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China pp 35-41 | Cite as

Bauern

  • L. Bianco

Zusammenfassung

In der sozialen Rangordnung folgten in China die Bauern früher gleich hinter den Literaten-Beamten an zweiter Stelle, noch vor Handwerkern und Kaufleuten. Obwohl diese Ordnung weiterhin galt, die Rolle der Bauern als Ernährer der Nation weiter hochgespielt wurde und keine gesetzliche Verfügung die geringste Diskriminierung der Bauern enthielt, läßt sich ohne Übertreibung sagen, daß die Bauern während der ersten Hälfte des 20. Jh. auf die unterste Stufe der sozialen Rangleiter herabgefallen waren. Dies mag sich daraus erklären, daß die anderen — in ungleichem Rhythmus — von dem Wirbel erfaßt wurden, in dem die Umwandlung Chinas (vor allem die der Städte) begann; gelegentlich hatten sie darunter zu leiden, aber im großen ganzen profitierten sie davon. Die Kaufleute waren reicher, gebildeter und einflußreicher und hatten die Bauern und Handwerker bzw. Arbeiter weit hinter sich gelassen. Die Industriearbeiter ihrerseits hatten — so elend sie auch lebten — gegenüber denen, die das Land bebauten, einen gewissen Vorteil. Sie waren sehr viel besser über die Veränderungen informiert, die sich in China und in der übrigen Welt vollzogen. Und sie hielten sich — wie die anderen Städter auch — für berechtigt, über die im Stadtleben hilflosen Bauern, über ihr Benehmen, ihre zerlumpte Kleidung und ihre Unwissenheit zu spotten.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

Authors and Affiliations

  • L. Bianco

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