlich Teil des Unternehmens sind, der Autozulieferer aber nicht.Google Scholar
  19. 20.
    Der Leser wird deshalb gebeten, gegebenenfalls in Teil C nachzuschlagen oder nach der Lektüre von Teil C auf die hier vorgestellten Theorievarianten zurückzukommen. Eine angemessene Vorstellung der Konzepte bereits an dieser Stelle wäre nicht zweckmäßig und dem Aufbau der Arbeit zuwider laufend gewesen.Google Scholar
  20. 21.
    Cash/Konsynski (1985) enthält bereits einige Andeutungen hinsichtlich der Auswirkungen von Informationstechnologie auf die Organisation von Unternehmen, aber keine ausdrückliche Dekonstruktionsthese. Anzumerken ist, dass Malone/Yates/Benjamin, ebenso wie die nachfolgenden Clemons/Reddi/Row, ihre Arbeit in Zeitschriften aus dem Bereich der Computer Sciences, so z.B. den Communications of the ACM veröffentlichten. Aufsätze in wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften folgten erst ab Mitte der 90er Jahre.Google Scholar
  21. 22.
    Vgl. auch Malone/Yates/Benjamin (1987, S. 490), wo von der „‘vertical disintegration’ of production activities into different firms“gesprochen und die Outsourcing-Praxis von IBM, Xerox und General Electric als Beleg herangezogen wird.Google Scholar
  22. 23.
    Vgl. auch Bauer (1997).Google Scholar
  23. 24.
    So der Titel von Picot/Reichwald/Wigand (2001).Google Scholar
  24. 25.
    Vgl. zum Konzept der Quasi-Integration in Blois (1972).Google Scholar
  25. 26.
    Bei Picot weit gefasst als Informations- und Kommunikationskosten. Auf die Darstellung der dritten Option „Hybrid“, die durch eine zwischen den beiden abgebildeten Kurven verlaufende Kurve abgebildet würde, wird aus Gründen der Vereinfachung verzichtet. Klar ist, dass bei bestimmten Konstellationen von Spezifität und Kurvenverlauf diese dritte Form die niedrigsten Kosten aufweisen könnteGoogle Scholar
  26. 27.
    Vgl. Picot/Rippberger/Wolff (1996), S. 69ff. Williamson (1996, S. 87) hat die im folgenden geschilderte komparativ-statische Überlegung anhand „seiner“Abbildung allerdings deutlich kritisiert: „Before we shift curves, we need to know more about the factors […] that lie behind them“. Vgl. zur Kritik an Picot/Rippberger/Wolff (1996) auch Garbe (1998), S. 108ff.Google Scholar
  27. 28.
    Picot/Rippberger/Wolff (1996), S. 74f., Picot/Reichwald/Wigand (2001), S. 73. Picot et al. begrenzen ihre Überlegungen auch nicht auf Transaktionskosten, sondern argumentieren weiter, dass die neue Informationstechnologie die Implementierung effizienter Kontroll- und Anreizsysteme erlaubt und so „the use of market mechanisms within hierarchies and of hierarchical elements within market relations“[Picot/Rippberger/Wolff (1996), S. 75] ermögliche.Google Scholar
  28. 29.
    Vgl. auch Abschnitt C 2.7.Google Scholar
  29. 30.
    Nicht weiter eingegangen wird auf Arbeiten, in denen die Dekonstruktionsthese nur Erwähnung findet, ohne dass eine eigenständige theoretische Position eingenommen wird oder eine Ergänzung der These erfolgt. Eine reine Erwähnung findet sich z.B. in Pitt (1999), während Pryor (2001) die Dekonstruktionsthese von Evans/Wurster (2000) als einen möglichen Faktor heranzieht, der eine sinkende Konzentration in der US-Wirtschaft befördern kann.Google Scholar
  30. 31.
    Lucking-Reiley/Spulber (2001), S. 65. Diese Arbeit ist insofern besonders bemerkenswert, als darin erstmals in einer der wichtigen wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften die Dekonstruktionsthese in Zusammenhang mit E-Commerce so deutlich formuliert wird.Google Scholar
  31. 32.
    Kleiner/Klodt (2000), S. 171.Google Scholar
  32. 33.
    Kleiner/Klodt (2000), verstehen darunter v.a. die Leistungen von Unternehmenszentralen („headquarter services“) wie Forschung und Entwicklung.Google Scholar
  33. 34.
    Einen Überblick über Management-Fragen, welche die Dekonstruktionsthese aufwirft, bieten Bresser/Hitt/Nixon/Heuskel (2000).Google Scholar
  34. 35.
    Vgl. beispielsweise Shapiro/Varian (1998).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Felix Schuler

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