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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 8, Issue 2, pp 59–59 | Cite as

AOTrauma-Symposium „Alterstraumatologie“ in Worms

  • Jochen Blum
Aus den Verbänden DGOU

Am 17. November 2017 fand im Herrnsheimer Schloss in Worms das AOTrauma-Symposium „Alterstraumatologie — Osteosynthesen bei Frakturen des älteren Menschen“ statt. Kollegen aus der Unfallchirurgie beschäftigten sich mit neuen Entwicklungen im Bereich der Versorgung älterer Patienten nach Knochenbrüchen. Die wissenschaftlichen Leiter des AOTrauma-Symposiums, Prof. Jochen Blum vom Klinikum Worms und Prof. Paul A. Grützner von der BG-Klinik Ludwigshafen, organisieren diese Tagung in Kooperation, bei jährlichem Themen- und Ortswechsel zwischen den Standorten Worms und Ludwigshafen.

Besonderheit in diesem Jahr war, dass neben den unfallchirurgischen Fachleuten auch zwei Chefärztinnen aus dem Bereich der Geriatrie zu Vorträgen und Diskussion geladen waren. Chefärztin der Geriatrie am Klinikum Worms, Dr. Ulrike Buchwald, berichtete einerseits darüber, was die Geriatrie für die Versorgung betagter unfallchirurgischer Patienten nach der operativen Phase beitragen kann, schließlich aber auch darüber, was sie von den Unfallchirurgen an kooperativen Abläufen verlangt, um die gemeinsame Behandlung in Bereich der Alterstraumatologie zu optimieren. Die zunehmende Steigerung unserer Lebenserwartung erfordere neue Konzepte in der medizinischen wie auch sozialen Betreuung unserer älteren Mitbürger, die vor einigen Jahren noch nicht derart im Mittelpunkt standen.

Der wissenschaftliche Leiter des AO-Symposiums, Prof. Dr. Jochen Blum, bei der Begrüßung der Teilnehmer und Einführung in das Thema „Alterstraumatologie“

© J. Blum

Prof. Dr. Steffen Ruchholtz, Marburg, erläuterte die aktuellen Konzepte zu Schenkelhalsfrakturen und proximalen Femurfrakturen im hohen Alter.

© J. Blum

Von Seiten der AO wurden zum einen neue chirurgische Implantate und Operationstechniken entwickelt, zum anderen wurde die altersgerechte medizinische Betreuung dieser wachsenden Patientengruppe verbessert, die deren Begleiterkrankungen, reduzierte Mobilität, aber auch deren soziale Besonderheiten berücksichtigt. Ältere Menschen leben zunehmend entweder alleine zu Hause, betreuen auch oft einen pflegebedürftigen Ehepartner mit oder eine andere soziale Besonderheit besteht darin, dass nähere Angehörige weiter weg wohnen.

LUISA — interdisziplinäres Zentrum für Alterstraumatologie“

Dr. Christiane Lenke, Geriatrische Leiterin der Alterstraumatologie der BG-Unfallklinik Ludwigshafen, stellte das Konzept „LUISA — Ludwigshafener interdisziplinäres Zentrum für Alterstraumatologie“ vor. Dies ergänzte das klassische AO-Symposiumskonzept mit wissenschaftlichen Vorträgen, Diskussionsrunden und praktischen Workshops im Bereich der Osteosynthese in besonderer Weise, und die Gespräche zwischen Traumatologen und Geriatern waren entsprechend lebhaft.

Die beiden Chefärztinnen, Bereich Geriatrie: Dr. Ulrike Buchwald vom Klinikum Worms und Dr. Christiane Lenke von der BG-Unfallklinik Ludwigshafen (v. li.)

© J. Blum

Im Mittelpunkt der Workshops standen die zementaugmentierten geriatrischen Implantate PHILOS und PFNA. Die Vorträge stellten je nach Körperregion die Besonderheiten altersbezogener Verletzungsarten und Versorgungstechniken heraus. Gerade auch die neuen Beckenklassifikationen unter alterstraumatologischen Gesichtspunkten, präsentiert durch Prof. Dr. Dr. Pol Rommens, Mainz, fanden besonderes Interesse.

Die wissenschaftlichen Leiter und Referenten waren von der hohen Beteiligung wie auch vom hohen Niveau der wissenschaftlichen Vorträge und Diskussionen begeistert. Die Resonanz der Teilnehmer war bestens, allerdings wurde doch vermehrt die Bitte geäußert, die Diskussionszeit noch großzügiger einzuplanen, was im nächsten Jahr sicher gerne Berücksichtigung finden wird, denn die AO-Symposien leben vom offenen Gespräch und Austausch.

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Authors and Affiliations

  • Jochen Blum
    • 1
  1. 1.WormsDeutschland

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