Germanistische Wahlverwandtschaften

Vorab: Freundschaft, Ehe, Zweckbündnis – Zur On-Off-Beziehung von germanistischer Sprach- und Literaturwissenschaft

Die Geschichte des Verhältnisses von Sprach- und Literaturwissenschaft in der gut 200jährigen offiziösen Laufbahn der Germanistik […] gleicht eher einer turbulenten Beziehungskiste, mit Phasen innigen Einsseins, wachsender Entfremdung, Auszügen aus der gemeinsamen Wohnung, heftiger Konkurrenz, vorsichtiger Wiederannäherung und womöglich endgültiger Scheidung vor dem Richter (Knobloch 2018, S. 125).

So gesehen hatte die immer wieder heraufbeschworene goldene Zeit der engen Liaison zwischen Linguistik und Literaturwissenschaft in den 1960/70er Jahren […] durchaus kontraproduktive Effekte, stand sie doch überwiegend im Zeichen formalisierter Ansätze strukturalistischer und generativistischer Provenienz (Adamzik 2017, S. 98–99).

Die Germanistik befasst sich mit deutscher Sprache und Literatur, ohne ein einheitliches Fach zu sein. [Nach (vergeblichen) Annäherungstendenzen durch den Einfluss insbesondere strukturalistischer Theorien ab den 1960er Jahren] verflüchtigte sich der Traum des schönen Paars bald, und nur die vom Staat aufgegebene Lehrerausbildung zwang die Teilfächer zu einer inzwischen jahrzehntelangen Vernunftehe (Haß/König 2003, S. 9).

Es ist eine Ehe, in der sich beide auseinandergelebt haben, die – von wenigen Ausnahmen abgesehen – durch bisweilen wohlwollendes, zumeist aber gleichgültiges und bisweilen auch durch tiefe Abneigung gekennzeichnetes Nebeneinanderherleben geprägt ist (Klein 2008, S. 9).

Alle (paar) Jahre wieder muss eine Fachzeitschrift wie die LiLi die Frage nach dem Verhältnis von Literaturwissenschaft und Linguistik stellen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Zeitschrift selbst Ausdruck und Versprechen jener »Kooperationseuphorie« (Schönert 2013, S. 215) war, die – in einer singulären Phase der Fachgeschichte der Germanistik: in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – zwei ihrer Teilfächer programmatisch eng aufeinander bezog. Dabei war eines gerade neu erfunden worden: die moderne Linguistik – auf der Basis einer eklektischen Rezeption des historischen Strukturalismus und dem gleichzeitigen West-Import so unterschiedlicher Forschungsrichtungen wie generativer Grammatik, Sprechakttheorie und Soziolinguistik (Auer 2013, S. 26), und das institutionell vor allem auf Kosten eines anderen: der Mediävistik, bis dahin das germanistische Teilfach, in dem die Integration sprach- und literaturwissenschaftlicher Fragen auch wissenschaftspraktisch gepflegt worden war (vgl. dazu auch den Beitrag von Busch in diesem Heft). Von diesem Innovationsschub profitierten die alte germanistische Literaturwissenschaft und die neue germanistische Linguistik gleichsam »wechselseitig parasitär« (Knobloch 2018, S. 140): Die Linguistik professionalisierte und akademisierte sich institutionell in der kurzzeitig heftigen Umarmung durch die Philologien, während die immer noch NS-belastete deutsche Literaturwissenschaft die Impulse aus der internationalen Sprachwissenschaft als dringend benötigten »Modernitätsspender« (Knobloch 2018, S. 140) und vor allem Szientifizierungshilfe benutzen konnte. Die Literaturwissenschaft (bei weitem nicht nur die germanistische) durchlief in dieser Konstellation ihren linguistic turn – die Mutter aller turns (bzw. einer der wenigen nachweislich paradigmatischen Wenden, die ein solches Etikett verdienen, was sich seither gewiss nicht von allen turns sagen lässt …) – eine der Voraussetzungen nicht nur für die Erweiterung der Nationalphilologie zur Allgemeinen Literaturwissenschaft (Geisenhanslüke 2013, S. 116), sondern nicht zuletzt auch für die langen und heißen Sommer der »Theorie«, die bis in die 1990er Jahre die intellektuellen Energien mehrerer Studierendengenerationen in den (damals noch emphatisch so genannten) Geisteswissenschaften als Denk- und Lebensstil libidinös befeuerten (Felsch 2015). Vor allem an den neu gegründeten Reformuniversitäten wie in Bielefeld, Konstanz und Siegen konnte die curriculare Verklammerung von Literaturwissenschaft und Linguistik um 1970 entschieden vorangetrieben werden, weil ihr institutionell weniger bis gar keine Beharrungskräfte entgegenstanden verglichen mit den Traditionsuniversitäten. Auch das ermöglichte eine Zeitschriftengründung wie die der LiLi, in der zwei Literaturwissenschaftler (Helmut Kreuzer und Wolfgang Haubrichs), ein Linguist (Wolfgang Klein) und dazu noch ein Mathematiker und Informatiker (Rul Gunzenhäuser) sich gemeinsam auf das Leitbild Roman Jakobson verpflichteten (Geisenhanslüke/Müller 2003, S. 91 f.).Footnote 1 Seit diesem stürmisch-euphorischen Beginn dominiert (bis zum Überdruss mancher) die Beziehungsmetaphorik in der wissenschaftsgeschichtlichen Beschreibung des Verhältnisses von Literaturwissenschaft und Linguistik, in der bis vor kurzem aber vor allem eine Enttäuschungs- und Entfremdungsgeschichte bilanziert wird (Schönert 2013, S. 196–198). Unsere Motti legen davon Zeugnis ab, die Liste könnte beliebig verlängert werden.

