Advertisement

China pp 114-119 | Cite as

Hundert-Blumen-Bewegung

  • D. Albrecht
  • D. W. Fokkema

Zusammenfassung

Der 1. Fünfjahrplan, im Juli 1955 mit zweijähriger Verspätung dem Nationalen Volkskongreß unterbreitet, setzte die Richtpunkte für die erste Phase des sozialistischen Aufbaus in China sehr optimistisch fest. Sollte der Plan erfüllt, sollte zugleich »mehr, schneller, besser und sparsamer« produziert werden, so war der Einsatz aller technischen und wissenschaftlichen Fachkräfte, über die China verfügte, unerläßlich. Zugleich mußten frische Bewegung und Erfindungsfreudigkeit in die Reihen der stark angeschwollenen KP getragen werden. Viele der neu etablierten Funktionäre mißtrauten der Initiative der Massen, unterschätzten die Kraft politischer Ideen bei der Überwindung wirtschaftlicher Schwierigkeiten und zogen es vor, die Revolution vorsichtig, bürokratisch und dogmatisch zu verwalten. Die Zahl der Intellektuellen Chinas war gering. Chou En-lai nannte im Jan. 1956 einige Ziffern: 3 840 000 »Intellektuelle« seien in den Bereichen der wissenschaftlichen Forschung, der Erziehung, der Technik, der Medizin und der Literatur und Kunst tätig. In diese Zahl bezog Chou den größten Teil der Oberschulabsolventen ein, ohne jedoch genaue Merkmale zu erwähnen. Von den knapp 4 Mill. »Intellektuellen« seien 100 000 »höhere Intellektuelle«, nämlich »Experten und Spezialisten« mit Hochschulabschluß; doch nicht alle Hochschulabsolventen erfüllten, so Chou, die Anforderungen, die an »höhere Intellektuelle« gestellt würden. Diese Zahlen mochten vielleicht einer stagnierenden Agrargesellschaft angemessen sein, nicht jedoch einem Programm schleuniger Industrialisierung.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

Authors and Affiliations

  • D. Albrecht
  • D. W. Fokkema

There are no affiliations available

Personalised recommendations