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Zusammenfassung

Für das Elsaß hat der Verfasser von Dichtung und Wahrheit ausschließlich lichte, sonnige, lobende, begeisterte Epitheta: das schöne, das herrliche, das lustige Elsaß! Von Frankfurt war er 1770 „auf der neu eingerichteten bequemen Diligence, ohne Aufhalt und in kurzer Zeit“ gekommen. Am Tage seiner Ankunft noch lief er zum Münster, um von der Höhe der Plattform aus „die schöne Gegend“ im Lichte der sinkenden Sonne zu entdecken. Im Augenblick wie er die Umgebung von Straßburg überblicken konnte zwischen den blauen Bergen auf beiden Ufern des Rheins hat er nicht nur einen schönen Ausblick entdeckt, sondern eine neue, anziehende, vielversprechende Umwelt, in der er ein neues Leben anfangen sollte. Alles Vergangene floh in die Ferne; um den eben angekommenen Reisenden lag, wie aus Gottes Hand, eine neue Schöpfung, eine Umwelt und zugleich auch eine wohlgeordnete, grünende, fruchtbringende Landschaft: „wie ein neues Paradies ... so wird man das Entzücken begreifen mit dem ich mein Schicksal segnete, das mir für einige Zeit einen so schönen Wohnplatz bestimmt hatte. Ein solcher frischer Anblick in ein neues Land ... hat noch das Eigne, so Angenehme und Ahnungsvolle, daß das Ganze wie eine unbeschriebene Tafel vor uns liegt“. Mit diesen Sätzen ist das Leitmotiv für die ganze elsässische Zeit Goethes gegeben: eine echte zweite Geburt. Das „unbeschriebene Blatt“ wird im kleinen Paradies am Rhein die prägnanten Eindrücke, die Impulse eines langen und vielseitigen Lebens aufnehmen können.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1981

Authors and Affiliations

  • Pierre Grappin

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