Pflegezeitschrift

, Volume 71, Issue 5, pp 6–6 | Cite as

Patientenorientierte Versorgungsforschung bei Diabetes

DDG fordert ein nationales Diabetesregister
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In Deutschland leiden 6,7 Millionen Menschen an Diabetes mellitus. Jedes Jahr kommen 500.000 Neuerkrankte hinzu. Etwa ein Fünftel aller Todesfälle ist einer neuen Studie zufolge direkt auf Diabetes zurückzuführen. Die Versorgung und die medizinischen Strukturen müssen dringend verbessert werden, erklären Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Sie fordern einen Nationalen Diabetesplan, der auch ein Diabetesregister mit Patientendaten beinhalten sollte.

„In Deutschland gibt es bisher lediglich bei Krebserkrankungen die gesetzliche Vorgabe, dass Krankheitsverläufe und deren Behandlung flächendeckend erfasst und zentral in einer Langzeitauswertung zusammengeführt werden müssen“, sagt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Past Präsident und Pressesprecher der DDG. „Wir benötigen solch ein zentrales Register mit Patientendaten jedoch auch dringend für Diabetes-Erkrankungen.“ Nur so könnten regionale Unterschiede in der Versorgung aufgezeigt und die Basis für validierte und detailliertere Erkenntnisse über die Langzeitwirkung von Therapien geschaffen werden.

Die DDG will den Aufbau eines nationalen Diabetesregisters unterstützen. Die fortschreitende Digitalisierung sehen die Experten dabei als Chance. „Diabetes-Apps, Wearables und digitale Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung können die herkömmliche Diagnostik und Therapie sinnvoll ergänzen und wichtige Patientendaten liefern“, so Gallwitz. Auf diese Weise bliebe mehr Zeit für den direkten Austausch mit den Patienten.

Neben dem Diabetesregister soll der „Nationale Diabetesplan“ die Forderung nach einer adäquaten Mediziner aus- und -weiterbildung sowie nach flächendeckender Versorgung durch niedergelassene Ärzte umfassen, den Einsatz moderner Medikamente und eine angemessene Behandlung und Pflege im Krankenhaus. Der Beruf des Diabetes-Beraters soll staatlich anerkannt werden. „Wenn die Politik (...) die vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzt, kann das Sterberisiko von Diabetes-Patienten reduziert und ihre Lebenserwartung und -qualität eindeutig verbessert werden“, sagt Gallwitz.

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