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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 8, Issue 2, pp 3–3 | Cite as

Herkunft und Zukunft: Deutsche Orthopädie und Unfallchirugie

  • Springer Medizin
Editorial
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Prof. Dr. Dietmar Pennig, Generalsekretär DGU und stellvertretender Generalsekretärder DGOU, plädiert für eine Verschlankung der Strukturen.

© D. Pennig

Die Gründung der DGOU im Juli 2008 vollzog formell die Vereinigung zweier etablierter klinischer Disziplinen, die auf eine beeindruckende Historie seit ihrer jeweiligen Gründung zurückblicken konnten. Wesentliche Merkmale der Deutschen Orthopädie stellten und stellen die Beherrschung konservativer Behandlungskonzepte, die Prävention von Schädigung und Erkrankung des Bewegungsapparates sowie die operativen Verfahren und die Rehabilitation dar. Die Deutsche Unfallchirurgie firmierte unter dem Obergriff der Unfallheilkunde und bildete einen kompletteren Rahmen als die unfallchirurgisch-operative Ausrichtung. Genannt seien hier neben der Prävention die Unfallforschung, die Behandlung der Höhlentraumata, die Versorgung polytraumatisierter Patienten bis hin zur Nachsorge und Begutachtung. Beide Disziplinen sind in der Versorgung aller Patienten-altersgruppen kompetent und zuständig.

Diese beiden klinischen „Schwergewichte“ zusammenzufassen und einen Schulterschluss herzustellen, war eine wesentliche Aufgabe in den vergangenen zehn Jahren. Es sind bemerkenswerte Fortschritte gemacht worden, in der Zusammenführung von Arbeitsgemeinschaften und Sektionen der beiden originären Fachgesellschaften unter dem Dach der DGOU. Stillstand wäre jedoch Rückschritt, sodass die ständige Weiterentwicklung der Strukturen eine wichtige Aufgabe der nächsten fünf bis zehn Jahre sein wird. Hier geht es im Wesentlichen um eine Verschlankung der Strukturen mit einem Abbau von doppelt vorgehaltenen und zumindest teilweise redundanten Funktionen und Bereichen. Entscheidend für die Zukunft von O und U wird sein, in welcher Form wir uns politisch Gehör verschaffen können. Die hierzu erforderliche kritische Masse gilt es nicht nur in Berlin, sondern auch auf europäischer Ebene einzubringen. Ziel muss es sein, eine gemeinsame Klammer zu bilden, die den Interessen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und der Berufsverbände Rechnung trägt. Zu Beginn der Vereinigung stellte die DGOU das Dach dar, getragen von den Säulen DGU und DGOOC. Im Laufe der zehn Jahre hat sich die Wahrnehmung gewandelt. Die DGOU bildet den Sockel, auf dem die vielfältig miteinander vernetzten Strukturen DGOOC und DGU ruhen. Die Berufsverbände sind sinnvollerweise in den Sockel einzubeziehen und die Mitgliedschaft für eintrittswillige Kolleginnen und Kollegen hat logischerweise in der DGOU zu beginnen. Von besonderer Bedeutung für die erfolgreiche Weiterentwicklung ist die Sicherung der Gemeinnützigkeit für die rein wissenschaftlichen Aspekte.

Die universitäre Entwicklung und auch die Forschung müssen zwingend die gesamte Breite des Faches von der Darstellung bis hin zur Sicherstellung von Innovationen beinhalten. Es muss unsere gemeinsame Intention als wissenschaftliche Fachgesellschaft sein, Musterstrukturen für verschiedene Krankenhausgrößen, Organisationsformen und Standorte unter Berücksichtigung der besonderen Probleme der Flächen-Bundesländer zu schaffen. An dieser Zukunft müssen wir gemeinsam arbeiten.

Prof. Dr. Dietmar Pennig

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