Die wissenschaftliche Praxis der Zusammenarbeit hat diesen hochtrabenden Erwartungen um 1970 – daran besteht kein Zweifel – kaum standhalten können, vor allem nicht denen von Seiten der Literaturwissenschaft. So ist auffällig, dass die Teilfächer ihre wechselseitige Entfremdung durchaus unterschiedlich bewerten: Der Linguist Peter Auer hält sie für wissenschaftslogisch zwangsläufig und destruiert gar den »Topos vom Verlust der Einheit der Germanistik«, weil es »diese Einheit nie als ›unmarkierten‹ Zustand« gegeben habe. Und das müsse auch so sein:

[W]eder sind Literaturwissenschaftler daran interessiert (oder in der Lage), etwas über das Wesen der Sprache allgemein herauszufinden oder Einzelsprachen in ihrer Systematik zu beschreiben, noch können oder wollen Linguisten die spezifische Differenz literarischer Texte, das was sie zu Literatur macht, erfassen (Auer 2013, S. 16).

Im kompetitiven Kontext der DFG-Exzellenzförderung, bei der die Linguistik erfreulich gut abschneidet, spielten »die Traditionen der Einzelphilologien« eine geringe Rolle, verrät der frühere sprachwissenschaftliche DFG-Fachkollegiat Arnulf Deppermann, »Bezüge zur Literaturwissenschaft und Vorhaben, die Sprach- und Literaturwissenschaftliches verbinden, gibt es so gut wie keine« (Deppermann 2013, S. 188): auch das ein vielleicht nicht unmaßgeblicher Indikator für kurrente Forschungsentwicklungen und deren Erfolgsbedingungen. Schon seit den 1990er Jahren hat es mitunter den Anschein, als verselbständigten sich in der Sprachwissenschaft – in der Folge szientistischer Traditionen seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts – jene Teile der Germanistik, die historisch-hermeneutischen Ballast abzustreifen bemüht sind und Anschluss suchen an wissenschaftstheoretische und methodologische Entwicklungen jenseits der traditionellen Geisteswissenschaften (Rompeltien 1994, S. 82). Die Linguistik habe die Anlehnung an die Philologien für ihre universitäre Professionalisierung eine Zeitlang gebraucht, könne aber nun »die Leiter, auf der sie hochgeklettert ist, getrost umstoßen«, so lakonisch Knobloch: »Sie lebt auch ohne die Literatur.« (Knobloch 2018, S. 140).

