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China pp 50-54 | Cite as

Bourgeoisie

  • S. van der Sprenkel

Zusammenfassung

Obwohl Handwerker aller Art und Kaufleute in den chinesischen Städten jahrhundertelang ein selbständiges Element bildeten und ihre Kultur sich von der der ländlichen Umgebung unterschied, ist es doch ein Kennzeichen der chinesischen Gesellschaft, daß sie nie als geschlossene Klasse hervortraten und nie einen bestimmenden Einfluß auf die geschichtliche Entwicklung Chinas hatten. Sie waren vielmehr fest in der agrarischen, familienbezogenen und bürokratischen Gesellschaft verankert und hatten die gleichen Ziele, wenn auch nicht immer die gleichen Wertmaßstäbe wie die übrige Bevölkerung. Die Städte als Verwaltungszentren waren von der Bürokratie beherrscht, und selbst die Märkte waren einer im öffentlichen Interesse liegenden amtlichen Kontrolle und Überwachung unterworfen. Eine der westlichen Vorstellung »Stadtluft macht frei« vergleichbare Entwicklung gab es nicht; die Verhältnisse waren denen im mittelalterlichen Europa entgegengesetzt, wo fortschrittliche Kräfte sich zusammenschlossen und verhältnismäßig unbedeutenden Herrschern Privilegien abzutrotzen suchten, um sich unabhängig zu machen oder die Staatsmacht für ihre eigenen Zwecke einzuspannen. Händler waren zwar dem Yamen gegenüber zu Naturalabgaben verpflichtet, aber wegen der quasi physiokratischen Ansicht der Beamten, daß Landbesitz die Hauptquelle des Reichtums sei, wurde der Handel relativ niedrig besteuert; im offiziellen Denken spielte er nur eine untergeordnete Rolle.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

Authors and Affiliations

  • S. van der Sprenkel

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