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Zusammenfassung

In kaum einer Fachzeitschrift von heute, sei sie aus Technik, Wirtschaft oder Verwaltung, aus Mathematik, Physik oder Sozialwissenschaften, fehlt im Sachwortregister der Begriff ‚Optimierung‘. Abstrahiert man von allen fachspezifischen Gesichtspunkten, so geht es stets darum, unter mehreren möglichen Realisationen eine Alternative zugunsten der besseren oder besten — nach Leibniz: optimalen — herbeizuführen. Wollte man allerdings der von Leibniz (1710) in seiner Theodicee aufgestellten Hypothese folgen, daß unsere Welt die beste aller möglichen Welten ist, dann dürfte man zu Recht in passiven Fatalismus verfallen. Es gäbe ja nichts zu verbessern, zu optimieren. Dem damaligen statischen Weltbild hat die Biologie inzwischen ein dynamisches entgegengestellt, das der allmählichen Entwicklung der Arten, deren Höhepunkt das Erscheinen des Menschen ist. Die Paläontologie liefert ein zunehmend lückenloser werdendes Bild der biologischen Evolution. Sogenannte ‚missing links‘ stellen sich immer wieder nicht als fehlende, sondern als noch nicht entdeckte Zwischenstationen dieses Prozesses heraus. Sehr viel älter als die Erkenntnis, daß der Mensch das Ergebnis eines Optimierungsvorgangs ist, ist die selten hinterfragte Annahme, daß er ein Spitzenprodukt, die ‚Krone der Schöpfung‘ sei. Und wiederum lange bevor der Mensch sich als aktiver Teilnehmer am Entwicklungsgeschehen begriffen hat, hat er unbewußt diese Evolution beeinflußt. Ja, seine Fähigkeit und sein Bestreben, die Umwelt seinen Bedürfnissen anzupassen, hebt ihn aus der Lebewelt hervor und hat es ihm ermöglicht, trotz körperlicher Unterlegenheit seine Position zu finden, zu halten und auszubauen.

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Copyright information

© Springer Basel AG 1977

Authors and Affiliations

  • Hans-Paul Schwefel

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