In der Literaturwissenschaft indes kann durchaus betrauert werden, dass im Kontext kulturwissenschaftlicher Orientierungen nicht länger »die Sprache den gemeinsamen Referenzpunkt von Älterer und Neuerer Literaturwissenschaft wie der Linguistik bildet« wie im Zuge des linguistic turn, sondern nurmehr »ein meist diffuser Begriff von Kultur« (Geisenhanslüke 2013, S. 117), der die Bestimmung des Objektbereichs der Literaturwissenschaft vor neue Herausforderungen stellt. Anstelle der strukturalistischen Textzentrierung aus der LiLi-Hochzeit hat nun die Suche nach anderen wissenschaftlichen Bündnispartnern und Impulsspendern jenseits der Linguistik zu einer Vervielfachung von Text-Kontext-Relationen und einer regelrechten turn-Inflation (performative, postcolonial, translational, iconic, spatial, material, emotional, cognitive) geführt, die die Herausgeber der LiLi im Jubiläumsheft zum 40-jährigen Bestehen der Zeitschrift gar mit einer »Sprachvergessenheit der Literaturwissenschaft« in Zusammenhang bringen (Bleumer et al. 2013, S. 12).Footnote 2 Schönert bilanziert süffisant die konstitutionstheoretischen Schwächen dieser kulturwissenschaftlich zerstreuten Literaturwissenschaft, welche die »eigentlich jeweils zu begründende Relevanz von Kontexten munter durch die Beliebigkeit von interessanten (neudeutsch ›spannenden‹) Kontexten« ersetze (Schönert 2013, S. 211), während Geisenhanslüke nach all den schwindelerregenden turns (»Am Reck der Germanistik hat es sich ausgeturnt«) nur noch einen letzten political turn herbeiwünscht, der die »gesellschaftliche Verantwortung« der Germanistik wieder in Erinnerung rufen soll: Ihre Aufgabe bestehe »nicht in einer empirischen Überprüfung fremdgesteuerter Standards« und »Poetik« erschöpfe sich keineswegs »in einer den Naturwissenschaften abgelesenen Hingabe an die Kategorie des Wissens« (Geisenhanslüke 2013, S. 118).

Das waren nur einige (der grelleren) Schlaglichter aus der Diskussion, mit der in der LiLi das letzte Mal nach dem Verhältnis von Literaturwissenschaft und Linguistik gefragt wurde (Heft 172, Dezember 2013: Turn, Turn, Turn? Oder: Braucht die Germanistik eine germanistische Wende? Eine Rundfrage zum Jubiläum der LiLi). Was ist seither geschehen? Müssen wir wieder bis zum nächsten LiLi-Geburtstag warten, um – etwas pflichtschuldig – den Beziehungsstatus zwischen den beiden für die Zeitschrift titelgebenden Teilfächern der Germanistik zu überprüfen?Footnote 3 Wir – unsererseits ein Tandem aus Sprachwissenschaftler und Literaturwissenschaftler – denken, es könnte sich lohnen, schon heute und ganz ohne jubilatorischen Reflexionsstress (den haben die Herausgeber*innen der LiLi mit dem jüngst erschienenen 50. Jahrgang – und damit dem 200. Heft – gerade hinter sich) ein paar Impulse und Entwicklungen aufzugreifen, die sich unterdessen abzuzeichnen begonnen haben. Dabei muss auch gar nicht zwanghaft die Beziehungsmetaphorik gebannt werden (kein Paartherapeut würde das schließlich empfehlen). Vielmehr sympathisieren wir mit einem Begriffsvorschlag, der auch dem Jubiläumsheft der LiLi von 2013 entnommen ist: Germanistische »Wahlverwandtschaftlichkeit« (Linke/Müller Nielaba 2013, S. 38). Er hat nicht nur den Vorzug, einer freiwilligen Lehr- und Diskussionskooperation von Sprach- und Literaturwissenschaft (an der Universität Zürich) zu entstammen, ist also praxisgesättigt. Darüber hinaus geht er den wissenschaftshistorischen Fallstricken einer vermeintlichen ›Blutsverwandtschaftlichkeit‹ der beiden Disziplinen aus dem Weg. Wahlverwandtschaftlichkeit betont vielmehr Anziehung wie Abstoßung innerhalb einer nie unproblematischen Verbindung und beschreibt gleichsam die auch ›chemische‹ Affinität zweier Disziplinen, die – wie Goethes Romanpaare – schließlich doch nicht in selbstgenügsamer Abgeschiedenheit voneinander leben können. Das scheint uns die jüngere Lage nach 2013 – nach einer Reihe bedeutsamer Publikationen, die das wechselseitige Interesse von Literaturwissenschaft und Linguistik auch nach dem »Ende einer wunderbaren Freundschaft« (Knobloch 2013) bezeugen – vielleicht ganz gut zu beschreiben. Vier Beispiele seien hier herausgegriffen: Der Band Linguistics and Literary Studies/Linguistik und Literaturwissenschaft. Interfaces, Encounters, Transfers/Begegnungen, Interferenzen und Kooperationen (Fludernik/Jacob 2014) belegt eindrucksvoll, was Schönert schon prognostizierte: dass insbesondere die Narratologie zur Beschreibung sprachlicher Mikrostrukturen in literarischen Erzähltexten als »Konvergenz- und Erprobungsbereich« (Schönert 2013, S. 212) einer professionalisierten Kooperation zwischen Sprach- und Literaturwissenschaften angesehen werden kann.Footnote 4 Die wahlverwandtschaftlich gesonnene Linguistik wiederum hat sich unterdessen zu einem Netzwerk ›Literaturlinguistik‹ zusammengeschlossen und legt darauf Wert, dass ihr Gründungsbegriff nicht als Determinativkompositum missverstanden wird (also als Linguistik, die Literatur zu ihrem wissenschaftlichen Objekt macht), sondern als »Klammer-Kopulativkompositum«, das Linguistik und Literaturwissenschaft als gleichberechtigt anerkennt (Bär et al. 2015, S. 11): Man sieht hier, wie die Beziehungsmetaphorik auch mühelos bis ins Grammatische ausgedehnt werden kann. Und die steigende Anzahl von Publikationen aus diesem Umfeld (vgl. auch die Beiträge von Habscheid und Knobloch in diesem Heft) belegt, dass von linguistischem Desinteresse an der Literatur(-wissenschaft) rezent keine Rede sein kann.

