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China pp 224-240 | Cite as

Rechtswesen

  • F. Münzel

Zusammenfassung

Chinas Recht um 1830 verband archaische und moderne Züge. Sein Kern, das Ta Ch’ing lü (Kodex der Ch’ing), enthielt nur Strafrecht. Daneben standen eine Sammlung des Ritenrechts und viele straf- und verwaltungsrechtliche Verordnungen. Zivil- und Prozeßrecht gab es formal nicht. Jedoch war die Gesetzestechnik hoch entwickelt: Der Kodex enthielt kein überflüssiges Wort, nur Tatbestand und Rechtsfolge. Seine Begriffe waren knapp, einheitlich und sorgfältig definiert, wichtigere in einem allgemeinen Teil. Er benutzte Verweisungen und Auslassungen (d. h. den Schluß a maiore ad minus). Materiellrechtlich unterschied er Täterschaft, Beihilfe und Anstiftung, Planung, Versuch und vollendete Tat, Real- und Idealkonkurrenz. Die Ch’ing hatten dieses Recht fast unverändert von ihren Vorgängern übernommen. Deren »Ming-Kodex« (1397) war eine Bearbeitung des T’ang-Kodex (651), der die moderne Technik des Ch’ing-Rechts bereits voll ausgebildet hatte und der älteste voll erhaltene Kodex ist, aber eine lange Vorgeschichte haben dürfte; geschriebenes Recht gab es wohl schon rund ein Jtsd. früher.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

Authors and Affiliations

  • F. Münzel

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