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Vorrede

  • Friedrich Robert Scherrer
Chapter
Part of the Leonhardi Euleri book series (EULER, volume 2 / 14)

Zusammenfassung

Die Artillerie ist schon von langer Zeit her als ein Theil der Mathematic angesehen worden, indem dieselbe ohne eine hinlängliche Erkenntniß der Arithmetic und Geometrie nicht abgehandelt werden kann. Was zwar die Zubereitung des Pulvers betrifft, daher die Artillerie ihren Ursprung genommen, so läuft dieselbe vielmehr in die Chymie. als in die Mathematic: will man aber von der Ursache der erstaunenswürdigen Kraft, womit das Pulver begäbet ist. Nachricht haben, so muß man die Nato-Wissenschaft zu Rathe ziehen. Ungeachtet aber die eigentliche Bestimmung der Kraft, welche die Würkungen des Pulvers hervorbringt, zur Mathematic gehöret; so erfordert dieselbe doch eine so weitläuftige Erkenntniß der höhern Geometrie und Mechanic, daß man genöthigt ist, dieselbe in den Anfangs-Gründen dieser Wissenschaft völlig mit Stillschweigen zu übergehen. Die Beschreibung der verschiedenen Feuer-Maschinen, welche in der Artillerie vorkommen, scheint auch nur in so fern mit den mathematischen Wissenschaften eine Verwandtschaft zu haben, als darinne die Verhältniß1) der verschiedenen Vermischungen betrachtet wird. Da sich nun diese auf die bloße Erfahrung gründen, die Mathematic aber eine solche Wissenschaft ist, welche nicht nur in einem jeglichen Fall die Verhältnisse anzeigt, sondern auch den Grund, worauf dieselben beruhen, aus der Natur der Sache selbst bestimmet; so ist klar, daß man sich aus der gewöhnlichen Verknüpfung der Artillerie mit der Mathematic in diesem Stücke nicht viel Vortheil versprechen könne.

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Referenzen

  1. 1).
    „Die Verhältniß” ist eine veraltete Form für „das Verhältnis”. Das erst im 18. Jahrhundert entstandene Wort wurde, wie so viele andere Wörter auf „nis”, bald mit dem weiblichen, bald mit dem sächlichen Artikel verbunden. Vgl. damit „die Befugnis”, „die Bewandtnis”, „die Erkenntnis” u. a.Google Scholar
  2. 1).
    D. Bernoulli (1700–1782), Hydrodynamica, sive de viribus et motibus fluidorum commentant Argentorati 1738.Google Scholar
  3. 2).
    Joh. Bernoulli (1667–1748), Opera omnia, Lausannae et Geneyao 1742, 4 Teile, siehe besonders die Abhandlung Hydraulica, t IV, p. 387Google Scholar
  4. 3).
    Joh. Bernoulli, Dissertatio hydrauiica de motu aquarum per vasa aid per candles quam-cungue figuram habentis fluentium, Gomment, acad. sc. Petrop. 9 (1737), 1744, p. 3; der zweite Teü der Abhandlung folgte im Bande 10 (1738), 1747, p. 207.Google Scholar
  5. 1).
    „Aufnehmen” bedeutet hier: geschichtliche Entwickelung. Im übrigen sei gleich an dieser Stelle auf das Vorwort des Herausgebers verwiesen, wo die im vorliegenden Bande vorkommenden fortifikatorischen und artilleristischen Kunstausdrücke erklärt werden.Google Scholar
  6. 1).
    Siehe das Vorwort des Herausgebers.Google Scholar

Copyright information

© Springer Basel AG 1922

Authors and Affiliations

  • Friedrich Robert Scherrer

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