Eine weitere Tendenz zeichnet sich bei der Integration auch fachdidaktischer Positionen ab. Das Handbuch Sprache in der Literatur (Betten/Fix/Wanning 2017), in dem manche Diskussion aus Fludernik/Jacob (2014) fortgesetzt wird (vgl. z. B. Adamzik 2017), verantwortet neben zwei Sprachwissenschaftlerinnen die Siegener Literaturdidaktikerin Berbeli Wanning. 2013 hatte Geisenhanslüke noch »die staatlich vorgegebene Aufgabe der Lehrerausbildung« als politisch »unüberwindliches Hindernis« einer gedeihlichen wissenschaftlichen Kooperation von Linguistik und Literaturwissenschaft im Zeichen des linguistic turn bezeichnet (Geisenhanslüke 2013, S. 116), so ist es mittlerweile – im Lichte stark rückläufigen Interesses an beiden Fachwissenschaften – fast nur noch die Nachfrage am Studiengang Lehramt Deutsch, die die Existenz des universitären Massenfaches Germanistik sichert – und damit auch ein Mindestmaß an institutioneller Zusammenarbeit zwischen Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft. Und wenn – wie zuletzt – die Ausweitung bildungswissenschaftlicher Studienanteile zu deutlich verringerten Kontaktzeiten mit fachwissenschaftlichen Gegenständen (sowohl aus der Linguistik wie der Literaturwissenschaft) führt, fällt umso stärker ins Gewicht, dass es insbesondere im propädeutischen Anteil des literaturwissenschaftlichen Fachstudiums mittlerweile ein relativ konsolidiertes Curriculum gibt, das die Herkunft aus der alten LiLi-Kooperation besserer Tage gar nicht verleugnet. Ein paar wenige Sitzungen zum sprachlichen Zeichen, zur poetischen Funktion und zur strukturalistischen Tätigkeit wirft auch der zugunsten von bildungswissenschaftlichen Studienanteilen abgespeckte Einführungskurs in die Literaturwissenschaft noch ab. (Was auch damit zu tun hat, dass die heute in der Literaturwissenschaft Lehrenden überwiegend ihrerseits von Konstanz über Bochum bis Berlin in den 1980er und 1990er Jahren ein Grundstudium im Zeichen eines propädeutisch konsolidierten linguistic turn durchlaufen haben.) Da kann es als ermutigendes Anzeichen kehrseitig empfundener Wahlverwandschaftlichkeit gelten, dass im vergangenen Jahr der Zürcher Sprachwissenschaftler Heiko Hausendorf einen voluminösen Band mit linguistischen Analysen literarischer Werke vorgelegt hat (Hausendorf 2020), der sich vor allem aus Unbehagen am Umgang mit Literatur im Deutschunterricht speist, den er als fachwissenschaftlicher Beisitzer bei Prüfungslektionen angehender Deutschlehrer*innen mit ansehen musste (Hausendorf 2020, S. 14). Die (Text‑)Linguistik mit ihrem laut Hausendorf »niedrigschwelligen« Angebot, Textoberflächen rekonstruktiv zu erkunden, hält er für ein entscheidendes Remedium gegenüber dem häufig genug völlig textabgewandten Literaturunterricht der Gegenwart (ebd., S. 7; vgl. hierzu auch den Beitrag von Wolbring in diesem Heft). Die Linguistik kann vielleicht ohne die Literatur, wie Knobloch mokant bilanzierte, aber nicht zuletzt aus gesellschaftlicher Mitverantwortung für die literarisch-sprachliche Bildung künftiger Deutschlehrer*innen steht mancherorts doch wieder eine Leiter am Baum einer gemeinsamen Germanistik. Warum auch nicht? In den Worten Wolfgang Kleins, langjähriger Herausgeber der LiLi und einer der glaubwürdigsten Vertreter einer mit der Literaturwissenschaft jederzeit kooperationswilligen Linguistik: »Die Gräben sind tief, man soll sich keine Illusionen machen. Aber es wäre ja absurd, wenn es zwischen den beiden einzigen Fächern, die die Sprache nicht nur benutzen, sondern sie zum Gegenstand ihrer Untersuchungen haben, keine fruchtbare Zusammenarbeit gäbe.« (Klein 2008, S. 29). Oder etwas lakonischer Jörg Meibauer: »Wenn Germanistik ein Fach ist, das sich der Erforschung von deutscher Sprache und deutscher Literatur widmet, dann sollte es allerdings eine Zusammenarbeit zwischen den Fachteilen geben, und zwar eine Zusammenarbeit, die inhaltlich motiviert ist […]« (Meibauer 2013, S. 34). Dazu wollen die hier versammelten Aufsätze ihren Beitrag leisten.

