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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 8, Issue 2, pp 27–27 | Cite as

Das Fundament der Wissenschaft

Interview mit Prof. Dr. Susanne Grässel
  • Springer Medizin
Aus unserem Fach Berufspolitik

Seit ihrer Gründung vor 10 Jahren hat die DGOU viele Projekte in Forschung, Patientenversorgung sowie Fort- und Weiterbildung initiiert. In unserer neuen Serie zum Jubiläum stellen Aktive der DGOU die Schwerpunkte ihrer Arbeit vor. Zum Auftakt berichtet Prof. Dr. Susanne Grässel aus der DGOU-Sektion Grundlagenforschung.

Ob Versorgungs-, Rehabilitations- und Grundlagenforschung, Endoprothetik oder evidenzbasierte Medizin: Um die Wissenschaft zu fördern, stellt die DGOU jedes Jahr mehr als 50.000 € bereit. Als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft unterstützt sie damit die orthopädisch-unfallchirurgische Forschung, schafft Netzwerke und würdigt herausragende Studien. Warum Grundlagenforschung die Keimzelle für wissenschaftliche Innovationen ist, erklärt Prof. Dr. Susanne Grässel, Präsidentin der Sektion Grundlagenforschung.

Was genau ist Grundlagenforschung?

Prof. Dr. Susanne Grässel: Grundlagenforschung geht ungeklärten Fragestellungen in der Wissenschaft systematisch nach, erweitert das Wissen und legt damit das Fundament für weitere Untersuchungen und neue Forschungsrichtungen. Sie ist also zweckfrei und erkenntnisorientiert, dient nicht der verbesserten Nutzung des Wissens und steht nicht unter direktem Anwendungsbezug. Reine Grundlagenforschung findet vorwiegend an Universitäten, Akademien und Forschungsinstitutionen statt.

Laufende Ausschreibungen zu Preisen und Stipendien der DGOU

 

Dotierung

Bewerbungsfrist

Preis zur Förderung der Grundlagenforschung

20.000 €

30. April 2018

Preis zur Förderung der Rehabilitationsforschung

5.000 €

31. Mai 2018

Stipendium „Qualität und Sicherheit in der Endoprothetik“

10.000 €

15. Juli 2018

Womit beschäftigt sich die orthopädisch-unfallchirurgische Grundlagenforschung?

Grässel: Das thematische Spektrum der Grundlagenforschung in Orthopädie und Unfallchirurgie ist sehr vielfältig: von der Biomechanik über die Gen- und Zelltherapie bis hin zu Biomaterialien zur Regeneration von Weichgeweben, Knorpeln und Knochen. Solche Forschungsarbeiten sind sehr aufwändig — zeitlich, personell und finanziell. Daher unterstützt und honoriert die wissenschaftliche Fachgesellschaft DGOU hervorragende Leistungen in Form von aktuellen Veröffentlichungen in hochrangigen international anerkannten Zeitschriften mit dem Preis zur Förderung der Grundlagenforschung, verbunden mit 20.000 €.

© M. Hauk/DGOU

Ein Beispiel?

Grässel: Eine der beiden Studien, die die DGOU 2017 ausgezeichnet hat, ist der Frage nachgegangen, wie autologe Stammzellen zu einer besseren Regeneration der verletzten Skelettmuskulatur beitragen können. Der Wissenschaftler konnte mit seiner Arbeitsgruppe nachweisen, dass die Muskelkraft nach autologen Zelltransplantationen gesteigert werden kann. Auf diesem Ergebnis kann nun weiterführende Forschung aufbauen. Die andere preisgekrönte Arbeit hat untersucht, welche therapeutischen Effekte das Antioxidans NAC bei geschädigtem Knorpel des Kniegelenks hat. Hier konnte gezeigt werden, dass eine siebentägige NAC-Therapie Knorpelzellen vor dem Zelltod schützt. Dieser Ansatz könnte dazu dienen, den Abbau des Knorpelgewebes einzudämmen und so das Risiko für eine posttraumatische Arthrose zu verringern.

Die Fragen stellte Maria Hauk, Öffentlichkeitsarbeit DGOU.

Preise und Stipendien der DGOU unter: https://dgou.de/preise/preise-und-stipendien-der-dgou/

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Springer Medizin

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