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Die Verdammten der Stadt

Eine vergleichende Soziologie fortgeschrittener Marginalität

  • Loïc Wacquant

Part of the Interkulturelle Studien book series (IKS)

Table of contents

  1. Front Matter
    Pages I-XL
  2. Prolog: Ein altes Problem in einer neuen Welt?

    1. Front Matter
      Pages 1-1
    2. Loïc Wacquant
      Pages 3-31
  3. Vom Gemeinschaftsghettozum Hyperghetto

    1. Front Matter
      Pages 33-33
    2. Loïc Wacquant
      Pages 125-140
  4. Schwarzer Gürtel, roter Gürtel

    1. Front Matter
      Pages 141-141
    2. Loïc Wacquant
      Pages 143-172
    3. Loïc Wacquant
      Pages 173-211
    4. Loïc Wacquant
      Pages 213-243
  5. Blick nach vorne. Städtische Marginalität im 21. Jahrhundert

    1. Front Matter
      Pages 245-245
    2. Loïc Wacquant
      Pages 247-277
    3. Loïc Wacquant
      Pages 279-304
    4. Loïc Wacquant
      Pages 305-313
  6. Back Matter
    Pages 315-325

About this book

Introduction

Die Verdammten der Stadt führt uns mitten ins schwarze Ghetto im Inneren Chicagos und in die sich deindustrialisierende banlieue in den Außenzonen von Paris und entdeckt, dass städtische Marginalität nicht überall gleich ist. Auf Grundlage von Feld-, statistischen und historischen Daten zeigt Wacquant, dass die Rückbildung der innerstädtischen Gebiete in den Vereinigten Staaten im Anschluss an die 1960er Jahre nicht durch die Entstehung einer „underclass“ erklärt werden kann, sondern durch den gemeinsamen Rückzug von Markt und Staat, der von einer staatlichen Politik der Rassentrennung und der Aufgabe der Städte gefördert wurde. In den europäischen Städten dagegen läutet die Ausbreitung von „Problemquartieren“ nicht die Entstehung von Ghettos amerikanischen Stils ein. Sie rührt vielmehr von der Zersetzung der Arbeiterklassegebiete, von Massenarbeitslosigkeit, der Prekarisierung von Beschäftigung und der ethnischen Durchmischung von bislang getrennten Populationen, wodurch städtische Formationen hervorgebracht wurden, die eher „Anti-Ghettos“ sind.

Der Vergleich zwischen dem US-amerikanischen „Schwarzen Gürtel“ und dem „Roten Gürtel“ Frankreichs zeigt, dass staatliche Strukturen und Politiken eine entscheidende Rolle bei der Artikulation von Klasse, Rasse und Raum auf beiden Seiten des Atlantiks spielen. Er zeigt auch die Kristallisation eines neuen Regimes von Marginalität, die von der Fragmentierung der Erwerbsarbeit, dem Rückzug des Sozialstaates und der Konzentration benachteiligter sozialer Kategorien in stigmatisierten Distrikten angeheizt wird, die über kein kollektives Idiom der Identität verfügen. Diese diffamierten Bezirke sind nicht nur die Senkgruben einer vergangenen ökonomischen Ära, sondern auch die Brutstädte des Prekariats im Zeitalter des neoliberalen Kapitalismus.

Die Zielgruppen

Dozierende und Studierende der Soziologie, Geographie, Architektur, Politik und Kulturwissenschaft sowie Stadtforscherinnen und Stadtforscher.

Der Autor

Loïc Wacquant lehrt als Professor für Soziologie an der University of California, Berkeley und forscht am Centre de sociologie européenne (CSE) in Paris.


Keywords

Devianzforschung Ghettoisierung Soziale Ungleichheit Stadtsoziologie Teilhabe

Authors and affiliations

  • Loïc Wacquant
    • 1
  1. 1.Dept. of SociologyUniv. of CaliforniaBerkeleyUSA

Bibliographic information