Zu den Beiträgen in diesem Heft

Eine (wenn nicht die) zentrale Schnittstelle für Literaturwissenschaft und Linguistik bietet zweifellos die Größe Text, die sich durch zahlreiche Beiträge zieht. Der Linguist Clemens Knobloch beleuchtet in seinem Beitrag Elemente einer strukturalistisch-linguistischen Analyse literarischer Texte ausgehend von den textlinguistischen Ansätzen Eugenio Coserius. Als Kern der linguistischen Analyse fasst Knobloch dabei die auf der Textoberfläche identifizierbaren sprachlichen Strukturen auf. Zentrale Bausteine der Analyse auf der Ebene der Textstruktur bilden geordnete Rekurrenz und Evokation, Knobloch fokussiert aber auch die (schwerer fassbaren) konnotativen Effekte zwischen den Sprachzeichen und ihren kulturell geprägten Umfeldern. Neben der Strukturbeschreibung geht Knobloch auf die theoretischen Ansätze des vielgeschmähten Literatur- und Interaktionstheoretikers Kenneth Burke ein, wobei er insbesondere die Entautomatisierung der sprachlichen Praxis und damit das Hinterfragen typischer verfestigter Deutungsroutinen als wesentliches Merkmal literarischer Texte ausweist. Dass mit Knobloch einer der wortmächtigsten Grabredner der alten »wunderbaren LiLi-Freundschaft« (Knobloch 2013; Knobloch 2018) hier seinerseits faszinierende Literaturanalysen (von Unica Zürn bis Bob Dylan) vorlegt, erfüllt uns Herausgeber mit nicht wenig Stolz und Genugtuung.

Wie eine textlinguistische Analyse von Lyrik aussehen kann, zeigt Stephan Habscheid am Beispiel des Gedichts Kilchberg von Heinrich Detering. Ausgehend von der Annahme, dass auch literarische Texte kommunikative Artefakte sind, stellt Habscheid die »Lesbarkeitshinweise« (Hausendorf et al. 2017) in den Fokus seiner Überlegungen; sie bilden die Basis der Analyse. Solche Lesbarkeitshinweise sind auf der Strukturebene des Textes angesiedelt und stehen damit in Relation zur intentio operis, die im Rahmen des interpretationstheoretischen Ansatzes von Umberto Eco als entscheidende Instanz für die Plausibilisierung der Interpretation gilt. Für die Interpretation spielen weiterhin auch Welt- und Sprachwissen eine wichtige Rolle, die Rückbindung an ausdrucksseitig belegbare Textstrukturen ermöglicht es allerdings, eine Interpretation valide zu begründen. Beide Beiträge setzen eine Tradition der linguistischen Beschäftigung mit literarischen Texten fort, die bis zu der ruhmreichen Gedicht-Analyse von Bierwisch aus der LiLi zurückreicht (Bierwisch 2008).

