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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 8, Issue 2, pp 81–81 | Cite as

Sublinguale patientenkontrollierte Analgesie: effektiv und einfach zu handhaben

  • Philipp Grätzel
Industrieforum
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Bei der postoperativen Schmerztherapie gibt es weiterhin deutliche Defizite. So zeigt eine Studie zur Situation in Deutschland, dass es insbesondere in der Orthopädie und Traumatologie postoperativ weiterhin häufig zu hohen maximalen Schmerzintensitäten und starkem Bewegungsschmerz kommt [Gerbershagen HJ et al. Anesthesiology 2013;118:934 – 44].

Starke Schmerzen in der frühen postoperativen Phase sind die Domäne der Opioide. Die deutsche S3-Leitlinie betont, dass dabei die patientenkontrollierte Analgesie (PCA) gegenüber konventionellen Verfahren bevorzugt werden sollte. „Sie führt zu weniger Schmerzen, besserer Patientenzufriedenheit und trotz etwas höherem Opioidbedarf nicht zu mehr Nebenwirkungen“, betonte Prof. Stefan Rehart vom Agaplesion Markus Krankenhaus in Frankfurt.

Postoperativ würden in Deutschland bisher vor allem die patientenkontrollierte intravenöse Analgesie (PCIA) und patientenkontrollierte periphere Nervenblockaden (PCNB) eingesetzt, erläuterte PD Dr. Thomas Meuser vom Marien-Krankenhaus Bergisch-Gladbach. Beides sei nicht immer ideal, unter anderem, weil die invasive Therapie eine frühe Mobilisierung erschwere.

Mit dem PCA-System Zalviso® ist in Deutschland ein PCA-Verfahren für die postoperative patientengesteuerte Schmerztherapie verfügbar, das vollständig nicht invasiv ist. In einen Dispenser wird eine Medikamentenpatrone eingesetzt, die Sufentanil-Sublingualtabletten in der Dosis 15 μg abgibt. Das System verfügt über mehrere Sicherheitsmechanismen, die Missbrauch verhindern helfen.

In einer randomisierten Studie wurde die nicht invasive PCA mit Sufentanil bei 357 Patienten nach großen, meist orthopädischen Operationen verglichen mit einer PCIA mit Morphin [Melson TI et al. Pain Practice 2014; 14(8):679 – 88]. 78,5 % der Patienten mit der nicht invasiven Analgesie bewerteten die Behandlung als Erfolg gegenüber 65,6 % in der PCIA-Gruppe. Dieser Unterschied genügte für den Nachweis einer signifikanten Überlegenheit (p = 0,007).

Literatur

  1. DKOU 2017, Symposium „Modernes, nicht invasives, patientengesteuertes postoperatives Schmerzmanagement auf der Station“, Berlin, 27.10.2017; Veranstalter: GrünenthalGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Philipp Grätzel
    • 1
  1. 1.

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