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Albert Einstein

  • Arnold Sommerfeld
Part of the Facetten der Physik book series (FDP)

Zusammenfassung

Adolf Harnack sagte einmal, wie mir berichtet wurde, im Sprechzimmer der Berliner Universität: „Man klagt darüber, daß unsere Generation keine Philosophen habe. Mit Unrecht: die Philosophen sitzen jetzt nur in der anderen Fakultät, sie heißen Planck und Einstein.“ In der Tat ist mit der großen Arbeit Einsteins vom Jahre 1905 das gegenseitige Mißtrauen, das im vorigen Jahrhundert zwischen Philosophie und Physik herrschte, geschwunden. Einstein rührt hier an die alten erkenntnistheoretischen Grundfragen von Raum und Zeit und gibt ihnen, ausgehend von allgemeinsten Ergebnissen der Physik, einen neuen Inhalt. Es sei bemerkt, daß diese Arbeit nicht den vielfach mißverstandenen und nicht sehr glücklichen Namen „Relativitätstheorie“ führt, sondern den viel harmloseren, aber inhaltsreicheren Namen „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“. Das Verhältnis der materiellen Bewegungen zu der universellen Lichtgeschwindigkeit ist es, welches Einstein zu der neuen Analyse von Raum und Zeit, nämlich zu ihrer unlösbaren Verknüpfung, geführt hat. Nicht die Relativierung der Vorstellungen von Länge und Dauer ist ihm die Hauptsache, sondern die Unabhängigkeit der Naturgesetze,insbesondere der elektrodynamischen und optischen, vorn Standpunkt des Beobachters Mit dem ethischen Relativismus, dem „Jenseits von Gut und Böse“, hat die Arbeit nicht das geringste zu tun. Diese Invarianz der Naturgesetze besteht bei derjenigen Gruppe von Bewegungen (den gleichförmigen Translationen), denen Einstein nach den Vorarbeiten des großen Holländers H. A. Lorentz den Namen „Lorentz-Transformationen“ gegeben hat, obgleich die wahre Natur doch erst von Einstein erfaßt worden ist. Seitdem bildet die hierauf gegründete sog. „spezielle Relativitätstheorie“ das unerschütterliche Fundament von Physik und Astronomie.

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Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1983

Authors and Affiliations

  • Arnold Sommerfeld
    • 1
  1. 1.Universität MünchenDeutschland

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