Der performative Aspekt der Lyrik steht im Fokus des Beitrags von Jörg Döring, der sich als Beitrag zu einer empirischen Lesungsforschung versteht. Am Beispiel einer Gedichtlesung der Lyrikerin Monika Rinck aus dem Jahr 2019 zeigt er, dass in ihrem Aufführungszusammenhang auch eine typische ›Wasserglaslesung‹ keineswegs nur aus Werkvortrag besteht, sondern zu erstaunlich großen Anteilen auch von spontan-mündlicher Rahmungskommunikation der Autorin geprägt ist, die hier als performativer Epitext bezeichnet wird. Dem szenischen Ineinander von performativem Epitext und Werkvortrag, welches eine zeitgenössische Gedichtlesung in aller Regel ausmacht, kann man analytisch nur gerecht werden, wenn linguistisch-konversationsanalytische Methoden zur Analyse gesprochener Sprache mit den Methoden literaturwissenschaftlicher Textanalyse und denen der performance studies zur Analyse von Aufführungsereignissen verbunden werden.

Wendet man den Blick erneut auf die Strukturebene von Texten, so stellen diese sprachliche Gebilde dar, die sich wiederum aus kleineren Bausteinen konstituieren – vereinfacht gesprochen aus Sätzen, die wiederum aus Phrasen und Wörtern als gewissermaßen atomaren Einheiten bestehen. Eine besondere Rolle im Bereich dieser einfachen Sprachzeichen spielen Namen, deren vorrangige Funktion die Herstellung von (Mono‑)Referenz ist. Tauchen Namen oder von Namen abgeleitete Derivate in (nicht nur literarischen) Texten auf, so können damit besondere Bedeutungsaspekte verbunden sein. Nathanael Busch betrachtet in seinem Beitrag deonymische Bildungen in Texten Wolframs von Eschenbach. Um diese angemessen zu interpretieren, bedarf es neben des lexikalischen und grammatischen Wissens auch literatur- und kulturhistorischer Ressourcen. Ausgehend von seiner konkreten Analyse spannt Busch einen Bogen zum Verhältnis von Sprach- und Literaturwissenschaft im Allgemeinen: Obgleich in der Mediävistik – also der germanistischen Teildisziplin, die sich genuin mit der Literatur und Sprache des Mittelalters beschäftigt – Schnittstellen besonders naheliegen, werden diese Optionen de facto wenig genutzt. Busch plädiert schließlich dafür, der wachsenden (auch innerdisziplinären) Entfremdung von Literaturwissenschaft und Linguistik mit Signalen des wechselseitigen Interesses zu begegnen – etwa in Form einer für Fachkolleg*innen verständliche(re)n Darstellung von Forschungsergebnissen.Footnote 5

Dass Namen über ihre referentielle Funktion hinaus konnotativ mit charakterisierenden Bedeutungsanteilen verknüpft werden können, steht im Fokus des Beitrags von Marius Albers. Ausgangspunkt seiner Analyse stellt die Beobachtung dar, dass sich der Name George Orwell zu einem Synonym für die dystopische Welt seines Romans 1984 gewandelt hat und so zu einem Kollektivsymbol geworden ist. Durch eine Analyse der Plenarprotokolle des Bundestags seit 1949 kann gezeigt werden, dass dieses Symbol auch im politischen Diskurs strategische Verwendung findet und die Referenzen auf Orwell in den vergangenen Jahrzehnten häufiger werden. Die Interpretation der Korpusdaten wird dabei durch literatursoziologische Fakten angereichert und kann auf diese Weise substantiiert werden.

Doch Literatur kann nicht nur im Diskurs funktionalisiert werden, sondern selbst auch Stimme in Diskursen sein. Während die Diskurslinguistik hier üblicherweise nicht fiktionale Diskursfragmente in den Blick nimmt, zeigt Constanze Spieß am Beispiel des Bioethikdiskurses, wie typische Argumentationsmuster auch in (fiktionalen) literarischen Texten aufgegriffen und verarbeitet werden. Die in den analysierten Romanen verhandelten diskursiven Grundfiguren stellen dabei auch Elemente des realen Diskurses dar und können somit als Positionierungen zu einem umstrittenen Diskursgegenstand aufgefasst werden. Die literarischen Texte tragen damit zur diskursiven Wissenskonstitution bei. Der Beitrag von Spieß zeigt anschaulich, wie eine insbesondere am Inhalt literarischer Texte orientierte Analyse verfahren kann.

