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China pp 22-25 | Cite as

Arbeiter

Zusammenfassung

Die chinesische Arbeiterklasse begann in der T’ung-chih-Periode zu entstehen, als mächtige Vertreter der Selbststärkungsbewegung die ersten modernen Unternehmen in China gründeten, wie z. B. das Kiangnan-Arsenal in Shanghai und das Fuchow-Arsenal mit je 2 000–3 000 Arbeitern (um 1885). Es handelte sich dabei um qualifizierte, aus Hong Kong oder aus Canton stammende Arbeiter. Hinzu kamen 30 000–40 000 ungelernte Arbeiter und Bergarbeiter ländlicher Herkunft, wie z. B. in K’ai-p’ing in der Nähe von Tientsin. Seit dem Vertrag von Shimonoseki (1895) nahm die Zahl ausländischer Unternehmen in China zu, obwohl sich auch die einheimische Bourgeoisie behaupten konnte. War die Zahl der tatsächlichen Arbeiter um 1919 auch auf über 1 Mill. angestiegen, davon allein 300 000 Textilarbeiter, so handelte es sich dabei in erster Linie um eine Masse von Kulis, Rikschaziehern, Trägern oder Hafenarbeitern, die eher als Vorproletariat zu bezeichnen wären. Insgesamt handelte es sich um nicht mehr als 0,2–0,5% der chinesischen Bevölkerung. Lediglich die 300 000 in Shanghai konzentrierten Arbeiter und vielleicht die 200 000 Arbeiter von Canton und Hong Kong konnten auf örtlicher Ebene eine bedeutende Rolle spielen. Dieses Proletariat war jung und bestand zu einem großen Teil aus Frauen und Kindern. Es erinnert an die Lage der englischen Arbeiterklasse um 1830. Seine Bindungen an die ländlichen Gebiete waren sehr eng, wie das Fernbleiben von der Arbeitsstelle bei großem Arbeitsanfall auf den Feldern, die Rückkehr der Arbeiter aufs Land bei langen Streiks und die wichtige Rolle von Landsmannschaften und Geheimgesellschaften zeigen.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

Authors and Affiliations

  • A. Roux

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