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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 8, Issue 2, pp 64–64 | Cite as

AG Orthopädie und Unfallchirurgie in Entwicklungsländern

Spezielle Herausforderungen im Notfall

  • Michael Oberst
Aus den Verbänden DGOU

Im vergangenen Jahr war die AG Orthopädie und Unfallchirurgie in Entwicklungsländern (AGOUE) zweimal mit kompletten Sitzungsblöcken auf den großen chirurgischen Fachkongressen vertreten. Am 31. März 2017 fand in München im Rahmen des 134. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie ein ganztägiges Seminar unter dem Titel „Chirurgie unter besonderen Bedingungen mit eingeschränkten Mitteln“ statt. Gemeinsam mit der CAEL (Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Entwicklungsländer) und der DGWMP (Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Pharmazie e. V.) konnten sechs Meetings gestaltet werden, die sich von der Einsatzplanung und Logistik, über konservative Behandlungsmethoden bis hin zu speziellen chirurgischen Herausforderungen der Notfallversorgungen unter eingeschränkten Bedingungen beschäftigten. In diesem Zusammenhang geht an dieser Stelle mein Dank an alle beteiligten Referenten und Vorsitzenden, die bei der Gestaltung und Durchführung dieses Seminartages mitgewirkt haben (siehe http://chirurgie2017.de/seminare.php). Neben den vielen wertvollen medizinischen „Tipps und Tricks“ der auslandserfahrenen Vortragenden konnten außerdem auf allen Ebenen auch hilfreiche Kontakte untereinander geknüpft werden.

Humanitäre Auslandseinsätze in Indien und Nepal

Auf dem DKOU 2017 in Berlin standen dann im Herbst in der AG-Sitzung „Orthopädie und Unfallchirurgie in Entwicklungsländern“ konkrete orthopädisch-unfallchirurgische Krankheitsbilder im Vordergrund, mit denen man im Rahmen von humanitären Auslandseinsätzen konfrontiert werden kann. Die Themen reichten von der perkutanen Myofasciotomie (Ulzibat) in Nepal über Klumpfußbehandlung in Indien bis zur unfallchirurgischen Akuthilfe nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal 2015 (siehe http://sepla.intercongress.de/aKjeVuMzG0cPRri5eBVuaa/$/).

Nach dem großen Erdbeben 2015 in Nepal war in den Krankenstationen Kathmandus unfallchirurgische Akuthilfe gefragt.

ZUMA Press / Imago

Auch publikationstechnisch war die AGOUE 2017 vertreten, durch den Reise- beziehungsweise Tätigkeitsbericht unseres Mitgliedes Dr. Tim Boeker, der gemeinsam mit seiner Frau und seinen Kindern für mehrere Jahre nach Peru umgesiedelt ist. Dort arbeiten er und seine Frau im Missionsspital Diospi Suyana in Curahuasi als dauerhaft angestellter Unfallchirurg beziehungsweise Gynäkologin, um die fachärztliche (Notfall-)Behandlung der indigenen Bevölkerung sicherzustellen (T. Boeker. Aufbau einer unfallchirurgischen Abteilung am Missionsspital Diospi Suyana in Curahuasi, Peru. Unfallchirurg 2017, DOI 10.1007/s00113-017-0379-1).

Online-Präsenz mit übergreifender Plattform verbessern

Für dieses Jahr hat sich die AGOUE auf die Agenda geschrieben, die „Online-Präsenz“ der AG zu verbessern. Ziel ist es eine projekt- beziehungsweise länderübergreifende Plattform zu etablieren, auf der Erfahrungen ausgetauscht, Kollegen informiert und Projekte vorgestellt werden können. Übergreifende Themen der Entwicklungs- beziehungsweise Katastrophenhilfe (z. B. notwendige Versicherungen im Auslandseinsatz, Anerkennungszeiten zur Weiterbildung, Patenschaften etc.) sollen hierbei vorrangig abgebildet werden.

Machen Sie mit!

In diesem Zusammenhang möchte ich alle interessierten Kollegen einladen, sich der AG anzuschließen und aktiv an der Gestaltung teilzunehmen.

Prof. Dr. Michael Oberst

© M. Oberst

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Michael Oberst
    • 1
  1. 1.AalenDeutschland

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