Eine solche inhaltistisch ausgerichtete Analyse, die für den Deutschunterricht kennzeichnend sein kann, bildet den Ausgangspunkt für die Überlegungen von Fabian Wolbring. Ihm geht es darum, die Medialität der Sprache und die Idee der Polyphonie von Äußerungen in Stellung zu bringen gegen einen verkürzt rein inhaltlich ausgerichteten Literaturunterricht. Wie so etwas gehen kann, zeigt er mit einem Unterrichtskonzept, das am Beispiel des berühmten Rumpelstilzchen-Verses »Heute back’ ich …« die heimliche Mehrstimmigkeit sprachlicher Äußerungen durch produktive Irritation in den Fokus rückt. Durch die Reflexionen zum Medium Sprache anhand eines einschlägigen literarischen Beispiels werden die Disziplinen miteinander verknüpft und den Forderungen nach einem integrativen Deutschunterricht Rechnung getragen.

Anita Schilcher und Christel Meier ergänzen die didaktische Perspektive durch einen forschungsorientierten Beitrag. Zugleich weiten die Autorinnen den Blickwinkel dieses Heftes, denn nicht nur »intern« pflegen die germanistischen Teilfächer Beziehungen, sondern auch jenseits des eigenen Fachhorizonts. So beleuchten Schilcher/Meier in ihrem Beitrag das Verhältnis der Deutschdidaktik insbesondere zu den Bildungswissenschaften aus den Erfahrungen und Ergebnissen zweier rezenter transdisziplinärer Forschungsprojekte. Sie schließen ihren Beitrag – und damit auch den Kreis zurück zu dieser Einleitung – mit einer Kritik der Wahlverwandtschafts-Metapher, die dieses Heft betitelt und die nach Meinung der der Autorinnen das Verhältnis der fachdidaktischen Wissenschaftsbeziehungen nicht adäquat beschreiben kann. Vielmehr sehen sie die Fachdidaktiken als verbindende »Mittelglieder« zwischen den Fach- und den Bildungswissenschaften. Geisenhanslüke hatte noch 2013 eine »völlige Loslösung der Didaktik von der Fachwissenschaft« beargwöhnt – einer germanistischen Fachdidaktik, die »sich bis zur völligen Geistlosigkeit den Erziehungswissenschaften« annähert, »den Begriff der Bildung und den damit verbundenen Auftrag von sich aus« aufgibt und »in der Kompetenzorientierung eine Erfüllung« findet, »die sie von fachwissenschaftlichen Diskussionen abschneidet« (Geisenhanslüke 2013, S. 117). Interessant nun, dass eines der von Schilcher/Meier hier vorgestellten transdisziplinären Forschungsprojekte, in dem germanistische Fachdidaktik mit der empirischen Bildungswissenschaft kooperiert – das Projekt »Literarästhetische Urteilskompetenz« (LUK) – ausgerechnet Umberto Eco, einen der ehrwürdigen semiotischen Säulenheiligen aus der LiLi-Hochzeit der 1980er und 1990er Jahre, als literaturtheoretisches Angebot wiederentdeckt, welches sich mit neuesten kognitionswissenschaftlichen Annahmen am ehesten als kompatibel erweist, um Kompetenzen im heutigen Literaturverstehen zu messen. Eine überraschende Rehabilitation der alten LiLi-Literaturtheorie im Gefolge von Empirie und transdisziplinärer Kooperation: wenn das keine Wahlverwandtschaft bezeugt …!?

Dank

Zuletzt ein Wort des Dankes: Danken möchten wir insbesondere den Studierenden unseres gemeinsamen Seminars »Literaturwissenschaft und Linguistik« im WiSe 2018/19 an der Universität Siegen, die sich auf dieses Experiment eingelassen und durch ihr weit über curriculare Vorgaben hinausgehendes Engagement auch zum Gelingen des Workshops beigetragen haben, auf dem dieser Band fußt. Allen (ehemaligen) Siegener Kolleginnen und Kollegen, die die Debatte durch ihre Vorträge und Diskussionen befeuert haben und bereit waren, an diesem Heft zu partizipieren, danken wir ganz ebenso wie den externen Kolleginnen und Kollegen, die mit ihren Beiträgen weitere Perspektiven auf die germanistischen Wahlverwandtschaften eingebracht haben.

Notes

  1. 1.

