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Table of contents

  1. Front Matter
    Pages I-IX
  2. Heinrich Schipperges
    Pages 21-34
  3. Friedrich Vogel
    Pages 35-51
  4. Reiner Wiehl
    Pages 53-55
  5. Paul Ricoeur
    Pages 57-67
  6. Günther Debon
    Pages 95-104
  7. Gottfried Seebaß
    Pages 105-114
  8. Back Matter
    Pages 127-294

About this book

Introduction

Bei aller Anerkennung der Leistungen des Staatsvolkes der Bundesrepublik Deutschland seit dem 2. Weltkrieg ist doch zu bemerken, daß zwischen Staatsbürger und Staatsgewalt ein natürliches und ausgewogenes Verhältnis nicht wiederherge­ stellt wurde. Die Abkehr von einem übersteigerten Nationalgefühl unter dem natio­ nalsozialistischen Regime und die bisher bestehende Unmöglichkeit der Herstellung eines Staatswesens, das mit der Nation identisch ist, mögen wesentliche Gründe für diesen Befund sein. Überspitzt könnte man sagen, wir haben eine Verfassung, aber keinen Staat, und daher sind wir immer wieder und gleichermaßen Ideologiebestre­ bungen, dem Druck von Partikularinteressen und der Staatsverdrossenheit ausge­ setzt. Unsere liberale Verfassung will die Freiheit des Einzelnen schützen und gleich­ zeitig die notwendigen Allgemeinbelange; sie ist auch insoweit eine bewußte Abkehr vom Kollektivismus sozialistischer Staaten, der die Identität von Staat und Gesell­ schaft zur Grundlage seines Systems erklärt. Aber ein übersteigerter Schutz der indi­ viduellen Freiheit, zu dem man heute bei uns neigt, müßte doch kompensiert werden durch eine starke Staatsgewalt, die, der freien Gesellschaft als Wächter der Freiheit gegenüberstehend, stärker die für alle geltenden Rechtswerte und Rechtsregeln der Verfassung bewahrt und durchsetzt. Grundrechte wirken, exzessiv in Anspruch ge­ nommen, nicht mehr nur freiheitsverbürgend, sondern als Vehikel eines Egoismus, der den kategorischen Imperativ Immanuel Kants unbeachtet läßt. Das gleiche gilt für die Interessenvertretungen durch Verbände, die an staatlichen Entscheidungen partizipieren wollen, aber die Verantwortung für das Staatsganze doch nicht überneh­ men können.

Keywords

Astronomie Deutschland Entscheidung Exzess Freiheit Gesellschaft Gewalt Identität Krieg Mathematik Physik Staat

Editors and affiliations

  • Elmar Mittler
    • 1
  1. 1.UniversitätsbibliothekHeidelbergGermany

Bibliographic information

  • DOI https://doi.org/10.1007/978-3-642-71777-2
  • Copyright Information Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987
  • Publisher Name Springer, Berlin, Heidelberg
  • eBook Packages Springer Book Archive
  • Print ISBN 978-3-540-17384-7
  • Online ISBN 978-3-642-71777-2
  • Series Print ISSN 0073-1641
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