    Gewissermaßen als Credo fungiert seither vor allem Jakobsons Sentenz, »daß ein Linguist, der sich gegenüber der poetischen Funktion der Sprache verschließt, und ein Literaturwissenschaftler, der sich über linguistische Fragen und Methoden hinwegsetzt, gleichermaßen krasse Anachronismen sind.« (Jakobson 1979, S. 119). Liest man den Text heute noch einmal im Zusammenhang, ist es vielleicht noch ein anderer Satz, der für das Verhältnis der beiden germanistischen Teilfächer einschlägig erscheint: Gleich zu Beginn, knapp vierzig Seiten vor dem kanonischen Fazit, schreibt Jakobson mit Blick auf das Wesen wissenschaftlicher Praxis: »Widerspruch legt die Antinomien und Spannungen im diskutierten Fachgebiet frei und verlangt nach erneuter gedanklicher Durchdringung.« (Jakobson 1979, S. 84). Danach ist es gerade der skeptische Blick auf das Verhältnis von Literaturwissenschaft und Linguistik, der immer wieder den Ausgangspunkt für eine letztlich doch produktive Zusammenarbeit bildet.

  2. 2.

    Wohingegen in der Linguistik eine kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Szientismen mittlerweile ihrerseits unter dem »Signum eines cultural turn« (Feilke 2016, S. 14) geführt wird, der fachgeschichtlich ein »Schema von Bewegungen und Gegenbewegungen zwischen verschiedenen Polen« erkennen lässt: »Die Totalität der Sprache wird – mit jeweils explanatorischem Anspruch – modellbildend reduziert, entweder auf den Aspekt ihrer organismisch-individuellen Grundlagen, auf den Aspekt ihres Funktionierens als ein System von Zeichen oder auf den Aspekt ihrer soziopragmatischen Funktion im Sprechen […]. Die Kulturalität der Sprache ist dabei primär ein Thema der beiden letztgenannten, d.h. der semiotischen und der soziopragmatischen Reduktionstraditionen.« (Feilke 2016, S. 10; Herv. im Original).

  3. 3.

    Geisenhanslüke und Müller haben gezeigt, dass schon während des ersten Dezenniums der LiLi die Kooperationseuphorie im Verhältnis von Literaturwissenschaft und Linguistik nachließ und seither fast nur noch in den Jubiläumsartikeln der Zeitschrift als Gründungsimpuls rückblickhaft beschworen wurde (Geisenhanslüke/Müller 2003). Die Themenhefte waren schon im Verlauf der 1980er Jahre deutlich literatur- oder sprachwissenschaftlich geprägt. An dieser Tendenz hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: dass man auch verlagsseitig mittlerweile davon auszugehen scheint, dass sich die Hefte an getrennte scientific communities richten, mag man an der Tatsache ablesen, dass der Verlag unterschiedliche Zitierstandards für sprach- und literaturwissenschaftliche Beiträge vorsieht. Wer – wie wir – ein Themenheft konzipiert, dass sich einmal wirklich an beide Teildisziplinen richtet, muss damit leben, dass der wissenschaftliche Apparat der Beiträge – im Zusammenhang gelesen – buntscheckig aussieht wie bei einem lieblos zusammengeflickten Sammelband. (Der Grund liegt auf der Hand: Als ›Währung‹ im Zeitalter des vor allem elektronischen Publizierens gilt der einzeln vertriebene Beitrag, längst nicht mehr die gestalterische Einheitlichkeit eines Themenheftes …).

  4. 4.

    Wie auch das Thema Erzählen in der Linguistik in jüngerer Zeit (wieder) Konjunktur zu haben scheint. Vgl. z. B. das jüngst erschienene Themenheft »Narrativität als linguistische Kategorie« der Zeitschrift für germanistische Linguistik (Heft 48, Dezember 2020; vgl. Zeman 2020).

  5. 5.

    Wolfgang Klein (2008) hat beispielsweise freimütig zugegeben, in einer sich innerdisziplinär immer weiter ausdifferenzierenden Linguistik nicht mehr allem folgen zu können, was die Kolleg*innen schreiben, und das scheint über die Grenzen der Disziplin heraus sicher nicht anders zu sein. Damit ist ein zentrales Problem innerhalb der Germanistik – horribile dictu! – die Sprache.

Literatur

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Albers, M., Döring, J. Germanistische Wahlverwandtschaften. Z Literaturwiss Linguistik (2021). https://doi.org/10.1007/s41244-021-00194-3

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